Warum Skifahren der Natur schadet

Verschneites Winterwunderland und präparierte Pisten auf Kosten der Natur?

Warum Skifahren der Natur schadet

Die ganze Familie freut sich schon ab Oktober auf den bevorstehenden Winterurlaub, die wirklich sauteure Ausrüstung gibt’s zu Weihnachten und dann geht’s ab mit dem Mini-Van mehrere hundert Kilometer Richtung Skigebiet. Abgesehen davon, dass so ein Urlaub samt Skiliftkarte und Aufenthalt im Ferienressort für immer weniger Familien bezahlbar ist, sollte sich auch der Rest der Menschen Gedanken machen, ob diese Art von Freizeitbeschäftigung wirklich sein muss.

Die Natur leidet

Die Klimaerwärmung leistet volle Arbeit und so sieht es in den letzten Jahren auf vielen alpinen Pisten schlecht aus mit dichter Schneedecke und weißer Winterwunderland-Kulissse. Wenn der Schnee ausbleibt, steht der Lift still, Hotels und Ferienhäuser müssen geschlossen bleiben, die Gastronomie im ganzen Ort leidet und 1000de Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Die Lösung: Kunstschnee. Unglaubliche Mengen an Wasser, das vor allem im vergangenen 2018 oftmals knapp war, werden aus Stauseen zur künstlichen Schneeherstellung verwendet. Was die zahlreichen Schneekanonen, von denen es pro Piste einige gibt, an Strom benötigen, nicht auszudenken. Dass das alles sowieso nur geht, wenn auch eine gewisse Außentemperatur besteht, zeigt, dass das auch keine langfristige Überlegung sein kann. Umweltschützer stehen eh schon lange mit Skifahrern auf Kriegsfuß. Für Pisten werden Wälder abgerodet und die vielen Touristen stören im Gebirge lebende Tiere. Durch die Schneekanonen, weitet sich aber die Belastung der Tierwelt noch weiter aus. Denn diese laufen vor allem nachts oder abends, wenn alle Touristen in der warmen Sauna oder beim Après Ski sind. Lautes Getöse hält Rehe und Nager vom Schlafen ab oder verdrängt sie in andere Gebiete in den Bergen. Trends wie Skifahren bei Flutlicht zu Nachtzeiten verschlimmern diese Situation oftmals noch zusätzlich. Experten meinen zwar, dass die ansässigen Tierarten sich an den Trubel und das Licht gewöhnen würden, aber wie würdet ihr euch fühlen, wenn Tag und Nacht fremde Kreaturen durch euer Wohnzimmer düsen würden? Durch das Planieren der Piste und das Zusammendrücken der Böden, kann die Erde kein Wasser mehr aufnehmen, Überschwemmungen sind die Folge. Lawinen, die durch Wassermassen ausgelöst werden, können die weiteren Spätfolgen sein.

Auch wenn es, wie in diesem Winter kräftig schneit, bleiben die stromfressenden, lauten Kanonen nicht in der Lagerhalle. Denn, künstlich präparierte Schneedecken halten länger und sind eben dauerhaft erneuerbar. Dass Pflanzen unter dieser dichten Schneedecke erst recht für immer verschwinden, wird hierbei auch häufig vernachlässigt.

Aber Skifahren ist doch Tradition

Ich als, ehrlich gesagt, nicht begeisterter Skifahrer, kann natürlich den Ruf der Berge nicht wirklich nachvollziehen. Weiß aber, dass für viele Kindheitserinnerungen, zahlreiche Skilager und eine tolle Sportart mit dem Aussterben des Skifahrens verloren gehen würden. Für alle, die auf Snowboarden und Co. nicht verzichten können, sind aber die Alpine Pearls eine Überlegung wert. Diese Skigebiete sind Ferienorte, die für einen umweltfreundlichen Tourismus stehen. Viel wichtiger und deutlich umweltbelastender laut einiger Quellen sei außerdem auch die An-und Abreise der Wintertouristen, die zahlreich mit ihren Autos in die Ferienorte reisen. Ein Umstieg auf Bahn oder Bus könnte, zumindest ein Anfang sein für einen umweltbewussteren Skiurlaub.

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