Omikron: Ist ein Corona Schnelltest im Mund sicherer als in der Nase?

Mit einem Corona Selbsttest könnt ihr auch zu Hause erkennen, ob ihr infiziert seid. Doch solltet ihr jetzt lieber Tests im Rachen als in der Nase durchführen?

Omikron: Ist ein Corona Schnelltest im Mund sicherer als in der Nase?

Omikron hat die Pandemie noch einmal verändert. Die Inzidenzen steigen täglich in die Höhe. Die weltweit vorherrschende Variante scheint die mit Abstand ansteckendste zu sein. Seit Wochen laufen deswegen die Labore für PCR-Tests am Anschlag, die Flut der Proben aufgrund der vielen Neuinfektionen ist für sie schlicht nicht mehr zu bewältigen. Diese müssen deshalb nun priorisiert werden. Für viele ist also der Schnelltest die beste Möglichkeit.

Können Antigen-Schnelltests Omikron erkennen?

Die Schnelltests funktionieren auch bei Omikron, denn die weisen das sogenannte Nukleokapsid-Protein im Inneren des Virus nach. Anders als das stark mutierte Spike-Protein auf der Virushülle unterscheidet sich dieses Protein bei Omikron nur geringfügig von früheren Varianten. Deshalb schätzt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Schnelltests auch bei Omikron als geeignet ein.

Einer vorläufigen Studie zufolge, die die Sensitivität von Schnelltests auf das Omikron-Virus im Vergleich zu früheren Varianten untersucht, sind die Schnelltests allerdings weniger sensitiv für Omikron. So kommt es leichter vor, dass zumindest einige Schnelltests auch hoch positive, infektiöse Betroffene übersehen. Fünf der insgesamt sieben untersuchten Antigentests wiesen im Vergleich zur Delta-Variante eine geringere Sensitivität auf. Das heißt, sie haben positive Proben schlechter erkannt. Im Vergleich mit den PCR-Tests schlugen die Schnelltests deutlich später an, der Medianwert betrug drei Tage. Es wird deshalb empfohlen, zur Sicherheit mindestens einmal täglich einen Schnelltest zu machen, sollte eine Infektion befürchtet werden.

Das Paul-Ehrlich-Institut untersucht zurzeit, welche Tests auch bei Omikron zuverlässig sind. Die Ergebnisse sollen Mitte Februar vorliegen. Auf der Homepage des Instituts steht bisher eine Liste mit hunderten Tests, die für die vorherigen Varianten als empfehlenswert deklariert wurden.

Wie ihr einen zuverlässigen Selbsttest findet und was ihr bei der Anwendung beachten solltet lest ihr hier:

Ist der Nasen-Abstrich oder Rachen-Abstrich bei Omikron besser?

Die verschiedenen Schnelltests unterscheiden sich in ihrer Durchführung. Manche werden im Rachen, manche in der Nase und wieder andere im Nasen-Rachen angewendet. Im Internet kursieren nun Meldungen, ein Abstrich im Rachen sei einem in der Nase vorzuziehen, weil die Omikron-Viren im inneren Mundbereich besser nachzuweisen seien. Es gibt Empfehlungen bei einem Nasenabstrich-Schnelltest das Stäbchen auch in den Rachen zu führen. Also einen kombinierten Abstrich in Nase und Rachen zu machen. Davon raten Experten allerdings ab. Bei Selbsttests, die für die Nase angedacht sind, einfach Abstriche im Rachen durchzuführen könnte die Ergebnisse verfälschen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA und auch das PEI betonen, nicht von der Gebrauchsanweisung zu den jeweiligen Tests abzuweichen. Beimengen von zu viel Speichel könnten das Ergebnis verfälschen, warnt der Branchendienst apotheke-adhoc. Die Schnelltests im vorderen Nasenbereich seien bei asymptomatischen Personen weiterhin sehr genau. Ohnehin würden viele Virologen die aktuelle Datenlage noch für zu dünn halten, um Rachen- gegenüber Nasentests vorzuziehen.

Das Paul-Ehrlich-Institut betont ganz allgemein zu Antigentests: „Eine Infektion können sie nur detektieren, wenn zum Testzeitpunkt eine hohe Viruslast besteht. Dies gilt ebenso für die Omikron-Variante.“ Wichtig zu wissen: „Eine hohe Viruslast entwickelt sich zu Beginn einer Infektion, sei es mit oder ohne Symptomatik.“ Das bedeutet für euch: Wie oben schon erwähnt, wenn ihr eine Infektion vermutet oder Kontakt zu einer positiv getesteten Person hattet, führt täglich einen Test durch.

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