Ein Gemeinschaftsprojekt: Ocha-Ocha wurde durch Crowdfunding gerettet

Das Augsburger Start-Up „Ocha-Ocha“ ist über den Berg – dank der Hilfe vieler Einzelner. Die jungen Unternehmer erzählen von ihrer Startnext-Kampagne und wir werfen einen Blick auf das System Crowdfunding.

Ein Gemeinschaftsprojekt: Ocha-Ocha wurde durch Crowdfunding gerettet

Vom Team Ocha-Ocha fällt große Anspannung ab. Die Zeit des Bangens um das mühevoll aufgebaute Start-up ist vorbei. Ende Mai hatten wir euch Ocha-Ocha vorgestellt und auf die Crowdfunding-Kampagne hingewiesen. Das ist nur etwas über zwei Wochen her und das Überleben des Start-Ups stand auf der Kippe. Die erfolgreiche Kampagne brachte nun den Umschwung: Es wird weitergehen mit den ungesüßten Tee- und Kaffeegetränken.

Ein Traum-Start

Die Crowdfunding-Kampagne lief insgesamt sechs Wochen auf der Plattform „Startnext“. Dort konntet ihr einen beliebigen Betrag an das junge Unternehmen spenden und auch kleine Dankeschöns absahnen. Das Ziel: 53.000 Euro. Geld, dass das Unternehmen brauchte, um durch das Krisenjahr 2021 zu kommen.

Schon am ersten Tag waren über 25 Prozent des Zielbetrags eingesammelt, berichtet das Team nach Abschluss der Kampagne. „Trotzdem haben wir gebangt”, sagt Christopher Gogolin, Gründer von Ocha-Ocha, „denn zur Halbzeit des Crowdfundings ist es nicht selten, dass die Kampagne einschläft und die Fundingsumme kaum steigt. Deswegen haben wir alles versucht, um uns nicht verrückt machen zu lassen, besonders da wir alles akribisch vorbereitet haben.”

Das Prinzip: Alles oder nichts

Alles oder nichts: Nichts für schwache Nerven

Wenn man sich für ein Crowdfunding auf Startnext entscheidet, muss man sich über eines im Klaren sein: Entweder das Ziel wird erreicht und man bekommt den Betrag oder die Kampagne verfehlt das Ziel – und sei es um einen Euro – und geht leer aus. „Das Zeitlimit und die Gnadenlosigkeit des Crowdfundings waren eine massive psychische Belastung für uns, zumal es um unser Überleben ging. Doch es hat auch geholfen über uns hinaus zu wachsen”, sagt Christopher. Das Alles-oder-Nichts-Prinzip heißt im Umkehrschluss auch, dass ihr als InvestorInnen eurer Geld zurückbekommt, falls das Kampagnenziel nicht erreicht wird.

Ocha-Ocha ist bereit für die Zukunft

Ohne das Crowdfunding oder mit einer gescheiterten Kampagne hätte das junge Start-up im Juli 2021 aufgeben müssen. Stattdessen schossen sie mit insgesamt 62.000 Euro sogar über das Ziel hinaus und können nun optimistisch nach vorne blicken. „Wir haben es dank unserer großartigen Community geschafft, die Krise zu überleben“, sagt Christopher.

Chancen, die das Crowdfunding bietet

Crowdfunding, also Schwarmfinanzierung wird immer verbreiteter. Besonders in Zeiten von Corona hatten wir häufiger damit Kontakt. Oftmals ging es um die Rettung von Start-ups, wie im Falle von Ocha-Ocha, um KünstlerInnen und Bands, aber auch um Kultureinrichtungen und Clubs, wie beispielswiese den Provino Club in Augsburg.

Mithilfe von Crowdfunding-Plattformen können unter anderem junge Unternehmen und KünstlerInnen Budget für ihre Arbeit sammeln und somit wachsen – unabhängiger von Fördergeldern und InvestorInnen und stattdessen mithilfe von uns allen.

Lustige Crowdfunding-Geschichten

Die wohl bekannteste Crowdfunding-Kampagne überhaupt startete der US-Amerikaner Zack Brown 2014 auf „Kickstarter“. Dort sammelte er für Zutaten für einen Kartoffelsalat mit der Zielsumme von 10 Dollar. Und siehe da: Viele Menschen fanden die Kampagne unterstützenswert: Genauer gesagt knappe 7.000 Menschen, die insgesamt 55.000 Dollar spendeten.

Eine weitere außergewöhnliche Crowdfunding-Kampagne wurde 2018 in den Niederlanden gestartet. Anlass war die Kuh namens Hermien, die vor dem Schlachthof bewahrt werden sollte. Der Grund: Sie war eine besonders eigensinnige Kuh, die ausbüxte, als sie in einen Lastwagen verladen werden sollte und sich seit dem in einem Wald versteckt hielt. Schließlich ging die Geschichte von Hermien auf Twitter viral. So wurde sogar das niederländische Königshaus darauf aufmerksam und schlug eine Crowdfunding-Kampagne vor. Es sollen wohl 50.000 Euro zusammengekommen sein.

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