Globalisierung, Fachkräftemangel, digitale Transformation … Um heute wettbewerbsfähig zu bleiben, sind nachhaltige, zukunftweisende Lösungen gefragt. Buzzwords wie „Digitalisierung“ und „New Work“ sind dabei in aller Munde. In der Theorie versprechen sie ein flexibles, vernetztes, kreatives und effizientes Arbeiten. In der Praxis ist das leichter gesagt als getan. Wie eine Umsetzung gelingt, weiß Kommunikationsberaterin Sylvia Legath [ New Work Kompetenzzentrum ].
Frau Legath, spielt „New Work“ in Ihrem Arbeitsalltag eine Rolle?
Sylvia Legath: Absolut. Wir leben diese neue Art der Zusammenarbeit mit allen Konsequenzen. Unser Standort – das WB58 im Friedberg-Park an der A8 – bietet dazu ideale Voraussetzungen.
Wenn man von „New Work“ spricht, denkt man schnell an ein junges Team, das im hippen Büro-Loft an mobilen Geräten fröhlich und hochproduktiv zusammenarbeitet. Ist „New Work“ so einfach?
Legath: Das wäre schön, aber hinter nachhaltigen Digitalisierungsstrategien steckt schon etwas mehr, als schicke Lounge-Möbel und schnelle Tablets. Tatsächlich muss die komplette Arbeitswelt, in der sich ein Team bewegt, verändert werden. Das betrifft zum einen die technische Infrastruktur und die Räumlichkeiten, zum anderen aber auch das Mindset aller Beteiligten.
Hierarchische Strukturen, enge Zielvorgaben, harte Grenzen zwischen Abteilungen… das will nicht mehr so recht in ein agiles, innovatives Umfeld passen.
Das heißt, die Veränderungen müssen auch im Bewusstsein stattfinden?
Legath: Mit den neuen technischen und räumlichen Möglichkeiten verändert sich die Art, in der wir zusammenarbeiten. Wenn sich ein Unternehmen für die digitale Transformation entscheidet, setzt das einen gewaltigen Veränderungsprozess in Gang, der auch auf Personal- und Führungsebene verankert werden muss. Hierarchische Strukturen, enge Zielvorgaben, harte Grenzen zwischen Abteilungen… das will nicht mehr so recht in ein agiles, innovatives Umfeld passen.
Macht ein klassischer Führungsstil im digitalen Zeitalter noch Sinn?
Legath: Je mehr Aufgaben in digitalen Prozessen aufgehen, desto wichtiger werden menschliche Alleinstellungsmerkmale wie Kreativität, Empathie und Kommunikation. Im digitalen Kontext ist eine emotional intelligente und transparente Führung gefragt, die Raum für Kreativität lässt, eine konstruktive Fehlerkultur pflegt und es versteht, die individuellen Stärken aller Beteiligten optimal einzusetzen.
Stichwort Diversity?
Legath: Genau. Je unterschiedlicher die Mitglieder eines Teams, desto vielfältiger und kreativer die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit. Immer mehr Unternehmen fördern bewusst die Kooperation qualifizierter KollegInnen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Herkunft, Fachrichtungen und Berufserfahrung. Für Führungskräfte eine enorme Herausforderung, denn was den ersten begeistert, lockt den nächsten nicht hinter dem Ofen vor. Was dem einen hilft, ist dem anderen lästig. Dazu kommen interkulturelle Fragestellungen.
Wie begegnet man diesen Herausforderungen?
Legath: Am besten durch Qualifizierung. Wer sein Gegenüber für die eigenen Ideen begeistern und auf dem gemeinsamen Weg mitnehmen will, muss es auf Augenhöhe abholen. Für Führungskräfte sollte es selbstverständlich sein, regelmäßig Kommunikationstrainings und Weiterbildungsangebote zu Themen wie Change Management oder Digital Leadership zu besuchen.
Am besten gleich starten – Zum Beispiel mit dem zweitägigen H.D.I.-Workshop „Einfach typgerecht führen“ am 20./21. November. In Vorträgen und praxisnahen Übungen erleben die Teilnehmer, wie eine typgerechte Ansprache die Motivation ihres Gegenübers erhöht und die Kommunikation nachhaltig verbessert. Weitere Infos und Anmeldung unter: www.schule-fuer-unternehmer.de