Bye Tampon, hallo Tasse, hallo Period-Positivity! Das zeigt die Umfrage

Wir haben euch Augsburger Mädels gefragt, welche Periodenprodukte euch überzeugen und welchen Blick ihr auf die Period-Positivity-Debatte habt. Das ist dabei herausgekommen.

Bye Tampon, hallo Tasse, hallo Period-Positivity! Das zeigt die Umfrage

In den vergangenen zwei Jahren wurde das Thema weibliche Menstruation immer mehr aus der Tabu-Zone gezerrt. Sei es durch Werbung für Binden mit roter Flüssigkeit, sei es in der Social-Media Welt durch die Hashtags #periodpositivity und #stopperiodshaming oder durch Podcasts und YouTube-Produktionen, in denen offen über die Periode gesprochen wird.

Zeitgleich haben einige neue Menstruationsprodukte die Drogeriemärkte und Online-Shops erobert: Vor allem Menstruationstassen und Periodenunterwäsche.

Wir haben uns zum einen gefragt, ob die neuen Menstruationsprodukte die alten, wie beispielsweise Tampons und Binden, tatsächlich bereits ablösen. Zum anderen hat uns interessiert, ob ihr das Gefühl habt, dass sich das Tabu um die Periode abbaut.

Dazu haben wir einen Fragebogen erstellt, den viele von euch durchgegangen sind. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben.

Ergebnisse der Umfrage

Am meisten verwendet

Wir haben zuerst nach dem Ist-Zustand gefragt. Heißt, welche Periodenprodukte verwendet ihr derzeit regelmäßig? Zur Auswahl standen: Tampons, Binden, Slipeinlagen, Menstruationstassen, Periodenunterwäsche und Menstruationsschwämme. Das Ergebnis: Die Antworten verteilen sich ziemlich gleichmäßig auf Tampons, Menstruationstassen und Slipeinlagen. Etwas weniger häufig wurden Binden angegeben. Periodenunterwäsche und Menstruationsschwämme verwendet aktuell der kleinste Teil aller Umfrageteilnehmerinnen.

Neu entdeckt

In den vergangenen ein bis drei Jahren habt ihr ein paar Menstruationsprodukte neu für euch entdeckt. Hier konnte unser subjektives Gefühl bestätigt werden, dass Tassen und Co. Tampons und Binden tatsächlich ablösen könnten. Die meisten von euch gaben hier Menstruationstassen und Periodenunterwäsche an.

Schlechte Erfahrungen

Wir haben euch auch gefragt, ob ihr mit einem der Produkte jemals schlechte Erfahrungen gemacht habt. Das Ergebnis zeigt: 50 Prozent aller Umfrageteilnehmerinnen haben mit Tampons und sogar 52 Prozent haben mit Binden keine guten Erfahrungen gemacht. Nur 20 Prozent von euch kommen mit Tassen nicht zurecht.

Das Tabu-Thema Periode

Hat das Tabu um die Periode in den vergangenen Jahren abgenommen? Wir haben euch nach eurer Einschätzung gefragt. Die Auswertung der Umfrage zeigt, dass ihr überzeugt davon seid, dass das Tabu abnimmt. Über 50 Prozent der Teilnehmerinnen gaben an, dass sich in dem Bereich zumindest etwas getan hat. Über 40 Prozent glauben, dass sich sogar viel getan hat. Nur knappe sechs Prozent sind der Meinung, dass das Tabu noch genauso besteht, wie noch vor zehn Jahren.

Peinlicher Einkauf?

Inwieweit das Thema Periode noch tabuisiert wird oder nicht, lässt sich auch daran messen, wie schambesetzt allein der Kauf von Produkten ist. Daher stellten wir euch die Frage, ob es euch unangenehm ist, Periodenprodukte zu kaufen. Das Ergebnis: Einem Großteil von euch ist es gar nicht unangenehm Binden, Tassen und Tampons einzukaufen (knapp 60 Prozent). Doch immerhin 34 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen gaben an, es sei ihnen etwas unangenehm.

Das wolltet ihr noch loswerden

Wir haben euch in der Umfrage noch Platz für eure eigenen Gedanken gelassen. Den haben ein paar von euch genutzt und unter anderem das Thema kostenfreie Periodenprodukte angesprochen.

Gut, dass es heute so viel Auswahl gibt

„Ich finde es voll gut, dass mehr über das Thema gesprochen wird und es mittlerweile so viel Auswahl an Menstruationsprodukten gibt. Als bei mir die Periode losging im Teenager-Alter, gab es eigentlich nur Tampons oder Binden zur Auswahl. Zumindest war mir nichts anderes bekannt. Bis ich vor zirka drei Jahren die Menstruationstasse für mich (durch Zufall) entdeckt habe. Seitdem ist sie für mich nicht mehr wegzudenken. Sie macht die Periode für mich so viel angenehmer.“

Kostenfreie Periodenprodukte

„Periodenprodukte sollten für Bedürftige kostenlos sein. Eventuell sollten diese kostenlos in Apotheken erhältlich sein oder bei der Tafel. Augsburg könnte hier den ersten Schritt machen.“

Günstigere Periodenprodukte

„Ich fand die Steuersenkung aus Tampons einen wirklich guten Schritt!“

Wo sind Periodenprodukte kostenlos?

Periodenprodukte sind teuer. Heißt, wer sich als Frau während der Menstruation sicher fühlen möchte, muss dafür ordentlich investieren. Das heißt auch, dass es Frauen gibt, die sich keine oder nicht ausreichend Periodenprodukte leisten können. Das ist ein Missstand, der immer wieder von Organisationen und Initiativen angeprangert wird. Vor etwa einem Jahr hat sich daraufhin etwas getan: Seit Anfang 2020 entfällt in Deutschland auf Periodenprodukte nicht länger 19 Prozent Mehrwertsteuer, sondern sieben Prozent.

Andere Länder gehen weiter: In Australien, Kanada, Irland und Kenia sind Menstruationsprodukte komplett von der Steuer befreit. In Schottland wurde Ende 2020 beschlossen, dass Menstruationsprodukte kostenfrei zugänglich sein sollten. Universitäten und Hochschulen sowie öffentliche Einrichtungen sind nun verpflichtet, diese Artikel in den Toiletten frei zur Verfügung zu stellen. Auch in Frankreich gibt es seit diesem Jahr kostenfreie Hygieneartikel an Universitäten.

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