Patrick Jung übernimmt die Leitung des Modular Festivals

Nachdem in diesem Jahr der Umzug des Modular Festivals gut überstanden ist, war nun auch die Zeit für interne Veränderungen. So übernimmt Patrick Jung die Leitung des Festivals und folgt auf Christoph Elwert.

Patrick Jung übernimmt die Leitung des Modular Festivals

Noch ist es ruhig in den Büroräumen des Stadtjugendrings. Das Modular 2019 ist geschafft, die offenen Posten sind abgearbeitet, der Sommer verabschiedet sich auch langsam und die Vorbereitungen für die nächste Ausgabe des Augsburger Vorzeige-Festivals starten. Damit einher gehen auch einige personelle Veränderungen, von denen eine gewichtige schon bekannt ist. Festivalleiter Christoph Elwert gibt den Führungsstab weiter an Patrick Jung, der zuletzt als Leiter der Produktion des Festivals involviert war. Seit letzter Woche hat der 30-Jährige offiziell seine neue Position eingenommen, im Oktober soll dann das neu aufgestellte Team richtig durchstarten. Die Ambitionen sind jedenfalls groß: „Es wird sich definitiv etwas verändern“, kündigt Patrick an. „Es ist mir aber wichtig, dass das ganze Team in diesen Prozess involviert wird“.

„Ich bin quasi aus der Kantinentür raus und direkt rein ins Festival“

Bevor der gebürtige Schwabmünchner seine Berufung im Festival-Business gefunden hat, war eine längere Selbstfindungsphase vorgeschaltet. Der ursprünglich gelernte Bäcker und Konditor machte seinen Zivildienst und nach einem längeren Auslandsaufenthalt war für Patrick klar: „Das kann es doch nicht gewesen sein“. Also wurde das Abi nachgeholt und auch ein Studium angefangen. Das Studentensein war jedoch nicht das Wahre für den jungen Macher und so hängte er eine dritte Ausbildung als Veranstaltungskaufmann in der Musikkantine an. Am Ende gab es auch gleich ein Angebot des Stadtjugendrings für die Produktionsleitung des Modulars – „Ich bin quasi aus der Kantinentür raus und direkt rein ins Festival“, erklärt Patrick.

Programmpunkte statt Kabelquerschnitte

Teil des Modulars war Patrick aber schon vorher. 2015 wurde ihm die Organisation der Volunteers anvertraut, weil bis dato das Singoldsand Festival, das er auch heute noch leitet, mit seinen ehrenamtlichen Helfern das einzige partizipative Konzept war, das adaptiert werden konnte. Jetzt, vier Jahre später, darf er sich auch um die Inhalte kümmern. „Nachdem ich mich die letzten Jahre als Produktionsleiter mit Hardfacts wie Kabelquerschnitten, Ab- und Frischwasser und technischen Vorplanungen beschäftigt habe, ist es jetzt an der Zeit, dem Konzept einen inhaltlichen Stempel aufzudrücken und meine Ideen einfließen zu lassen“, erzählt der frischgebackene Festivalleiter lachend.

„Man muss schon sagen, dass das Festival und der Aufbau auf eine gewisse Art und Weise das Lebenswerk des Christoph Elwert ist“

Es sind große Fußstapfen, die zu füllen sind. Patrick hat großen Respekt für die Arbeit seines Vorgängers: „Man muss schon sagen, dass das Festival und der Aufbau auf eine gewisse Art und Weise das Lebenswerk des Christoph Elwert ist“. Das Modular habe unter seiner Leitung eine sehr schöne Entwicklung durchgemacht.

Erster Meilenstein war 2015 selbstverständlich das hart erkämpfte Recht, das Modular jährlich veranstalten zu können. „Das war bis heute die schönste Ausgabe des Festivals, die wir organisieren durften“, schwelgt Patrick in Erinnerungen. „Da hatten wir alle so das Gefühl: Okay, wir werden Weltmeister. Wir holen die Welt nach Augsburg“. Es herrschte Aufbruchstimmung und ein schönes Lebensgefühl, dass vom Kernteam über die Volunteers zu den Gästen geschwappt ist. „Jeder, der als Gast da war, hat sich so gedacht: Die Stadt kann doch was. Was haben wir eigentlich für coole Künstler und Programmmacher?“ schildert der 30-Jährige. Das war die Initialzündung, die 2016 unterfüttert wurde und 2017 den Highscore schafft. Patrick resümiert: „Christoph hat es geschafft, Jahr für Jahr noch eine Schippe draufzulegen.“

Eine neue Ära für das Modular

Dann kam der Umzug in diesem Jahr. Ein ganz großes Experiment, weil lange nicht klar war, was für einen Baufortschritt das Gaswerkareal als Veranstaltungsstätte hat. Für Patrick ist es zu einem positiven Auftakt für das Gelände geworden, auch wenn oft von allen Seiten die Frage aufgeworfen wurde, ob es im Wittelsbacher Park nicht schöner war. „Ich vergleiche das gerne mit den Star Wars-Fans“, erläutert der Festivalleiter. „Wenn du es schaffst, dass die alten Nerds aus dem neuen Streifen rauskommen und meinen: So schlecht war es eigentlich gar nicht, dann war es ein verdammt guter Film“. Beim Modular klangen die Rückmeldungen der Hardliner laut ihm im Querschnitt auch: So schlecht war es eigentlich gar nicht.

Es ist Zeit für die Metamorphose

Im Zuge des Umzugs hat das Team auch gesehen, dass es an der Zeit ist, das Festival anders darzustellen. „So wie sich Jugendkultur wandelt und wandelbar ist, war für uns im Büro und vor allem Christoph klar, dieses Festival in einen neuen Heimathafen einfliegen zu lassen“, stellt Patrick fest. „Man kann auch sagen, dass die ‚alte Riege‘ mit Christoph und Franz Schenck dieses Festival sanft gelandet haben und etwas hinterlassen haben, womit man gesund arbeiten kann“

Bis 2022 laufen die Verträge mit Stadtwerken und der Stadt, bis dahin ist die Location im Gaswerk fest. Für Patrick liegt das Festival aber gerade noch in einem Kokon. Es ist nun der richtige Zeitpunkt für Veränderungen, damit ein Schmetterling daraus wird. „Nicht weil es schlecht war, sondern weil es immer noch das Konzept des Wittelsbacher Parks ist, das ins Gaswerk reingepresst wurde.“ Jetzt geht es darum, die Programminhalte an die Bedürfnisse des neuen Areals anzupassen und dabei eine Zeitgeistentwicklung mitzunehmen. Das Festival soll interaktiver werden, die Zeiten der Berieselung sind vorbei. Der Gast muss noch mehr in Programmpunkte miteingebunden werden und das Ensemble des Gaswerkes bietet sehr viel Potential dafür.

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