Zwischen Herzschmerz und Hoffnung: Die PULS Startrampe brachte große Gefühle nach Augsburg | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Am Donnerstag verwandelte sich das Gaswerk in einen Ort voller Musik, guter Stimmung und ganz viel Gefühl. Die PULS Startrampe brachte fünf Newcomer-Acts nach Augsburg und das Ganze auch noch kostenlos.

Zwischen Herzschmerz und Hoffnung: Die PULS Startrampe brachte große Gefühle nach Augsburg

Die PULS Startrampe ist vorallem auf TikTok und Instagram bekannt. Dort stellt das Newcomer-Format des Bayerischen Rundfunks junge Künstler:innen vor, zeigt Cover-Sessions und eigene Songs und gibt in Interviews einen kleinen Einblick hinter die Musik. Aus dem Feed ging es diesmal auf die Bühne: Jassin, Kayla Shyx, Dani Lia, Jonny Mahoro und Nae spielten live am Gaswerk und sorgten mit ihren unterschiedlichen Sounds für gute Stimmung, Gänsehautmomente und jede Menge Emotionen.

Einiges zu entdecken

Die Sonne knallt, es ist heiß, doch die Vorfreude ist riesig. Bevor auf der Bühne die ersten Songs erklingen, gibt es für die Besucher:innen einiges zu entdecken. Direkt am Eingang konnten Besucher:innen an der Fotostation gemeinsam mit ihren Freund:innen Fotos schießen und direkt ausdrucken. Eine schöne Erinnerung an den Tag, die man direkt mitnehmen konnte.

Ein paar Schritte weiter, hörte man schon die ersten Stimmen singen. Am Karaoke-Stand wurde selbst zum Mikro gegriffen und gezeigt, was man stimmlich so draufhatte – oder es zumindest versucht. Die Stimmung war dabei ziemlich gut: Auch diejenigen, die nicht selbst vor dem Mikro standen, sangen laut mit und feuerten die anderen an. Wer eine kleine Abkühlung gebraucht hat, der konnte sich direkt daneben kostenlos Wassereis holen, genau das Richtige bei den warmen Temperaturen.

Wer danach noch Lust auf etwas Action hatte, konnte sich beim Tischtennis oder Tischkicker austoben. Beim Riesen-Bierpong ging es dann eine Nummer größer zu: Mit großen Bällen wurde auf die riesigen Becher gezielt. Wer es etwas kreativer mochte, konnte sich außerdem eine eigene Tasche gestalten und bedrucken.

Zwischendurch blieb genug Zeit, sich mit Freunden zusammenzusetzen, etwas zu trinken und einfach die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Doch irgendwann richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Bühne, denn es waren vor allem die Künstler, wegen denen die Besucher gekommen sind. Und die haben musikalisch einiges zu erzählen.

Nae

„In meinen panic years, wo ich nicht weiß, was mit mir passiert“

Viel treffender kann man wohl kaum beschreiben, wie sich die eigenen Zwanziger manchmal anfühlen. Genau dieses Gefühl greift Nae in ihrem Song „panic years“ auf. Sie singt über die Sorgen des Erwachsenwerdens, Selbstzweifel und Overthinking und vor allem über die Frage, wer man eigentlich sein will. Dabei klingt Nae nicht so, als hätte sie auf all diese Fragen schon eine Antwort. Und genau das macht den Song so nahbar. Zwischen dem Gefühl, zu viel zu fühlen und dann wieder gar nichts, bleibt trotzdem die Hoffnung, dass irgendwann alles seinen Sinn ergibt. Eine Erinnerung daran, dass man mit diesem Chaos im Kopf nicht allein ist.

Als diesjährige PULS Startrampe-Wildcard-Gewinnerin nahm Nae das Publikum am Gaswerk mit in genau diese Gefühlswelt. In ihren Songs geht es um Identitätskrisen, Beziehungen und Freundschaften und darum, wie kompliziert all das manchmal sein kann.

Neben ihren eigenen Songs sang Nae eine eigene Version von Nina Chubas „3 Uhr Nachts“, in dem es um den Verlust einer Freundschaft geht. Passend dazu folgte mit „girls girl“ ein eigener Song über eine Freundschaft, die wegen eines Typen auseinanderbricht.

Damit erzählt Nae über Erlebnisse, die fast jeder schonmal erlebt hat und sorgte mit reichlich Energie auf der Bühne für einen stimmungsvollen Auftakt.

Dani Lia

„Kannst du ausnahmsweise heute länger noch da sein? Dann kommst du halt ma' morgen verkatert zur Arbeit“

Kurz darauf kam Dani Lia und brachte Yola mit auf die Bühne. Sie sangen gemeinsam, tanzten und lachten und sorgten dabei für jede Menge gute Laune. In ihrem gemeinsamen Song „ausnahmsweise“ geht es genau um dieses Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit. Diese Stimmung sprang auch schnell auf das Publikum über.

Doch Dani Lias Musik kann auch ganz anders klingen. In ihren eigenen Songs geht es oft um Herzschmerz, Verlust, Einsamkeit und innere Wunden. Besonders ihr viraler Song „alles verloren“ zeigt diese melancholische Seite. In diesem Song geht es um das Ende einer Beziehung, bei dem die Gefühle auf einer Seite nicht mehr so sind wie früher und den schwierigen Moment, in dem sie das ehrlich ausspricht, obwohl sie weiß, dass sie damit den anderen verletzt.

Dani Lias Auftritt überzeugte durch genau diese Abwechslung: Mal leicht und ausgelassen, mal ruhig und voller Gefühl.

Jonny Mahoro

„Ich bin grad in einer Zwischenphase. Zwischen ‚Ich schaff’ alles‘ und ‚Ist alles schwierig grade‘.“

Dieses Gefühl wird wohl jeder junge Erwachsene kennen. In seinem Song „Zwischenphase“ singt Jonny Mahoro über die Überforderung des Erwachsenwerdens und den ständigen Vergleich mit anderen. Während es bei allen anderen scheinbar vorangeht, fragt man sich selbst schnell, ob man eigentlich hinterher ist.

Seine Songs handeln dabei meistens um persönliche Erfahrungen, weswegen sich auch viele in seinen Texten wiedererkennen können. Auch sein Song „Zukunftangst“ handelt von Sorgen, Zweifeln und Ängsten. Wo werde ich in fünf Jahren stehen? Welchen Job werde ich haben? Und wird in der Liebe alles gut gehen?

Genau das machte Jonny Mahoro und seinen Auftritt so besonders. Zwischen ruhigen Momenten und emotionalen Songs entstand eine Atmosphäre, in der man sich mit seinen eigenen Gedanken und Unsicherheiten ein kleines Stück verstanden fühlen konnte.

Kayla Shyx

„Lieb' dich eigentlich, aber nie begreifst du, wie ich bei dir nur ein kleines Stück ich selbst war.“

Kaylas Texte treffen direkt ins Herz. In ihrem Song „lieb dich eigentlich :(“ geht es um eine Fernbeziehung, in der die Gefühle zwar noch da sind, man sich selbst aber zunehmend verliert. Zwischen Liebe und Verzweiflung folgt die Erkenntnis das Loslassen manchmal die richtige Entscheidung ist.

Die Youtuberin und Schauspielerin Kayla Shyx veröffentliche 2024 ihren ersten Song und 2025 ihr erstes Album „Sad Girl Summer“ und verarbeitet dort vor allem persönliche Erfahrungen. Zwischen melancholischen Sounds und ihrer zarten, verletzlichen Stimme geht es dabei nicht immer nur um Liebeskummer, sondern auch um Selbstzweifel und schwierige Phasen im eigenen Leben. Der „Sad Girl Summer“ ist dabei so etwas wie die etwas traurigere Version des hot girl summers: Während draußen alles nach Sonne, Leichtigkeit und guter Laune aussieht, sieht es im eigenen Kopf ganz anders aus.

Am Gaswerk brachte Kayla diese Mischung aus Melancholie und Herzschmerz auf die Bühne. Neben ihren bereits veröffentlichten Songs hatte sie auch „Oktober“ dabei, einen neuen Song über Beziehungen, die im Winter beginnen, weil niemand in der kalten Jahreszeit allein sein möchte und spätestens im Sommer wieder auseinandergehen.

Trotz der teilweise traurigen Themen war Kaylas Auftritt alles andere als bedrückt. Mit viel Energie, Freude und einer spürbaren Nähe zum Publikum schaffte sie es, die Leute zu begeistern.

Jassin

„Bitte sei vorsichtig, wenn du mich küsst. Ich bin zerbrechlich wie ein kleines Kind“

Nach Kaylas melancholischen Songs ging es mit Jassin emotional weiter. In seinem Song „Bitte sei vorsichtig“ erzählt Jassin davon, seinen Traum als Sänger zu verfolgen und alte Traumata hinter sich zu lassen. Doch hinter dem Erfolg versteckt sich immer noch das kleine zerbrechliche Kind in ihm. Ein sehr persönlicher Song über die Angst jemand zu nah an sich ranzulassen und verletzt zu werden.

Jassin ist für seine ehrlichen und direkten Texte bekannt und nimmt dabei auch schwierige Themen kein bisschen aus. In „Wann trennt ihr euch?“ verarbeitet er beispielsweise die Scheidung seiner Eltern und erzählt aus der Perspektive eines Kindes von Streit, Distanz und dem Wunsch, dass seine Eltern endlich getrennte Wege gehen. Auch in „Wellness am Scherbenmeer“ wird es persönlich und erzählt von zerplatzten Träumen, Einsamkeit und dem Gefühl, nirgendwo so richtig dazuzugehören. Doch auch über Rassismus, Ausgrenzung und gesellschaftliche Ungleichheit singt Jassin in seinen Songs.

Jassin sorgte für einen emotionalen und besonderen Abschluss. Dabei gingen seine Songs gingen nicht nur ins Ohr, sondern auch ein Stück weit auch unter die Haut.

Mehr als nur Musik

Und alls die letzen Töne verklungen waren, blieb vor allem eines: das Gefühl einen Abend erlebt zu haben, bei dem man sich in vielen der Songs selbst wiederfinden konnte. Ob Herzschmerz oder Zukunftsängste: Die fünf Acts zeigen, dass man mit seinen Gedanken und Gefühlen nicht allein ist. Und genau darin liegt die besondere Kraft ihrer Musik.