Rosario Iovane – einmal 9 an einen Kickboxer und Fitnesscoach

Rosario Iovane ist ein Bündel aus Lebensenergie und Leidenschaft für Kampfsport. Er ist Fitnesscoach, Leistungssportler und einer der bekanntesten Kickboxer in der Region Augsburg.

Rosario Iovane – einmal 9 an einen Kickboxer und Fitnesscoach

Kampfsport ist brutal. Kampfsport ist gefährlich. Kampfsport ist nur für Männer. Das sind Vorurteile über diese Kategorie des Sports, die viele Menschen so unterschreiben würden. Die Wahrheit sieht aber ganz anders aus.

Kickboxer und Fitnesscoach Rosario Iovane erzählt von seinen Erfahrungen, Wünschen und Träumen. Für ihn hat Kampfsport und insbesondere Kickboxen nichts mit Aggression und Brutalität zu tun. Rosario ist jemand, den viele als „echte Persönlichkeit” bezeichnen würden. Sein selbstsicheres Auftreten und sein sympathisches, strahlendes Lachen geben zu erkennen, dass er zufrieden ist, mit dem was er tut. Doch war das schon immer so?

1. Wovon träumst Du?

Wir träumen ja immer von dem, was wir nicht haben. Deswegen träume ich von absoluter Freiheit. Ich möchte die Freiheit besitzen, entscheiden zu können, was ich tue, wo ich es tue, wie ich es tue und – im kooperativen Sinn – mit wem. Ich möchte so viel Geld besitzen, dass ich mir das alles ermöglichen kann. Dabei möchte ich mich aber dennoch aufs Nötige beschränken und meinen Werten treu bleiben. Das ist mir unglaublich wichtig. Freunden und Familie möchte ich etwas Gutes tun und finanzielle Schwierigkeiten aus dem Weg räumen.

Wenn ich mal sterbe, möchte ich das, was ich mir erschaffen habe, meinen noch nicht geborenen Kindern, Neffen und Nichten vererben. Ich möchte diese Welt mit dem Gedanken verlassen, dass ich ihnen mehr Möglichkeiten hinterlasse, als ich sie selbst hatte. Reichtum bedeutet vor allem Freiheit für mich. Sollte dieser Traum wirklich in Erfüllung gehen, dann habe ich meine Mission erfüllt.

2. Du arbeitest gerade mit dem Wirt der 11er Kneipe, Markus Krapf, zusammen. Du trainierst ihn und er unterstützt Dich bei der Weiterentwicklung deines Online-Auftritts, indem ihr seinen Trainings-Fortschritt gemeinsam in Videoform dokumentiert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Ich bin süchtig danach, alte Gewohnheiten aufzubrechen und Neue hinzuzufügen. Ich liebe Kontraste, Entwicklungen und Veränderungen und ertrage keinen Stillstand. Das alles will ich möglichst im Sport miteinander vereinen. Ich habe lange überlegt, wer für ein solches Projekt in Frage käme. Es musste jemand sein, der in Augsburg einen Namen hat, humorvoll ist und einfach Bock auf das Projekt hat. Da ist mir der „dicke Wirt“ empfohlen worden. Als wir uns das erste Mal trafen und ich ihm voller Begeisterung von meiner Idee erzählte, überwand er sich und stimmte ein. Die Zusammenarbeit macht mir großen Spaß und seine Fortschritte sind wirklich beeindruckend. Das Ziel besteht darin, ihn am Ende unter 100 Kilogramm zu bringen… Ahh, aber ich möchte nicht zu viel verraten!

3. Warum ist Kampfsport etwas, das Du anderen beibringen möchtest?

Es geht weniger um die Techniken. Es geht viel mehr um Werte wie Selbstsicherheit, Respekt, Disziplin, Spaß und Leidenschaft. Es ist schön zu beobachten, wie verunsichert manche Leute eine Kampfsportschule betreten und mit welchem Gefühl sie diese dann wieder verlassen.

4. Was gibt dir das Kickboxen?

Der Sport übt mich darin, mit Herausforderungen umzugehen und diszipliniert zu handeln. Herausforderungen nehme ich gerne an, weil ich lernen möchte, mich nicht vom Druck dominieren zu lassen, sondern ihn selbst zu bestimmen. Außerdem wachse ich immer wieder über mich hinaus. Disziplin ist mir sehr wichtig, weil Motivation flüchtig ist. Motivation ist fast wie eine Muse – auf sie ist nicht immer Verlass.

5. Gibt es etwas, das dich demotiviert?

Hmm... Ehrlich gesagt Nein. Wenn dann kann es Dinge oder Ereignisse geben, die mich traurig machen oder zum Zweifeln bringen. Aber Demotivation ist mir total fremd.

6. Wie bist du auf den Kampfsport gekommen und wann hast du damit angefangen?

In meiner Kindheit sind mir sehr viele Ängste übertragen worden. Meine Eltern sind damals mit Anfang 40 von Neapel nach Deutschland gezogen. Sie hatten die Hoffnung, hier einen langfristigen Job zu finden, denn die Möglichkeiten in Neapel waren leider sehr begrenzt. Als sie hier ankamen, waren sie von vielen Sorgen und Unklarheiten geplagt: „Wird uns die Gesellschaft in der neuen Heimat akzeptieren? Ist das ein langfristiger Job? Werden wir uns hier zurecht finden?“ Meine Mama war schon immer ein sehr besorgter Mensch und wollte mich aus Liebe vor allem beschützen. Rational betrachtet ist das natürlich voll nachvollziehbar. Ihre Sorgen haben aber leider dazu geführt, dass auch ich ängstlich wurde. Es gab nur wenig Platz für meine persönliche Entfaltung.

Die Geister des Sports und vor allem die des Kampfsports, haben mich aber gerufen, um mich diesen Dämonen zu stellen. Anfang 20 habe ich dann mit Kickboxen angefangen und somit all meinen Bedenken und Ängsten den Mittelfinger gezeigt.

7. Hat Kampfsport für dich etwas mit Gewalt oder Brutalität zu tun?

Für mich persönlich nicht. Er ist eher ein Werkzeug, um mich selbst zu ermutigen oder meiner Lebensenergie Ausdruck zu verleihen. Leider gibt es im Metier des Kampfsports auch einige schwarze Schafe, die mit ihren Fertigkeiten nicht richtig umzugehen wissen und sich ihrer selbst nicht bewusst sind. Solche Menschen tendieren dazu, die erlernten Techniken zu missbrauchen, was in Gewalt und Brutalität enden kann. Für gewöhnlich sind Kampfsportler aber sehr ausgeglichene Wesen, die Stress vermeiden - auch aus Angst, jemanden ernsthaft zu verletzen. In Notsituationen muss man natürlich handeln.

8. Wie lautet dein Lebensmotto?

Ich hab kein Lebensmotto. Dafür gibt es einfach viel zu viele Wege, die behilflich sein können Visionen, Träumen und Wünschen einen Raum zu geben beziehungsweise sich selbst auszudrücken. Ich passe mich oft der Situation an und überlasse meinem Gefühl die Entscheidung, was gerade das Richtige für mich ist.

9. Was ist dein Schlüssel zum Erfolg?

Ich denke es ist: „Einfach machen und der Intuition folgen“. Erfolg hat aber sehr viele unterschiedliche Schlüssel. Jeder muss mit der Zeit und der nötigen Geduld den Passenden für sich selbst finden.

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