Von Augsburg nach Hollywood – Einmal 9 mit Sammy Akdil

Schauspieler aus Augsburg lassen sich normalerweise nur wenig in internationalen Filmproduktionen finden. Einer hat es jedoch geschafft – mithilfe von LED-Möbeln.

Von Augsburg nach Hollywood – Einmal 9 mit Sammy Akdil

Der Augsburger Sammy ist ein sehr kommunikativer Mensch und eine wahre Frohnatur. Seine aufgeschlossene Art hat ihm in diesem Jahr das Abenteuer seines Lebens beschert: einmal als Statist in einem Hollywood-Actionstreifen mitspielen zu dürfen. In der Rolle eines Bodyguards durfte er mit dem Filmstar Christopher Lambert in „Someone Dies Tonight“, der nächstes Jahr in die Kinos kommen soll, vor der Kamera stehen. An diesen Part ist Sammy aber nicht wie normal durch eine Agentur oder ein Casting gekommen. Diese Chance ist durch ein Gespräch mit dem Filmproduzenten Vjekoslav Katusin entstanden, als Sammy mit seiner Firma, die LED-Möbel verleiht, auf einer Veranstaltung war. Wir haben dem Augsburger ein paar Fragen dazu gestellt.

Wie bist du auf die Idee gekommen, LED-Möbel zu verleihen?

Ich war schon immer von Licht fasziniert und so habe ich die Firma Geggos gegründet. Aufgrund hoher Nachfrage bieten wir seit einiger Zeit neben dem Verkauf von Leuchtmitteln und LED Möbeln auch die Vermietung unserer Produkte an. Durch die Betreuung exklusiver, deutschlandweiter Veranstaltungen, konnte ich mir so in den vergangenen Jahren ein exzellentes Netzwerk aufbauen. So lernte ich auch den Regisseur Vjekoslav Katussin kennen. Ich habe anscheinend einen guten Eindruck hinterlassen und es wurden Nummern ausgetauscht.

Wie hat es sich angefühlt, als du die Zusage für die Statistenrolle bekommen hast?

Es war im ersten Moment unfassbar und ich hatte Zweifel. Jedoch war meine Neugier stärker und bin dann einfach ohne große Vorbereitung hingefahren und wurde positiv überrascht. Wie konnte ich herausfinden ob ich Spaß daran habe, wenn ich es nicht versuche? Zudem wollte ich mir nicht ein Leben lang vorwerfen, es nicht wenigstens versucht zu haben.

War die Szene, in der du vorkommst, einfach zu drehen?

Sollte man meinen. In Wirklichkeit ist es aber sehr anstrengend! Zwei komplette Tage ernst und grimmig dreinzublicken war für eine Frohnatur wie mich eine zusätzliche Herausforderung. Da in Hollywood auf Perfektion geachtet wird, musste ich immer und immer wieder exakt in Position stehen wegen Schatten, Timing, usw. Da waren Profis am Werk, das habe ich schnell bemerkt.

Was wird dir vom Alltag an einem Filmset am meisten in Erinnerung bleiben?

Nie im Leben hätte ich mir ausgemalt, dass ich den Mann treffe, dessen Filme ich in meiner Jugend verschlungen habe. Wer rechnet den schon mit so etwas? Ich war so voller Respekt vor dem „Highlander“, dass ich ihn stets mit Mr. Lambert angesprochen habe. Nie hätte ich gedacht, dass so ein Megastar dermaßen sympathisch sein kann. Dass der Mann hochprofessionell ist, merkte man daran, dass er das gesamte Skript auswendig konnte. Er ist völlig mühelos und selbstverständlich in Szenen gesprungen. Das war unvergesslich.

Was ist dein Erfolgsrezept um solche Chancen wie diese zu bekommen?

Ein Erfolgsrezept im engeren Sinne gibt es nicht. Ich kann jedoch gut mit Menschen umgehen, bin kreativ und scheue mich nicht, mein Wissen oder gute Ideen zu teilen. Grundsätzlich versuche ich, mich auf Veranstaltungen etwas auffälliger zu kleiden um einen gewissen Wiedererkennungswert zu haben. Ich bin zudem ein guter Zuhörer und bringe mich sinnvoll ein, wenn sich mir die Gelegenheit bietet. Ich habe ein Lebensmotto: "Gelegenheiten schafft man sich Selbst“.

Auf welchen deiner Promikontakte bist du besonders stolz?

Eigentlich auf alle! Ich komme mittlerweile auf ca. 80 prominente Kontakte, die ich auch regelmäßig pflege und möchte keinen herausheben. Es sind Menschen wie du und ich. Die wenigsten davon haben irgendwelche Allüren. Oft werde ich nur angerufen, um Kleinigkeiten zu besprechen. Manchmal brauchen die Leute auch einfach jemanden, der Ihnen zuhört und Zuspruch spendet.

Welchen Star würdest du als nächstes unbedingt treffen wollen?

Eines meiner Idole ist Adam Sandler, ihn würde ich sehr gerne einmal treffen.

Hast du Blut geleckt und willst dich auch weiterhin um Filmrollen bemühen?

Definitiv. Bisher sehe ich meine Engagements jedoch eher als interessanten Zeitvertreib. Mir liegen zurzeit ein paar vielversprechende Angebote zukünftiger Projekte vor und erst neulich war ich 2 Wochen an der türkischen Westküste beim Dreh einer Netflix Pilotserie, wo ich einen englischen Soldat namens Sam spiele. Zusätzlich durfte ich vor kurzem an der Seite des bekannten Schauspielers Patrick Sass im Imagefilm eines deutschlandweiten Lebensmittelhändler mitwirken.

Was für einen Film würdest du gerne in Augsburg drehen, wenn du könntest?

Das wäre natürlich ein Film in dem man zeigt, dass man alles erreichen kann, wenn man es schafft Grenzen zu überwinden. Ob diese Grenzen nun von unserer Gesellschaft gesetzt werden oder lediglich in unseren Köpfen existiert, spielt keine Rolle. Nichts ist unmöglich, jeder Mensch hat die Chance sich zu verwirklichen, egal ob aus Augsburg oder Hollywood.

Logo