Osterhase? Fehlanzeige: So wird Ostern in anderen Ländern gefeiert

Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesus und ein wichtiger Feiertag für die Christen. In Deutschland ist es Brauch, Eier zu bemalen und sie Kinder suchen zu lassen. Aber wie sieht es in anderen Ländern aus? Wir haben uns erkundigt.

Osterhase? Fehlanzeige: So wird Ostern in anderen Ländern gefeiert

An Ostern trifft sich meist die ganze Familie und feiert miteinander. Es gibt leckeres Essen, selbstgefärbte Eier und Schoko-Osterhasen, die die Kinder erst suchen müssen. Ihnen wird erzählt, dass der Osterhase vorbeikommt und ein kleines Körbchen mit Leckereien versteckt. Dieses Jahr muss das große Fest leider ausfallen. Es wird im kleinen Kreis gefeiert.

Woher stammt der Mythos um den Osterhasen?

Wie auch an Weihnachten, dachten sich Menschen zu Ostern unterschiedliche Mythen und Sagen aus, um das Fest dann entsprechend zu feiern. Diese unterscheiden sich von Land zu Land. Warum hier der Hase repräsentativ für Ostern steht, ist nicht genau bekannt. Es heißt, der Hase stehe für Zeugungskraft, Lebensgier und Lebenslust – passend zur Wiederauferstehung Christi. Außerdem sei er das Symbol der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin. Im Mittelalter habe die Kirche den Hasen als Sinnbild für Ostern übernommen.

Wie wird Ostern in anderen Ländern gefeiert?

Italien

In Italien leben viele Katholiken, weswegen Ostern dort oft groß gefeiert wird. Am Karfreitag werden kirchliche Umzüge veranstaltet. Da Jesus an diesem Tag gekreuzigt wurde, herrscht traurige Stimmung. Die Kirchengemeinde zieht dabei mit Lichtern und einem Kreuz durch die Straßen. Im Süden finden die Umzüge nicht nur am Karfreitag statt, sondern die ganze Woche. Am Ostersonntag wird überall fröhlich gefeiert. Anders als in Deutschland, ist der Osterhase dort Nebensache. Ein wichtigeres Symbol ist die „Colomba“, die Ostertaube.

Russland

Anstatt „Frohe Ostern“ sagt man „Christus ist auferstanden“, zumindest die orthodoxe Kirchengemeinschaft in Russland. Dort wird auf zweierlei Weisen gefeiert: Einmal nach der Tradition der orthodoxen Christen, die Ostern immer zum ersten Vollmond des Frühlings feiern, und nach der Tradition der westlichen Christen. Die Ostereier sind in Russland sehr beliebt, weswegen sie oftmals kunstvoll verziert werden. Nach dem Bemalen werden sie an Verwandte und Freunde verschenkt. Der Osterhase spielt dort auch keine große Rolle.

Mexiko

Wie im Süden Italiens, wird in Mexiko die ganze Woche gefeiert. In der sogenannten „Semana Santa“ bleiben viele Geschäfte geschlossen. Auch Schüler und Studenten haben frei. Die Straßen werden mit bunten Girlanden geschmückt, die den Leidensweg Christi darstellen sollen. In den Bäckereien gibt es traditionelle Speisen wie „Capirotada“, einen süßen Brotauflauf mit Zimt, Rosinen und Käse. Von Gründonnerstag bis zum Ostersonntag sind keine Kirchenglocken zu hören. An Ostern, wenn die Kirchenglöcken wieder ertönen, wird groß gefeiert.

Australien

Auch in Australien gibt es eine Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt und am Gründonnerstag, den „Maundy Thursday“ oder auch „Holy Thursday“, endet. Anders als in anderen Ländern, werden am Aschermittwoch Pancakes gegessen. Am Karfreitag ist nationaler Feiertag. Ein Tag darauf, also am „Holy Saturday“, gibt es oftmals Familienfeiern und es werden Ausflüge geplant. Am „Easter Sunday“ und „Easter Monday“ wird die Auferstehung Christi gefeiert. Aufgrund der Gefahr von Buschbränden sind Osterfeuer strengstens verboten.

Finnland

In Finnland beginnt am Palmsonntag die „Stille Woche“. Es werden Freunde sowie Verwandte besucht und es gibt eine Weidenrute als Begrüßungsgeschenk. Anstatt an den Osterhasen, wird hier an Osterhexen geglaubt, die durch das Land fliegen und Unheil bringen. Das Osterfeuer soll diese vertreiben. Die Kinder machen sich diesen Mythos zum Spaß und verkleiden sich als Hexen. Sie ziehen durch die Straßen, drohen mit Rutenschlagreimen und verlangen nach Süßigkeiten. Das Ostereier-Bemalen ist dort ebenso Tradition.

Aufgrund von Corona wird dieses Jahr leider nicht so gefeiert werden können, wie oben beschrieben. Wie ihr Ostern stattdessen verbringen könnt, erfahrt in dem Artikel:

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