Schläge an Silvester bringen Glück: So feiern andere Länder das neue Jahr

In knapp zwei Wochen ist Silvester und überall auf der Welt wird das neue Jahr eingeläutet. Aber nicht überall gibt es Feuerwerk, Raclette und Co. Wie andere Länder Neujahr feiern, haben wir für euch herausgefunden.

Schläge an Silvester bringen Glück: So feiern andere Länder das neue Jahr

An Silvester sind wir meist im Kreis der Familie oder mit engen FreundInnen. Wir verbringen den Abend miteinander, machen Raclette oder Fondue, trinken und lachen bis die Uhr dann Mitternacht schlägt. Das ist aber nicht überall auf der Welt so.

Darum heißt der Jahreswechsel Silvester

Aber erst einmal auf Anfang. Am 31. Dezember, im Jahr 335, starb der damalige römische Papst. Sein Name war „Silvester“, weswegen der Jahreswechsel nach ihm benannt wurde. Der Ursprung ist also auf die katholische Kirche zurückzuführen.

Silvester in Spanien: Zwölf Weintrauben um Mitternacht

In Spanien ist es Tradition, Weintrauben zum Jahreswechsel zu verzehren. Diese sollen Glück bringen. Aber Vorsicht: Um Punkt Mitternacht muss bei jedem Glockenschlag eine Traube in den Mund geschoben werden. Wer sich verzählt, zu wenig oder zu viele isst, dem soll Unheil bevorstehen. Einige Supermärkte bieten zu diesem Anlass Konservendosen mit exakt zwölf Weintrauben an. StraßenhändlerInnen verkaufen sie kurz vor Mitternacht in kleinen Tütchen, die aber meist überteuert sind. Die Glockenschläge um 24 Uhr werden live in ganz Spanien im Fernsehen übertragen. Zuvor gibt es aber im Kreis der Familie oder mit FreundInnen ein leckeres Neujahrs-Abendessen.

Silvester in Bulgarien: Glücksbringende Schläge

An Halloween gehen die Kinder von Haus zu Haus, in Bulgarien auch an Silvester. Sie klingeln an der Tür und schlagen den BewohnerInnen mit einer Rute auf den Rücken oder auf die Schulter. Das Material besteht aus Ästen eines Kornel-Kirschbaums, die dann geflochten und zur sogenannten „Surwatschka“ werden. An den Stängeln hängt bunter Papierschmuck, getrocknete Früchte oder kleine Brezeln. Das Schlagen soll Glück, Gesundheit und Reichtum für das neue Jahr bescheren. Zudem sagen die Kinder Gedichte auf und wünschen ein gesundes sowie glückliches neues Jahr. Als Belohnung bekommen sie Süßigkeiten, aber auch Früchte und Kleingeld.

Silvester in Ecuador: Hampelmänner verbrennen

Die SüdamerikanerInnen haben eine ungewöhnliche und eher düstere Tradition an Silvester: Zum Jahreswechsel platzieren sie menschengroße Puppen aus Holz oder Papier auf den Straßen Ecuadors, die mit Böllern gefüllt sind. Die sogenannten „Munecas“, auf Deutsch „Hampelmänner“, werden selbst gebastelt und sehen meist berühmten Persönlichkeiten wie PolitikerInnen oder Hexen ähnlich. Um Mitternacht werden diese dann entzündet. Eine andere Variante ist, dass Zettel, auf denen negative Erlebnisse stehen, in den Puppen versteckt werden und dann durch die Böller verbrennen. Die Tradition soll das vergangene Jahr abschließen und böse Geister vertreiben.

Silvester in Russland: Väterchen Frost verteilt Geschenke

In Russland wird der Jahreswechsel nicht nur an einem Tag gefeiert. Vielmehr startet bei ihnen an Silvester ein zehntägiges Fest und es finden große Partys statt. In der Neujahrsnacht verteilen Väterchen Frost, der eine Art Weihnachtsmann für die RussInnen ist, und seine Begleiterin „Snegurotschka“, auf Deutsch „Schneeflöckchen“, Geschenke. Bei den sogenannten „Jolka-Festen“ sitzt die Familie um den Tannenbaum herum und isst. Nach der Präsidentenrede wird auf das neue Jahr angestoßen. Die Tradition ist auf die russisch-orthodoxe Kirche zurückzuführen, die sich nach dem Julianischen Kalender richtet. Demnach wird Weihnachten erst am 7. Januar gefeiert.

Silvester in Japan: Neujahrsfest mit Gesangswettbewerb

Das neue Jahr wird auch in Japan mehrere Tage lang gefeiert, und zwar vom 29. Dezember bis zum 3. Januar. Grund ist der kulturelle Stellenwert, der auf das japanische Neujahrsfest „Oshogatsu“ zurückzuführen ist. Zur Tradition gehören Neujahrsgeschenke, der Neujahrsputz und das Verschicken von Neujahrskarten. Im Fernsehen läuft ein Gesangswettbewerb, an dem die beliebtesten SängerInnen des Landes teilnehmen. Diese Sendung anzuschauen, gehört auch zur Tradition, genauso wie der Besuch eines Tempels am 1. oder 2. Januar. Am Morgen des neuen Jahres ist es üblich, dass sich die Menschen versammeln, um den ersten Sonnenaufgang, „Hatsu-Hinode“, zu begrüßen.

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