Dinge, die ihr über die Brunnen in Augsburg noch nicht wusstet

Augsburg ist eine Wasserstadt - das merkt man an jeder Ecke. Wenn nicht gerade ein Bach oder Kanal plätschert, dann sprudelt ein Brunnen. Einige schöne Brunnen wollen wir euch hier vorstellen.

Dinge, die ihr über die Brunnen in Augsburg noch nicht wusstet

Der Brunnen, der ein Geburtstagsgeschenk war

1901, zu seinem 80. Geburtstag, bekam Prinzregent Luitpold einen Brunnen geschenkt: Den Prinzregenten Brunnen. Der damalige Augsburger Stadtmagistrat beschloss damals, dass dem Prinzregenten ein Denkmal gesetzt werden solle.

Nach drei Jahren Bauzeit war der Brunnen fertig. Übrigens: Die Bronzestatue, die den Prinzregenten Luitpold darstellt, entging während des Zweiten Weltkriegs nur knapp dem Einschmelzen. Erst seit 1950 steht sie wieder auf ihrem Sockel.

„Schaut, Beton taugt als Baustoff!“

Der nächste Brunnen, den wir euch näher vorstellen wollen, trägt nach seinem Erbauer den Namen Thormann-Brunnen. Ingenieur Alfred Thormann wollte damals zeigen, dass, der bis dahin nicht genutzte Baustoff Beton, etwas taugt und ließ den Brunnen 1880 errichten. Damals nahm der Königsplatz als Ruhe-Oase langsam Gestalt an. Der Brunnen sollte für mehr Gemütlichkeit sorgen.

Das Mädchen mit den immer nassen Füßen

Ein Brunnen, den ihr ebenfalls mit großer Sicherheit kennt, ist der Manzù-Brunnen auf dem Königsplatz. Statt sprudelnden Fontänen kommt dieser Brunnen allerdings etwas schlichter daher: Er besteht lediglich aus einer Bronzefigur inmitten von fließendem Wasser. Besonders Kinder lieben es an heißen Sommertagen durch das Wasser zu laufen und zu plantschen. Der Brunnen – viele werden sich daran erinnern – stand bis 2011 an einer etwas anderen Stelle und sah auch anders aus. Im Zuge des Umbaus des Königsplatzes wurde er damals abgebaut. Seit 2015 steht die junge Dame aber wieder im fließenden Wasser.

Die drei Prachtbrunnen

Wer Augsburg kennt, weiß, dass es in der Innenstadt gleich drei große Brunnen gibt. Sie alle liegen entlang der Maximilianstraße. Die drei Monumentalbrunnen verbindet so einiges: Sie stammen allesamt aus der Renaissance und sind aus Bronze gebaut. Außerdem symbolisieren sie das damalige Ständesystem, bestehend aus Herren-, Kaufmanns- und Handwerkerstand.

Der Augustusbrunnen

Der prächtige Augustusbrunnen auf dem Rathausplatz aus dem Jahre 1593, steht für den Herrenstand. Gleichzeitig ist er der älteste Brunnen der drei. Neben der großen Augustus-Figur findet ihr vier weitere Figuren, die den Lech, die Wertach, die Singold und den Brunnenbach symbolisieren.

Der Merkurbrunnen

Der Merkurbrunnen auf dem Moritzplatz wurde vom gleichen Bildhauer entworfen, wie der Herkulesbrunnen, und zwar vom Niederländer Adriaen de Vries. Mit erhobenem Arm thront der Handelsgott Merkur, seit der Fertigstellung im Jahre 1599, auf der Säule. Seine Aufgabe ist es, auf die Bedeutung Augsburgs als Handelsstadt aufmerksam zu machen.

Der Herkulesbrunnen

Der dritte Monumentalbrunnen ist der bereits erwähnte Herkulesbrunnen. Er befindet sich an prominenter Stelle, mitten auf der Maximilianstraße. Für NachtschwärmerInnen dient er in Sommernächten als beliebter Treffpunkt. Gebaut wurde er 1602, um die Stärke der Stadt Augsburg zu symbolisieren.

Übrigens: Die Figuren aller drei Monumentalbrunnen sind durch Kopien ersetzt worden, um sie vor weiteren Beschädigungen durch Umwelteinflüsse zu schützen. Die Originale könnt ihr im Innenhof des Maximilianmuseums sehen.

So einfach wie schön

Ein schlichter und dennoch wunderschöner Brunnen erwartet euch in Augsburg auch im Hofgarten. Im hinteren Teil des Gartens steht eine große Betonschale auf dicken Beinen inmitten eines Wasserbeckens. Hohe Fontänen lassen das Wasser aus der Schale in das untere Becken schwappen.

Regionaler Genuss und Wassergeplätscher

Auch auf dem Augsburger Stadtmarkt darf ein Brunnen natürlich nicht fehlen. Der Marktbrunnen befindet sich direkt vor dem Eingang zur Fleischhalle. Um ihn herum befinden sich Tische vom englischen Restaurant „Jamie’s“. In der Mitte des Brunnens stehen zwei weibliche Bronzefiguren, eine von ihnen mit einer Taube in der Hand. Manche AugsburgerInnen werfen Münzen in den Brunnen und wünschen sich etwas.

Für die Goldschmiedekunst in Augsburg

Ein nicht sehr spektakulärer, aber dennoch schöner Brunnen, ist auch der Goldschmiedebrunnen auf dem Martin-Luther-Platz. Er wurde 1912 errichtet, als Andenken an die einst für Augsburg sehr bedeutsame Goldschmiedekunst. Der Figur des Goldschmiedegesellen erging es zur Zeit des Zweiten Weltkriegs nicht anders als anderen Bronzefiguren. Auch er sollte eingeschmolzen werden, da Metall für die Rüstungsindustrie gebraucht wurde.

Der einst umstrittene Nackedei

Schließlich wollen wir euch den kleinen Brunnen an der Grünanlage entlang der Konrad-Adenauer-Allee nicht vorenthalten. Auch hier gibt es ein spannende Fakten. Die Rede ist vom Kester-Brunnen, mit einer völlig nackten Jünglings-Figur. 1908 als der Brunnen aufgestellt werden sollte, sorgte die geplante Nacktheit der Figur für große Diskussionen bei den AugsburgerInnen. Der Bildhauer zog es daher vor, mit einer Weinrebe zu kaschieren, um die Gemüter zu beruhigen. Nachdem die Figur während dem Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen werden sollte, dann aber doch noch unversehrt auf einem Schrotthaufen gefunden wurde, stellte man sie ohne Weinrebe wieder an ihren Platz.

Logo