Luisa ist hier - So helfen Clubs gegen sexuelle Belästigung

Gerade für Frauen ist ein Besuch in Clubs oder anderen gastronomischen Etablissements nicht immer einfach, denn sexuelle Belästigung lauert an jeder Ecke. Das Projekt „Luisa ist hier“ will Betroffenen Hilfe vor Ort geben.

Luisa ist hier - So helfen Clubs gegen sexuelle Belästigung

Nein heißt Nein - diese einfach Tatsache scheinen viele Menschen (zum Großteil Männer) trotz all der Debatten und Hashtag-Aktionen wie #metoo leider immer noch nicht verstanden zu haben. Auch weiterhin kommt es allzu oft vor, dass sich Typen im angetrunkenen Eifer und der aufgeheizten Atmosphäre des Clubs an Frauen ranschmeißen, ihr Glück versuchen und sich im Falle des Fehlschlags nicht mit einem Korb abwimmeln lassen. Dann kann es schnell ganz ungemütlich werden.

Um die Frauen zu beschützen, bevor sie möglicherweise zu Opfern werden, wurde die Kampagne „Luisa ist hier“ vom Münsteraner Frauen-Notruf ins Leben gerufen. Damit haben Frauen, die sich von jemandem bedrängt, sexuell belästigt oder einfach unsicher und bedroht fühlen, einen neuen und cleveren Ausweg aus ungemütlichen Situationen. Mit der Frage „Ist Luisa hier?“ können sie sich ans Personal wenden und bekommen unmittelbar und diskret Hilfe. Die Frau entscheidet selbst, welche Hilfemöglichkeit sie in Anspruch nehmen will, z.B. ein Taxi oder Freunde/Freundinnen rufen.

Das Projekt ist auch längst nicht mehr nur in Münster vertreten. Mittlerweile hat es sich auf mehrere Bundesländer ausgebreitet und ist sogar in Zürich und Innsbruck vertreten. Falls ihr in Augsburg feiern seid und es soweit kommt, dass ihr diesen Dienst auch in Anspruch nehmen wollt, wird euch in folgenden Locations geholfen: Backsidebar, Bob´s Punkrockpizzeria, Enchilada, Hallo Werner, Kantine, Kesselhaus, Mauser Club, Max Stadl, NoxClub, Panda Club, Peaches, Sausalitos, Soho Stage, SpectrumClub, Beim Weissen Lamm. Da es auch schon unangenehm werden kann, wenn ein Date nicht so reibungslos läuft und einer der Gesprächspartner zu aufdringlich wird, machen mittlerweile auch Cafés wie das AKTI:F Café mit.

Wir finden, dass „Luisa ist hier“ eine sinnvolle, unkomplizierte und leider notwendige Hilfe ist. Selbstverständlich bekämpft es das Problem nicht an der Wurzel, aber das muss es ja auch gar nicht. Denn dann sind wir und eine gehörige Portion Selbstreflexion, Empathie und Anstand beim nächsten Clubbesuch oder Date gefragt.

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