Maria 2.0: Frauen fordern Kirchenreform

Bundesweit wurden Thesen für eine Reform der katholischen Kirche aufgehängt. Frauen der Initiative „Maria 2.0“ fordern Zugang zu kirchlichen Ämtern sowie Aufklärung und Bekämpfung sexueller Gewalttaten.

Maria 2.0: Frauen fordern Kirchenreform

Gleichberechtigung ist ein wichtiges Thema. So wurde vor zwei Jahren auch eine katholische Reformbewegung namens Maria 2.0 auf die Beine gestellt. Darin fordern die Aktivistinnen, Frauen in Weiheämtern zuzulassen und über sexuellen Missbrauch in der Kirche aufzuklären. Nun haben sie ihre Forderungen an Dom- und Kirchentüren in München, Würzburg, Köln, Mainz und Freiburg aufgehängt. Auch in Augsburg waren katholische Aktivistinnen unterwegs.

Gemeinsam für eine erneuerte Sexualmoral

Die sieben Thesen kritisieren „eklatante Missstände in der katholischen Kirche“. Es heißt, es herrsche Machtmissbrauch und sexuelle Gewalttaten würden vertuscht werden. Dazu sei es gerecht, wenn Frauen Zugang zu allen Ämtern in der Kirche hätten. Außerdem geht es um die Aufhebung des Pflichtzölibats, der nicht mehr „lebensfremd und diskriminierend“ sein soll, sondern wertschätzend gegenüber allen Formen „selbstbestimmter, achtsamer Sexualität und Partnerschaft“.

Ein anderer Punkt sind die „dubiosen Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger“. Die Kirche müsse verantwortungsvoll und nachhaltig mit dem Vermögen umgehen und nach christlichen Prinzipien verwalten. Es heißt, die Kirchenleitung habe die Glaubwürdigung verspielt und das Vertrauen sei tiefgreifend erschüttert. Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz sagte dazu, er verstehe die Unruhe, die viele Gläubige in der Kirche verspürten.

Reform: Synodaler Weg

„Protest ist sicherlich ein legitimes Mittel“, meinte Kopp. Aber die Kirche könne sich nicht von heute auf morgen ändern. „Wir müssen das in einem guten und von Vertrauen geprägten Dialog tun. Deshalb hat die Deutsche Bischofskonferenz den Synodalen Weg ins Leben gerufen.“ Konkret bedeutet das eine Reform, die sich unter anderem mit der katholischen Sexualmoral und der Position der Frauen in der Kirche beschäftigt. „Wir wissen darum, dass es Veränderungen bedarf“, erklärte Kopp.

Bereits 2019 hat die Bewegung Maria 2.0 die katholische Kirche aufgemischt. Die Aktivistinnen riefen alle Frauen dazu auf, im Marienmonat Mai, in der Woche vom 11. bis zum 18. Mai 2019, in einen Kirchenstreik zu treten. Es hieß: „Wir betreten keine Kirche mehr und tun keinen Dienst. Vor den Kirchen werden wir Gottesdienst feiern und unsere Klagen und Forderungen nachdrücklich und kreativ zum Ausdruck bringen.“ Nach Berichten stand Maria 2.0 unter Beobachtung des Vatikans.

Wie steht ihr zum Thema Kirche? Seid ihr für eine solche Reform oder dagegen? Teilt uns eure Meinung per E-Mail an team@hallo-augsburg.de oder per Social Media mit.

Logo