Poetry Slam in Augsburg: Ein Spiel mit der Sprache

Sprache ist mehr als nur ein Mittel der Kommunikation. Sie bietet die Möglichkeit unglaubliche Dinge zu erschaffen. Genau das zeigen auch die Künstler beim Poetry Slam in Augsburg, indem sie mit Worten spielen.

Poetry Slam in Augsburg: Ein Spiel mit der Sprache

Lediglich mit einem Blatt Papier stehen sie auf der Bühne. Ihre Kunst? Eine exzellente Beherrschung der deutschen Sprache. Durch ihre Redegewandtheit, Ironie und Wortwitz schaffen sie es, jeden Einzelnen in dem bis oben hin gefüllten Zuschauerraum gebannt an ihren Lippen hängen zu lassen. Und das ganz ohne Hilfsmittel! Viel hängt bei den Vorträgen mit Improvisation zusammen. Besucht man einen Poetry Slam, ist vorher nie klar, was einen dort erwartet. Doch eines ist sicher: es wird ein unvergesslicher Abend.

Ursprünge des Poetry Slams

Die USA sind die Wiege des Poetry Slam. Die erste Aufführung dieser Art fand 1986 im „The Green Mill“, einem der ältesten Jazz-Clubs Chicagos statt. Veranstalter war der Gedichte schreibende Bauarbeiter Marc Kelley Smith, der seitdem als Begründer des Poetry Slams gilt. Er war gelangweilt von den klassischen Lesungen, bei denen das Publikum immer nur schweigend zuhören musste. Stattdessen wollte er mehr Performance auf der Bühne und gleichzeitig auch die Menge stärker in die Show integrieren. Beim Poetry Slam ist dabei nicht nur die Meinung der Zuschauer gefragt, sondern auch jedem die Möglichkeit geboten, spontan aufzutreten. Seine Idee war ein voller Erfolg. Innerhalb weniger Jahre verbreitete sich das Format auf der ganzen Welt und Leute in London, Stockholm, Berlin und Augsburg fingen an zusammen zu slammen. Seit 1997 gibt es in Deutschland sogar eine Meisterschaft, bei der einmal im Jahr der „Poetry Slam Landesmeister“ gekürt wird.

Poetry Slam in Augsburg

Augsburg gehört nicht nur zu den zehn ältesten deutschen Slam-Städten – hier fanden sogar schon die Bayerischen und die Deutschsprachigen Meisterschaften statt. Und auch heute noch heißt es: Bühne frei für jedermann!

Grand Slam

Einmal im Monat findet auf der brechtbühne im Gaswerk ein Poetry Slam statt. Niemand weiß, was einem an diesem Abend erwartet. Weder die Veranstalter noch der Moderator Horst Thieme, der gekonnt und gewitzt das Publikum anheizt. Denn neben den geladenen Künstlern hat jeder Zuschauer die Möglichkeit, sich vor dem Slam freiwillig als Autor zu melden. Erst während der Show werden die Namen aus einem Lostopf gezogen, sodass weder Reihenfolge noch Künstler vor der Show feststehen. Auch zum Inhalt gibt es keine strikten Vorgaben. Ob lustig oder besinnlich, in Form eines Liedes, Gedichts oder als Prosatext – das alles bleibt den Autoren selbst überlassen. Die einzige Regel: Verboten sind Requisiten oder Instrumente. Der zehnminütige Vortrag sollte einzig und allein verbal erfolgen.

Am Ende eines jeden Slams soll es natürlich auch einen Sieger geben. Die Jury? Das Publikum. Durch Klatschen, Jubeln und Schreien können sie für ihren Favoriten stimmen, der dann mit einem Preis belohnt wird.

Am kommenden Donnerstag, den 29. September, wird der Grand Slam des Staatstheaters Augsburg stattfinden. Eingeladen sind Kai Bosch aus Backnang, Valo Christiansen aus Bochum, Christian Schmitz-Linnartz aus München und Pascal Simon aus Regensburg. Ihr seid mutig und bereit eine Menge zum Toben zu bringen? Dann lasst euch diese Chance nicht entgehen! Eine Stunde vor Beginn könnt ihr euch auf der Liste eintragen und dann müsst ihr nur noch auf das Losglück hoffen. Selbst wenn ihr nicht slammen könnt, so habt ihr dennoch etwas gewonnen: Für alle Bewerber ist der Eintritt kostenlos.

Wann? Donnerstag, den 29. September um 20.30 Uhr

Wo? brechtbühne im Gaswerk

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