Augsburger über den Tod der Queen Elizabeth II.

Ein Schock für die ganze Welt: Queen Elizabeth ist am 8. September verstorben. Was sagen die Menschen in Augsburg dazu? Wir haben euch gefragt.

Augsburger über den Tod der Queen Elizabeth II.

Die Monarchin und ihr Wirken war weit über die Landesgrenzen ihres Königreiches hinaus bekannt. Ihr Gesicht ist den Menschen auf der ganzen Welt vertraut, denn wir alle sind mit ihr groß geworden. In ihrer Amtszeit hat sie alle deutschen Bundeskanzler kennengelernt, die es in der Geschichte gab. Ihr Tod ist der Abschluss einer scheinbar nicht endenden Ära und viele Briten sind durch ihn am Boden zerstört.

Die Rationalität der Deutschen

„Die Briten spinnen doch.“

Peter (49 Jahre) empfindet die kilometerlangen Schlangen vor dem Sarg der Queen und die zahlreichen Vorschriften zu ihrem Begräbnis als schieren Wahnsinn. „Damit möchte ich keineswegs sagen, dass die Queen nicht eine unglaublich beeindruckende Frau war. Trotzdem finde ich, dass das alles in keiner Relation steht“, erklärt er fachlich. Das Staatsbegräbnis der Queen war ein Jahrhundertspektakel ganz nach royalem Zeremoniell. Hunderttausende nahmen in London daran teil und Millionen verfolgten es weltweit vor den Bildschirmen.

Mitgefühl für die Familie

„Was bei dem Tod der Queen passiert ist, hat mich geschockt.“

Die 25-jährige Anna ist traurig und schockiert zugleich. Sie ist zwar kein Royal-Fan, dennoch hatte sie ihr Leben immer aus Interesse ganz gerne mitverfolgt. „Während ich mir früher oft gewünscht habe Teil der britischen Königsfamilie zu sein, so sehe ich heute eine Familie, die einfach nur um einen geliebten Menschen trauern möchte. Doch stattdessen müssen sie einer bis ins kleinste Detail strikt durchgeplanten Zeremonie folgen, während die Augen aus aller Welt auf sie gerichtet sind. Macht jemand den kleinsten Fehler, wird er sofort in den Medien dafür auseinandergenommen. Das ist doch nicht menschlich“, sagt sie, mit einem vorwurfsvollen Unterton in der Stimme. Vor allem für König Charles ist es im Moment keine leichte Zeit. Er hat gerade seine Mutter verloren und muss nun in ihre großen Fußstapfen treten. Während die meisten in einem Alter von 73 Jahren üblicherweise schon länger in Rente sind, tritt er sein Amt jetzt erst an.

Abschied einer 70-jährigen Ära

„Für mich war die Queen immer das Haupt von Großbritannien. Dass sie weg ist, kann und will ich mir nicht vorstellen.“

Hannes (35 Jahre) fällt es schwer in Gedanken von „God save the Queen“ hin zu „God save the King“ zu kommen. Doch das ist nicht das Einzige, was nach dem Tod an Änderung auf das Land zukommt. Die britische Währung wird sich optisch verändern. Während im Moment noch das Bild der Queen die Banknoten und Münzen ziert, werden diese bald durch ein neues Design ersetzt, das König Charles darstellt. Auch Briefmarken, Briefkästen und Flaggen, die das Kürzel der Königin tragen, werden im Laufe der nächsten Zeit ausgetauscht werden.

Neues Interesse geweckt

„Vor dem Tod der Königin habe ich mich kaum mit dem Königshaus befasst.“

Erst durch die unglaubliche mediale Aufmerksamkeit, die in letzter Zeit in aller Welt auf dem britischen Königshaus lag, hat dieses auch einen Platz in Gerdas (37 Jahre) Leben gefunden. „Seitdem lese ich jeden Morgen beim Frühstück nach, was es dort so Neues gibt. Es ist zu einer richtigen Morgenroutine geworden. Ich muss zugeben, dass mich die Festlichkeiten, die Zeremonien, die Garde und der ganze Prunk irgendwie faszinieren. Ich finde es einfach toll anzusehen. Auch die Liebe und Achtung, die die Briten ihren Monarchen schenken, bewundere ich. Das ist ein ganz anderer Lebensstil als ihn die Deutschen führen“, erzählt sie ausgelassen und mit einem verträumten Lächeln auf dem Gesicht.

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