Warum ihr im Stadtwald Augsburg ab sofort auf Rinder treffen könnt

Seit Dienstag, dem 17. August, leisten einige Rinder und Kälber den Przewalskipferden im Stadtwald Augsburg Gesellschaft. Woher sie kommen und was ihre Aufgabe dort sein wird, erfahrt ihr jetzt.

Warum ihr im Stadtwald Augsburg ab sofort auf Rinder treffen könnt

Im Stadtwald Augsburg bei Königsbrunn läuft schon seit vielen Jahren ein Beweidungsprojekt, das der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V. (LPVA) durchführt und betreut. Bislang beweiden Przewalskipferde und Schafe die Flächen. Zeitweise waren auch Rothirsche dort. Nun kommt eine neue Tierart hinzu: Pinzgauer Rinder.

Warum wird beweidet?

Schafe, Pferde und nun auch Rinder übernehmen auf den Flächen im Stadtwald eine wichtige Aufgabe. Die Pferde sorgen unter anderem dafür, dass der lichte Kiefernwald nicht verbuscht und dünn bewachsen bleibt. Das ist wichtig, damit lichtliebende Pflanzen- und Tierarten nicht verschwinden. Die Schafe schaffen durch ihre Spuren Keimnischen für eine Vielzahl von Pflanzenarten. Darüber hinaus übernehmen Schafe und Wildpferde viele weitere Aufgaben, wie uns Norbert Pantel, Leiter des Beweidungsprojekts beim Landschaftspflegeverband Augsburg erzählt hat.

Neu im Stadtwald: Pinzgauer Rinder

Den Rindern, die nun probeweise für acht bis zwölf Wochen im ehemaligen Rothirschgehege leben werden, kommt eine ganz besondere Aufgabe zu: Sie sollen die Faulbäume fressen, die im Gebiet häufig vorkommen. Der Faulbaum gehört zu den Kreuzdorngewächsen und wurde von den Pferden, sowie von den Schafen weitgehend ignoriert. „Langfristig suchen wir daher nach Methoden, um die weitere Ausbreitung des Faulbaums im lichten Kiefernwald einzudämmen“, erklärt Norbert Pantel.

Rinder kommen aus Friedberg

Die Rinder für das Beweidungsprojekt kommen von Landwirt Martin Augustin aus Friedberg. Seine Tiere standen bereits auf Naturschutzflächen nahe des Siebenbrunnenbachs in Lechhausen. Das hochwertige Fleisch der Tiere verkauft Augustin über „Körners Hofladen“ in Friedberg.

Vier Mutterkühe mit ihren Kälbern haben das Gehege bezogen.

Insgesamt vier Mutterkühe mit ihren vier Kälbern sind in das acht Hektar große Gehege im Stadtwald gezogen. Die Pinzgauer Rinder sind besonders robust und leider vom Aussterben bedroht. Nur etwa 1.800 Tiere gibt es in Deutschland noch. Früher wurde die Rasse sehr geschätzt, sowohl als Fleisch- und Milchlieferant, als auch als Zugtier.

In den acht bis zwölf Wochen, in denen die Rinder im Stadtwald leben, will der Landschaftspflegeverband einschätzen, wie hoch der Betreuungsaufwand der Rinder ist und in welchem Umfang sie die Faulbäume fressen. „Falls die erste Testbeweidung funktioniert, planen wir für das nächste Frühjahr erstmal, die Przewalskipferde in das ehemalige Rothirschgehege zu sperren – dann hätten die Rinder das aktuelle Pferdegehege für sich allein“, erläutert Norbert Pantel. Auch eine Mischbeweidung mit Rindern und Wildpferden in einem Gehege hält er für möglich.

Logo