Clubhouse: Was steckt hinter dem Hype um die Social-Media-App?

Seit Tagen ist die Rede über eine neue App namens „Clubhouse“. Doch wie funktioniert sie eigentlich? Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Clubhouse: Was steckt hinter dem Hype um die Social-Media-App?

Keine App ist derzeit so beliebt wie Clubhouse. Innerhalb weniger Tage stürmte sie die App-Store-Charts und ist seither auf Platz eins. Die Bewertungen sind weitestgehend positiv. Dabei ist das Konzept einfach: Es gibt Diskussionsrunden, in die sich jeder einklinken kann, der eine Einladung erhalten hat. Anders als bei Podcasts, haben die Nutzer so die Möglichkeit, nicht nur zuzuhören, sondern aktiv am Gespräch teilzunehmen. Ein völlig neues Konzept, das viel Resonanz findet.

Ohne Einladung, kein Zugang

Doch im Gegensatz zu anderen Social-Media-Apps wie Instagram, können sich die Leute erst registrieren, wenn sie eine Einladung von einem Clubhouse-Nutzer erhalten haben. Der Zugang ist also exklusiv. Dahinter steckt eine ausgeklügelte Marketingstrategie, denn mit einer Registrierung verpflichten sich die Nutzer, ihre zwei verfügbaren Einladungen an andere Interessenten abzuschicken. Dadurch entsteht eine automatische Verkettung, also eine Art Schneeballsystem.

Warum der Hype?

Doch das erklärt nicht, warum die App so gefeiert wird. Einer der Gründe sind die Influencer und Stars, die sich bei Clubhouse angemeldet haben. Joko Winterscheidt, Oprah Winfrey und Paris Hilton gehören schon zur Community. Wahre Fans wollen nichts verpassen und melden sich deswegen an. Dazu promoten sie die neue Anwendung, indem sie ihre Registrierung publik machen. Sogar Politiker, wie Christian Lindner, benutzen die App, ebenso wie Eva Weber, die Augsburger Oberbürgermeisterin.

Ein anderer Grund für den großen Erfolg der App sind Gruppierungen auf Clubhouse, die bestimmte Interessen vertreten – seien es Hobbys oder politische Positionierungen. Zu jedem Themengebiet gibt es Gesprächsrunden, die die Bedürfnisse der Nutzer befriedigen. Zum Beispiel wurden dort mittlerweile auch Telegram-Gruppen erstellt, deren Anhänger bekanntlich eine extreme politische Ansicht vertreten und mit Verschwörungstheorien für Aufsehen sorgen.

Experten warnen davor

Doch es gibt Punkte, die gegen eine Anmeldung auf Clubhouse sprechen. Experten warnen vor der App, da sie Zugriff auf alle Kontakteinträge fordert, bei einer Registrierung über einen Social-Media-Account sogar die Daten zu Followern und Freundeslisten. Diese Informationen fließen automatisch an einen Server in den USA. Dazu sei unklar, wofür die erhobenen Daten verwendet werden. Laut der Datenschutzerklärung könnten diese sogar an Dritte weitergegeben werden.

Christof Stein, Pressesprecher des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), mahnt daher zur Vorsicht: „Nutzer sollten sich mit den Richtlinien der App beschäftigen und das Risiko abwägen, ob die Weitergabe von Daten die Nutzung der App wert ist“, sagte er gegenüber der Tagesschau. Darüber hinaus werden alle Gespräche aufgezeichnet, laut Hersteller, um die Einhaltung der Nutzungsbedingungen zu gewährleisten.

Mit den Einladungen und dem dadurch begrenzten Zugriff verfolgen die Entwickler zudem das Prinzip der künstlichen Verknappung. Es entsteht die Angst, etwas zu verpassen oder gar ausgeschlossen zu werden. Bereits jetzt bieten Nutzer Einladungscodes für knapp 50 Euro im Netz an. Außerdem gibt es Clubhouse nur im App-Store, also ist die App nur kompatibel mit iOS-Betriebssystem. Eine Desktop-Variante gibt es nicht, weswegen Android-Nutzern der Zugang ganz verwehrt wird.

Was haltet ihr von der App? Schickt uns eure Erfahrungen.

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