Acht haarige Beine: Die Nosferatu Spinne im Anmarsch

Groß, haarig, acht kräftige Beine: Aufgepasst an alle Spinnen-Phobiker. Die Nosferatu Spinne kommt auch nach Augsburg.

Acht haarige Beine: Die Nosferatu Spinne im Anmarsch

Draußen ist es kalt und nass. Das schlechte Wetter treibt die Menschen nach drinnen, doch sie sind nicht die Einzigen, die sich nach dem warmen Trocken innerhalb der vier Wände sehnen. Auch die Gartenbewohner, insbesondere Spinnen, flüchten gerne in die Wohnungen und Häuser der Menschen. Großes Aufsehen erweckt in letzter Zeit ein Neuzuwachs der deutschen Spinnenfamilie: die Nosferatu-Spinne.

Die Spinne und ihr Weg nach Deutschland

Offiziell hat die „Zoropsis spinimana“ noch keinen deutschen Namen, doch inoffiziell ist sie bereits allseits bekannt als die Nosferatu-Spinne. Grund dafür sind weniger ihre Fähigkeiten als viel mehr ihre charakteristische Zeichnung auf dem Hinterleib. Mit ein wenig Fantasie erkennt man darin das Gesicht des berühmten Vampirs Nosferatu aus dem gleichnamigen Stummfilm von Friedrich Wilhelm Murnau.

Die Spinne gehört zu den Webspinnen aus der Familie der Kräuseljagdspinnen und ihr ursprünglicher Lebensraum war die westliche Mittelmeer-Region bis hin zum Südrand der Alpen und Nordafrika. Doch durch die aktive Einschleppung in Urlaubsgepäck und Gütertransportern wurden die Achtbeiner mittlerweile auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesichtet. Da es aufgrund des Klimawandels wärmer wird und die Winter milder sind, finden die Spinnen auch hier gute Lebensbedingungen.

Zum Beutefang spinnt die Nosferatu-Spinne keine Netze. Stattdessen verfolgt sie ihre Beute, stößt dann blitzartig vor und überwältigt sie durch einen Giftbiss. Auf ihrem Speiseplan stehen Insekten, wie Fliegen, Bienen, Wespen und andere Spinnen.

Das Aussehen der Spinne

Zu einer gewissen Prominenz ist die Nosferatu-Spinne vor allem durch ihr stattliches Aussehen gelangt, sonst wäre ihr Auftreten im Norden Europas wahrscheinlich nur von Fachleuten festgestellt worden. Doch mit ihrem zwei Zentimeter langen gelblichen oder ockerfarbenen Körper, der mit dunkelbraunen bis hin zu schwarzen Zeichnungen übersäht ist und einer Beinspannweite von bis zu sieben Zentimeter, wirkt sie doch sehr eindrucksvoll und abschreckend. Die acht langen, haarigen, gelblich grauen Beine ermöglichen es ihr, selbst an senkrechten Glaswänden hochzuklettern, an denen die meisten anderen Spinnenarten abrutschen würden.

Ein Biss tödlich?

Die Nosferatu-Spinne gehört zu den wenigen Arten, deren Beißwerkzeuge auch die Haut eines Menschen durchdringen können. Mit ihren Kieferklauen beißt sie sich fest und injiziert dabei ein Gift. In der Regel macht sie das nur bei ihrer Beute, doch wenn sie sich bedroht fühlt, kann sie unter Umständen auch Menschen angreifen. Das macht sie aber nicht ohne Vorwarnung: Erst richtet sie ihren Vorderkörper auf, spreizt die Giftklauen – und dann folgt der Angriff. Der Biss ist im Prinzip zwar giftig, doch für Menschen in der Regel ungefährlich und höchstens schmerzhaft. An der Bissstelle kann sich die Haut etwas röten und anschwellen, doch insgesamt fühlt es sich meist an wie ein Mückenstich. Auch für Katzen und Hunde geht von der Spinne keine Gefahr aus.

Richtiges Verhalten bei Konfrontation

Finden könnt ihr die Spinnen hinter Vorhängen, Bildern, an Fensterrahmen oder unter Schränken und Sofas. Sie bevorzugen meist dunkle Orte, um sich zu verstecken und weben dort kein Netz. Seht ihr euch einem der Achtbeiner gegenüber, heißt es Ruhe bewahren. Solange sie sich nicht bedroht fühlen, geht von ihnen keine Gefahr aus. Obgleich sie nicht giftig sind, solltet ihr sie dennoch nicht mit der Hand berühren. Stattdessen empfiehlt es sich, ein Glas über sie zu stülpen, ein Stück Pappe darunter zu schieben und das Tier anschließend in den Garten auszusetzen. Töten oder einsaugen solltet ihr die Spinne nicht, denn sie können durchaus nützlich sein, da sie Ungeziefer wie Fruchtfliegen und Kakerlaken fressen.

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