Personen, die uns inspirierten: Augsburger:innen des Jahres

Wahrheit, Integration, Nächstenhilfe, Umweltschutz – Diese Augsburger:innen haben 2020 ein Stück besser gemacht.

Personen, die uns inspirierten: Augsburger:innen des Jahres

Auch in diesem Jahr gab es in unserem schönen Augsburg Menschen, die sich durch ihre Taten hervorgehoben haben und die wir entsprechend würdigen wollen.

Thomas Laschyk & sein Volksverpetzer-Team

Bereits seit 2014 gibt es den Blog „Volksverpetzer“ mit Sitz in Augsburg, der sich seitdem zu einer wichtigen Institution der medialen Aufklärung von Hetze und Fake News entwickelt hat. Das Team um den Gründer Thomas Laschyk recherchiert unermüdlich, um mit unterhaltsamen Faktenchecks die Narrative und Behauptungen von Extremist:innen und Verschwörungsideolog:innen zu entlarven. Eine Aufgabe, die gerade in diesem Jahr durch die Pandemie wichtiger denn je wurde.

Gegen Hetze und Fake News.

Schließlich verbreiteten sich Verschwörungstheorien und Fake News noch schneller als das Corona Virus und versuchten, die Gesellschaft zu spalten. Dank dem Volksverpetzer wurde uns in dieser schwierigen Zeit mit viel Humor und journalistischer Feinarbeit ein wenig Licht ins Dunkel gebracht, was auch mit dem Augsburger Medienpreis in der Kategorie „Mut“ belohnt wurde. Mut vor allem auch deshalb, weil Thomas & Team täglich Drohmails, -briefen und sonstigen hasserfüllten Nachrichten ausgesetzt sind und ihre eigene Sicherheit für uns und die Wahrheit aufs Spiel setzen. Danke Volksverpetzer!

Tür an Tür - miteinander wohnen und leben e.V

30 Jahre lang setzt sich die Institution „Tür an Tür“ schon für bessere Lebensbedingungen und Inklusion von Geflüchteten und Migrant:innen ein, mit Fokus auf Arbeitsmarktintegration sowie Beratung und Qualifizierung. Seit 2015 exisitiert auch das Projekt um die App „Integreat“, die gemeinsam mit der Technischen Universität München entwickelt wurde.

Unterstützung für Menschen aus anderen Ländern.

Mit der Plattform soll Neuzugewanderten der Alltag erleichtert werden und das bürgerliche Engagement sowie die Bildung zugänglicher gemacht werden. Und diese App wurde 2020 mit dem "Excellence Award“ als nachhaltigstes Geschäftsmodell ausgezeichnet. „Integreat“ ist eine wunderbare Bereicherung, da sie genau dort ansetzt, wo es aktuell die meisten Probleme gab: Mangel an Information. Die mehrsprachige App stellt übersichtlich alle relevanten Informationen für Zugewanderte zur Verfügung – und das spezifisch für jede Stadt, die sich am Projekt beteiligt. Dabei schaffen sie es auch, eine Brücke zum lokalen Arbeitsmarkt zu schlagen. Mittlerweile nutzen mehr als 70 Städte und Landkreise die Plattform, wodurch Integreat die meistgenutzte digitale Informationsplattform für Zugewanderte in Deutschland wurde. Danke Tür an Tür-Team!

Die Azubis des Botanischen Gartens

In diesem Jahr mussten viele von uns kämpfen. Die Wirtschaft litt schwer, erhielt aber auch in den meisten Bereichen viel Hilfe vom Staat. Weniger gut weg kamen da Institutionen wie die Augsburger Tafel, die immer wieder mit Engpässen zu kämpfen hatte. Damit die Bedürftigen auch weiterhin mit Lebensmitteln versorgt wurden, sprangen die Azubis des Botanischen Gartens und ihr Ausbildungsmeister ehrenhaft zur Hilfe.

Gemüse für die Tafel.

Da durch die Pandemie viele Flächen auf ihrem Gelände aufgrund von ausfallenden Veranstaltungen nicht benutzt werden konnten, bauten sie dort über viele Monate Gemüse und Salat an. Ganze 450 Quadratmeter, die zuvor für Schnittblumen und Dekoration vorgesehen waren, wurden nun zu zweidrittel mit Gemüse bepflanzt. Eine wunderbare Aktion, bei der die Tafel mit dem frischesten und ökologischsten Spenden beliefert wurde, die Augsburg zu bieten hatte. Danke liebe Azubis!

Leonie und Zoë Prillwitz

Obwohl sie bereits 2019 mit ihrem Projekt auf sich aufmerksam machen konnte, trug die Forschung der Schülerin Leonie Prillwitz zum Thema Mikroplastik vor allem 2020 große Früchte. Gemeinsam mit ihrer Schwester Zoë nahm sie zahlreiche Proben und untersucht das Wasser unserer Gewässer auf Mikroplastik. Dabei stellten sie zum einen fest, dass sich tatsächlich Mikroplastik in den Proben befand und zum anderen konnten sie nachweisen, dass ein nicht unerheblicher Teil davon aus privaten Haushalten stammt.

Eigene Erfindung gegen Mikroplastik im Wasser.

Aus dieser Erkenntnis heraus entstand ihre gefeierte Erfindung: Ein Mikroplastik-Filter für Waschbecken und Waschmaschine. Das Geschwisterduo entwickelte einen Filter, der einfach herzustellen ist und rund sechs Siebtel des Mikroplastiks bereits herausfiltern kann. Dafür gab es den Zukunftspreis 2020 der Stadt Augsburg. Aktuelles Ziel ist es unter anderem, das Design ihres Filters so zu optimieren, dass er in Serie produziert werden kann. Zusätzlich halten die beiden noch ganz nebenbei Vorträge und geben Workshops zum Thema und leisten so wichtige Aufklärungsarbeit. Danke Leonie und Zoë!

Und zu guter letzt: Ihr!

Ihr habt richtig gelesen. Denn diesen letzten Punkt wollten wir nutzen, um auch allen anderen Danke zu sagen, die sich in diesem Jahr für ein besseres Zusammenleben in Augsburg eingesetzt haben. Denn Hilfe kann sehr unterschiedlich aussehen. Danke an alle, die sich in systemrelevanten Berufen tagtäglich an vorderster Front dem Virus aussetzen, um dem Rest der Bürger:innen beizustehen und Augsburg wortwörtlich am Leben zu halten. Danke an all die wunderbaren Läden und Gastro-Betriebe, die trotz der vielen Einschränkungen und Regularien versucht haben, uns so viel von unserem gewohnten, alltäglichen Leben zu aufrecht zu erhalten wie möglich. Gleiches gilt für die Club- und Kulturbranche, die sich mühevoll und mit viel Herzblut um neue Veranstaltungskonzepte bemüht hat, damit wir im Sommer ein klein wenig Normalität fühlen durften und vor allem Spaß haben konnten. Und auch ein großes Danke an euch alle da draußen, die gewissenhaft ihre Maske tragen, Abstand halten, anderen helfen und zuhause bleiben. Ihr helft genauso mit, um das Leben in unserer Stadt (speziell das zukünftige) zu verbessern. Danke Augsburg!

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