So wird aus einem alten Klavier ein Play Me I'm Yours-Klavier

Elena Meinhardt ist eine von insgesamt 10 KünstlerInnen und Künstlerteams, die für die diesjährige Play Me I'm Yours-Aktion Klaviere gestalten. Wir haben die Künstlerin und ihr Klavier besucht. Wie weit sie wohl schon ist?

So wird aus einem alten Klavier ein Play Me I'm Yours-Klavier

Es ist immer wieder eine Überraschung im frühen Herbst die individuell und aufwendig gestalteten Klaviere, verteilt in der ganzen Stadt, zu entdecken. Dieses Jahr haben wir die Künstlerin Elena Meinhardt begleitet, die einem der insgesamt 10 Klaviere frische Farbe und neuen Glanz gibt.

So hat alles angefangen

Elena nutzte den Lockdown hautsächlich, um Portraits zu malen und hat inzwischen sogar ihr eigenes Atelier.

Wir wollten von Elena wissen, wie es dazu kam, dass sie bei Play Me I’m Yours (PMIY) als Künstlerin dabei ist. „Alles hat mit einem Erlebnis im letzten Jahr angefangen“, erzählt Elena. Damals hatte sie eine schreckliche Woche hinter sich und lief niedergeschlagen durch die Augsburger Altstadt. „Auf einmal, während ich so verloren vor mich hin trottete, ertönten wunderschöne Klavierklänge, die mich aus meinen Gedanken herausrissen.“ Die Klaviermusik zog sie sofort in den Bann und sie setzte sich an den Holbeinplatz und lauschte. „In diesem magischen Moment wurde mir bewusst, dass es okay ist, wenn es mal nicht wie geplant läuft“, erinnert sie sich.

Die Erfahrung, die sie an dem Tag machte, führte schließlich dazu, dass sie heute selbst Klavier-Gestalterin ist und inspirierte sie gleichzeitig zu ihrem Konzept für das Klavierdesign: „Situation normal, all fucked up“, kurz „SNAFU“.

Von den ersten Linien …

… zum bunt strahlenden Kunstwerk:

Elenas Statement

„Manchmal läuft einfach alles schief oder wir ärgern uns über eine Kleinigkeit, die in diesem Moment total wichtig für uns ist“, sagt Elena. In solchen Situationen sei es wichtig, zu akzeptieren, dass nicht alles perfekt und makellos im Leben laufen kann. „Jedem Menschen geht es einmal so, und es gehört zum Leben dazu“, meint sie. Der Spruch, der in goldener Schrift auf dem Klavier prangt – „When everything seems to be f*cked up: I’m here for you!“ – soll das unterstreichen und zeigen, dass es oft ebenso schön ist, jemanden oder etwas an seiner Seite zu haben, der einen in schweren Momenten begeitet. Auch wenn dadurch das eigentliche Problem nicht unbedingt verschwindet. „Wir sollten damit aufhören, schlechten Gefühlen keinen Raum zu geben und uns hinter einer falschen positiven Fassade verstecken“, meint Elena, „Fehler zu machen und zu Scheitern gehört genauso zu unserem Leben und greift uns als Mensch, als Person, nicht an.“

Die Tücken beim Klavier-Gestalten

Einen knappen Monat hat Elena noch Zeit ihr Werk fertigzustellen. Sie sei zuversichtlich es pünktlich zu schaffen. Das schwierigste für sie war es bisher, sich für die Farbpalette zu entscheiden. „Ich habe lange hin und her überlegt, welche Farben am besten miteinander harmonieren“, erzählt sie. Aber nun, wo das Konzept und die Farben stehen, ginge alles zügig. Wie viele Stunden sie schon mit dem Bemalen des Klaviers verbracht hat, kann sie nicht mehr sagen. „Es sind sehr sehr viele, aber es ist letzten Endes sehr erfüllend, es ist meine Leidenschaft“, sagt sie. Eine große Herausforderung warte allerdings noch: „Ich bin gespannt, wie ich es hinbekomme, die Wellen vorne auf dem Klavier mit denen auf der Rückseite zu verbinden.“

Wie die Rückseite des Klaviers aussieht, wollen wir euch noch nicht verraten. Hier steckt Künstlerin auch noch mitten in der Ausarbeitung. Übrigens: Elena hat eine kleine Überraschung für euch eingebaut. Ob ihr sie entdecken werdet?

Alle fertig gestalteten Klaviere werden ab dem 3. September ausgestellt werden und zum Spielen einladen. Wir sind gespannt, wo Elenas Klavier zu sehen sein wird.

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