Wen München-Pendler morgens im Zug treffen

Sie meckern, sie essen, sie schubsen. Bahnfahren ist ein Erlebnis für sich.

Wen München-Pendler morgens im Zug treffen

Ein fachmännischer Blick auf die Menschen morgens zwischen 6 und 8 Uhr zeigt: Nicht alle Pendler in der Flora und Fauna des Zuges sind gleich. Nach intensiver Beobachtung haben wir die fünf wichtigsten Arten für euch zusammengestellt:

  1. Das Faultier

    Faultiere schlafen zwischen 15 und 20 Stunden am Tag. Unmöglich also im Zug wach zu bleiben. Das Faultier ist deshalb bestens gerüstet und bereitet sich vor, indem es ein flauschiges Kissen mitnimmt. Mit der Jacke als Decke ist es dann fast so kuschelig wie im eigenen Baum. Beim Schlafen kommen allerdings die seltsamsten Geräusche aus dem Faultier heraus - ist ihm aber egal, hauptsache entspannen. Probleme hat das Faultier nur, wenn es aussteigen muss und aus dem Land der Träume entrissen wird. Zum Glück zeigt ihm der Gorilla mit einem kräftigen Schlag auf die Schulter, dass es nun an der Zeit für Leistung ist.

  2. Der Gorilla

    Schon vor dem Weg in die Arbeit hat der Gorilla bereits ein komplettes Workout bewältigt und eine große Portion Proteine gegessen, damit er später im Bürojungel seine Mitarbeiter unter Kontrolle hat. Schlapp machen gilt für diese nämlich nicht. Während der Zugfahrt breitet er sein Eigentum über Sitze und Tische aus. Beschwerden der anderen Bewohner werden einfach ignoriert, denn er ist schließlich der Boss. In 45 Minuten werden dann böse E-Mails an Unterlegene verschickt, das nächste Projekt zur Weltherrschaft geplant und geschaut, ob noch animalisch Treffen mit der Sekretärin in der Mittagspause machbar sind. Steht der Zug, springt der Gorilla raus, stößt alles um, was im Weg steht, und sprintet zum Arbeitsplatz. Zeit ist schließlich Geld.

  3. Der Hamster

    Den Zug benutzt der Hamster als eigenes Bistro. So lässt sich das ewige Hamsterrad Tag aus Tag ein nicht nur besser aushalten, auch die langweilige Zugfahrt hat damit einen Sinn bekommen. Der Proviant wird im Vorfeld entweder am Bahnhof besorgt oder in Tupperdosen von Zuhause mitgebracht. Gerüstet ist der Hamster damit zwar für den Dritten Weltkrieg, doch man kann schließlich nie wissen, mit welchen Aufgaben ihn der Gorilla quält. Gefressen wird deshalb erstmal für den ganzen Tag und das in einer unglaublichen Rekordzeit. Dabei bekommt der ein oder andere Nachbar Kaffeespritzer, Semmelreste, sowie den üblen Geruch merkwürdiger Eigenkreationen zu spüren. Nur beim Schokocroissant, da ist man dann schon neidisch.

  4. Der Pfau

    In 10 Zentimeter High-Heels stolziert der Pfau zum Zug und genießt dabei begierige Blicke. Er stand ja schließlich nicht zwei Stunden umsonst im Bad, wo er sein prächtiges Gefieder herausgeputzt hat. Die Farben seines Flaums sind perfekt aufeinander abgestimmt -unauffällige Tarnfarben sind nichts für den Pfau. Aus Angst am Ende der Zugfahrt so verschlafen wie das Faultier auszusehen, versteckt sich in seiner Designertasche eine komplette Douglas Filiale. Durch das Versprühen seines Duftes markiert er sein Territorium und verscheucht ungeliebte Feinde. Konkurrenz hasst der Pfau nämlich und muss, um seine Präsenz unter Beweis zu stellen, permanent sein Äußeres aufpolieren. Dann wird auch der nächste Bahnhof zum Laufsteg.

  5. Der Packesel

    Auf der Wanderung zu fernliegenden Zielen hat der Packesel Koffer, Rucksäcke und Taschen für eine Weltreise dabei. Im Schlepptau dabei sind außerdem eine Horde Kinder plus stets meckernder Partner. Diesen nennt er auch liebevoll alte Ziege. Zusammen schaffen sie es, ihre Koffer beim Hochheben an die Köpfe Unschuldiger zu schlagen, dies aber gekonnt zu ignorieren, da man schließlich gezahlt hat. Und stur wie der Esel ist, wird das Taschenstapeln in lauter Manier weitergeführt, bis auch das letzte Stück untergebracht ist. Nachdem sie ca. 10 Minuten ruhig auf ihren Plätzen saßen, die Kinder als Belohnung eine Möhre essen durften, ist die Fahrt bereits vorbei. Gepäck wird wieder heruntergeholt, um die ganze Prozedur im nächsten Zug wiederholen zu können.

Welche interessanten Gattungen konntet ihr bisher beim Bahnfahren entdecken ?

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