Organspende Ausweis: Wo man ihn in Augsburg bekommt

Organe spenden nach dem Hirntod? Viele sind dazu bereit. Das Problem: Nur wenige haben ihre Entscheidung schriftlich festgehalten. Warum der Organspendeausweis so wichtig ist und wo ihr ihn in Augsburg herbekommt, erfahrt ihr jetzt.

Organspende Ausweis: Wo man ihn in Augsburg bekommt

Dass viele Menschen keinen Organspendeausweis haben ist ein stückweit nachvollziehbar. Immerhin macht es nicht besonders Spaß, sich mit dem eigenen Ableben auseinanderzusetzen. Doch diese Hürde zu nehmen, kann anderen das Leben schenken.

Erstmals Schweinherz implantiert

Ärzten aus den USA ist es erstmals gelungen ein modifiziertes Schweineherz für eine Organtransplantation eines Menschen zu verwenden. Das berichtete die Tagesschau am elften Januar. Bislang geht es David Benett, dem Patienten gut und er hat das Herz nicht abgestoßen. Trotzdem heißt es noch abwarten. Nötig wurde das Ganze weil es zu wenig Spenderorgane gibt. Allein in Deutschland stehen mehr also 9.000 Menschen auf der Warteliste für Organe. Im Jahr 2020 starben über 760 Menschen, die auf dieser Warteliste standen. Die meisten Menschen, die auf ein Spenderorgan warten, benötigen eine Nierentransplantation, wie dem Bericht der Organspendeinfo zu entnehmen ist.

Organ- und Gewebetransplantationen gehören heute zum Standard der medizinischen Versorgung und können das Leben vieler schwerkranker Menschen retten oder die Lebensqualität deutlich verbessern.

Der Ausweis entlastet Angehörige im Ernstfall

Nur wer einen Organspendeausweis ausgefüllt oder seine Angehörigen über seinen Willen informiert hat, schützt sie davor, diese Entscheidung stellvertretend treffen zu müssen. Wenn man sich zu Lebzeiten nicht für oder gegen Organspende entschieden hat und verstirbt, müssen die Angehörigen über eine Organspende entscheiden. Gerade zu diesem schweren Zeitpunkt ist es für die meisten Menschen aber eine große Belastung, eine solche Entscheidung für den Verstorbenen zu treffen.

In den meisten Fällen sind die Angehörigen bei der Entscheidung auf sich allein gestellt und müssen mit dem Zweifel leben, gegen den Willen des Angehörigen gehandelt zu haben. Organspende ist eine Entscheidung, die selbst-bestimmt und aus dem Leben heraus getroffen werden sollte. Deswegen ist es auch wichtig einen Organspendeausweis zu besitzen - auch wenn man sich gegen die Spende entscheidet.

Im Organspendeausweis lässt sich außerdem eingrenzen, welche Organe oder Gewebe ihr im Ernstfall spenden möchtet. Das Einverständnis lässt sich generell für alle Organe erklären oder etwa auf bestimmte Organe und Gewebe beschränken. Wenn ihr die Entscheidung nicht selbst treffen möchtet, könnt ihr auf dem Organspendeausweis eine Kontaktperson angeben, die im Todesfall entscheidet. Es ist aber sinnvoll, die Person im Voraus darüber zu informieren.

Hier bekommt man einen Organspendeausweis

Online ausfüllen und ausdrucken

Ihr könnt den Ausweis ganz bequem von zu Hause online ausfüllen und ausdrucken. Wenn ihr in lieber als Plastikkarte möchtet, könnt ihr ihn euch nach dem ausfüllen auch kostenfrei zukommen lassen. Dazu geht ihr einfach auf die Internetseite der Organspende-Info.

Einwohnermeldeamt

Ihr müsst sowieso in ein Bürgerbüro, um euren Personalausweis oder Reisepass zu erneuern? Dann könnt ihr direkt nach dem Organspendeausweis fragen und ihn zu Hause ausfüllen.

Krankenkasse

Ruft einfach bei eurer Krankenkasse an und lasst euch kostenlos einen Organspendeausweis ausstellen.

Übrigens: Um mehr Leben retten zu können, hat die Gesundheitspolitik im Transplantationsgesetz (§ 2 TPG) festgelegt, dass alle gesetzlichen Krankenkassen dazu verpflichtet sind, allen Versicherten ab 16 Jahren postalisch alle zwei Jahre Informationen zur Organspende und einen Organspendeausweis zuzuschicken. Ihr bekommt also vielleicht bald wieder einen zugeschickt.

Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser

Auch beim nächsten Hausarzt-Besuch könnt ihr nach einem Organspendeausweis fragen. Ebenso in Apotheken und Krankenhäusern.

Organspendeausweis in mehreren Sprachen erhältlich

Idealerweise hat man den Organspendeausweis immer bei sich. Denn ist er im Ernstfall nicht aufzufinden ist man nirgends als Organspender registriert. Er ist deshalb gut im Geldbeutel bei den Personalpapieren aufgehoben. Den Ausweis gibt es auch in verschiedenen Sprachen. Wenn ihr also mal eine längere Zeit im Ausland seid, könnt ihr das Dokument in der entsprechenden Landessprache herunterladen und ausfüllen. Dies geht beispielsweise auf der Internetseite der BzgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung).

Online Register für Organspenden

Um mehr Menschen für die Organspende zu gewinnen, soll im März dieses Jahrs in Deutschland ein Online-Register kommen, in dem sich für oder gegen die Organspende entscheiden kann. Ob das Register aber ab dem erstem März 2022 tatsächlich online gehen kann, ist noch unklar. Es wurde sich hierbei gegen den Gesetzesentwurf entschieden, dass jede/r ein/e OrganspenderIn ist, solange im Register kein Widerspruch eingetragen wurde. Es bleibt also die Entscheidung jedes Einzelnen und ihr müsst euch weiterhin aktiv für oder gegen die Organspende entscheiden.


Wenn ihr euch noch nicht sicher seid, ob ihr euch für oder gegen die Organspende entscheiden sollt, gibt es bei der BZgA ein Infotelefon für Organspende und viele weitere Informationsangebote.

Ihr wollt noch mehr Gutes tun? Informiert euch über Blutspenden in Augsburg:

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