Schluss mit Slut Shaming - Wieso wir KEINE Schlampen sind!

Als jemand, der gerne & viel Sex hat, sehe ich mich immer wieder mit Slut Shaming konfrontiert. Eine Sache, die förmlich nach einer Veränderung in unserer Gesellschaft schreit!

Schluss mit Slut Shaming - Wieso wir KEINE Schlampen sind!

… weil ich Sex liebe

Ja, ich liebe Sex. Und ich habe viel Sex. Warum? Weil es mir einfach Spaß macht. Weil ich mich gerne selbst entdecke, meine Grenzen austeste und Neues ausprobiere - egal ob mit Männern oder Frauen. Ich habe das Glück in einer Zeit zu leben, in der ich all das Wirklichkeit werden lassen kann, was eigentlich als spannende Fantasie in meinem Kopf beginnt. Die Möglichkeiten für guten Sex sind inzwischen beinahe unerschöpflich, denn Gleichgesinnte lassen sich in Zeiten von Tinder und Co. spielend leicht finden. Von Rollenspielen über Dreier bis hin zum Swingen. Da draußen wartet immer wieder der Sex meines Lebens auf mich.

Ich bin keine Schlampe!

Trotz wundervoller Nächte und einzigartiger Erfahrungen bin ich keiner dieser Menschen, die mit ihren sexuellen Eroberungen prahlen. Aber ich gehöre eben auch nicht zu diesen schüchternen Mäuschen, die über ihre Erfahrungen schweigen. Mit all meinen Erlebnissen gehe ich offen um und - sofern es zum Thema passt - lasse ich meine Freunde auch gerne daran teilhaben. Denn letztendlich sind wir alle sexuelle Wesen und Sexualität ist längst kein Tabuthema mehr, sondern fester Bestandteil unseres Lebens und unserer Kultur.

Es gibt aber eine Sache mit der ich mich immer wieder konfrontiert sehe - und die mich immer wieder zur Weißglut treibt: Wenn ich höre, wie andere Frauen, die ihre Sexualität ähnlich offen leben, oder ich selbst als Schlampe bezeichnet werden. Als Hure. Als Slut. Als billiges Flittchen. Als leicht zu haben. Wenn diese Frauen auf ihren Körper und den Sex, den sie haben, reduziert werden.

Hemmungslos verurteilt dank Slut Shaming!

Was soll falsch sein an offen gelebter Sexualität, frage ich mich dann immer wieder? Was gibt anderen Menschen das Recht dazu, über mich zu urteilen? Das ist Slut Shaming! Das bedeutet, dass Frauen für ihr offenes Verhalten und ihre freizügige Art sich anzuziehen heummungslos angegriffen werden. Man redet diesen Frauen krankhaft ein Schahmgefühl ein. Und leider bedeutet das letztendlich auch oftmals, dass Opfer sexueller Belästigungen oder Vergewaltigungen doch tatsächlich für das verantwortlich gemacht werden, was ihnen widerfahren ist. „Die war ja auch sehr offenherzig angezogen“, heißt es dann. Oder: „Bei dem tiefen Ausschnitt und dem Alkoholpegel ist das ja kein Wunder!“ Das sind handfeste Dinge, aber auch Sexismus im Alltag wie dumme Sprüche und anzügliche Gesten sind eine Sache, die doch längst der Vergangenheit angehören sollten! Leider macht die Anonymität das Netzes das Slut Shaming noch einfacher und besonders schlimm daran: Frauen, die sich gegenseitig Slut Shamen.

Schluss mit der Doppelmoral!

Leider existiert immer noch diese völlig veraltete Doppelmoral, dass Männer zwar viele Sexpartner gehabt haben dürfen, Frauen jedoch nicht. Sprachlich auch sehr interessant, wie ich finde, gibt es für Frauen doch deutlich mehr sexualisierte Schimpfwörter als für Männer. Für eine ihre Sexualität frei lebende Frau sollen laut einer Studie (North American English/ Stanley) zehn Mal mehr Beleidigungen und Schimpfwörter existieren als für Männer: Von Fotze über Schlampe und Nutte bis hin zu Fickmatratze. Und bei Männern? Da klingt alles doch deutlich charmanter und eher nach einem Kompliment: Frauenheld, Ladykiller, Casanova, Gigolo.

Egal, wie sehr mich dieses Verhalten auch wütend macht: Ich werde meine Sexualität weiter leben und das tun, was mir gefällt. Denn letztendlich geht es doch darum, dass ich glücklich bin, oder? Bevor ihr das nächste mal also anderen Menschen verurteilt für das, was sie tun, geht in euch und überdenkt euer Verhalten. Jede Veränderung in unserer Gesellschaft fängt nämlich klein an - in jedem einzelnen von euch!

Zum Schluss kann ich euch nur eine Sache ans Herz legen: Habt den Sex, der euch glücklich macht! Und lasst andere den Sex haben, der sie erfüllt!

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