Augsburger Rapper „Sajin Stroke“ über toxische Beziehungen

Augsburg steckt voller hochtalentierter KünstlerInnen. Heute wollen wir euch einen von ihnen vorstellen: den Rapper „Sajin Stroke“. Im Interview hat er uns auch erzählt, warum er den Hotelturm als Drehort für sein neues Musikvideo gewählt hat.

Augsburger Rapper „Sajin Stroke“ über toxische Beziehungen

Sinnsuchen, Schicksalsschläge, Abgründe unserer Gesellschaft: Das sind Themen, mit denen sich der Augsburger Rapper „Sajin Stroke“ auseinandersetzt. Oftmals zur Selbsttherapie, wie er auf seiner Webseite schreibt.

Kürzlich erschien die neue Single „Toxisch“ des Rappers. Worum es darin geht aber auch welcher sein Lieblingsplatz in Augsburg ist, haben wir ihn im Interview gefragt.

Das Musikvideo zu „Toxisch“ ist unter anderem im Hotelturm gedreht worden. Wie kam es dazu und welche Geschichte erzählt der Song?

„Der Blick über das Lichtermeer der erleuchteten Fuggerstadt war unbezahlbar.“

Der Song „Toxisch“ handelt von schädlichen Beziehungen. Er erzählt von einer Ambivalenz zwischen starker Anziehung und tiefer innerer Verletzung. Das Musikvideo zeigt zwei junge Menschen, die sich beim Pool spielen kennenlernen, sich daten und schnell die Komplikationen einer Beziehung zu spüren bekommen. Parallel dazu wird ein dramatischer Feuerwehreinsatz gezeigt, der die Spannungen einer Beziehung metaphorisch untermalt. Für die Performance-Aufnahmen wollte ich einen besonderen Ort wählen, der sich gut in die beiden Handlungsstränge einbettet. Über ein paar Ecken konnten wir für eine Nacht eine schöne Lounge im Hotelturm nutzen. Der Blick über das Lichtermeer der erleuchteten Fuggerstadt war unbezahlbar. Ich freue mich, dass ich das im Musikvideo festhalten konnte.

Hast du ein musikalisches Vorbild?

„Der Wahnsinn um uns, schreibt die besten Songs.“

Ich höre sehr viel unterschiedliche Musik von allen Ecken der Welt. Gerade weil ich nicht nur Rapper, sondern auch Produzent bin, ist es mir sehr wichtig die Ohren offen zu halten, musikalische Strömungen zu beobachten und den eigenen Sound immer im Zeitgeist weiterzuentwickeln. Dabei möchte ich meiner Linie natürlich immer treu bleiben. Meine Einflüsse sind also vielfältig und vor allem ist es der tägliche Wahnsinn, der uns umgibt, der die besten Songs schreibt. Prinzipiell ist es aber so, dass ich schon immer großen Wert auf inhaltliche Tiefe lege und mich entsprechend sozialkritische Künstler stärker geprägt haben.

Was ist der nächste Step in deiner künstlerischen Karriere?

Ich schreibe, produziere, mische und mastere meine Musik selbst in meinem Studio. Wann immer es geht, feile ich an neuen Songs. Es ist mir wichtig an jeder Stelle der Produktion bis hin zum fertigen Musikvideo meine künstlerische Vision ausleben zu können. Meine HörerInnen können sich also auf regelmäßigen Output freuen. Das Leben schreibt dabei die Geschichten.

Wo ist dein Lieblingsort in Augsburg?

Es fällt mir schwer, mich auf einen Ort zu beschränken. Ich genieße gerade im Sommer die Abkühlung am Hochablass oder das Treibenlassen im Proviantbach. Der Siebentischwald spendet mir als grüne Lunge der Stadt regelmäßig eine Auszeit vom Alltag. Es geht nichts über einen guten Kaffee am Holbeinplatz, ein kühles Bier im Lamm, eine gesellige Runde auf dem Rathausplatz oder entspannte Stunden auf dem Sonnendeck über den Dächern unserer Stadt. Ich weiß die vielen kleinen liebevollen Restaurants, Bars, Cafés und Läden sehr zu schätzen und hoffe, dass sie alle die Pandemie gut überstehen werden. Denn das ist es letztlich, was ich an Augsburg so liebe. Wir haben eine pulsierende urbane Szene und doch ist es vertraut wie auf dem Land.

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