Warum ich diesen Neujahrsvorsätze-Wahnsinn nicht mehr mitmache

Im Grunde sind Neujahrsvorsätze doch nur eins: Eine Klatsche ins Gesicht zur Erinnerung an all diese Dinge, die man in den vergangenen Jahren nicht geschafft hat.

Warum ich diesen Neujahrsvorsätze-Wahnsinn nicht mehr mitmache

Es ist wieder soweit. Es ist wieder diese Zeit des Jahres, in der zahlreiche Menschen ihre Stifte zücken und hochmotiviert überambitionierte Vorsätze und Ziele für das neue Jahr notieren. Sie wollen ein Buch schreiben, eine neue Beziehung eingehen, sich sozial engagieren, ein neues Hobby perfektionieren, den Klimawandel stoppen etc. etc. Einfach ein neuer Mensch werden. Einen Gedanken dabei fest im Kopf: Diesmal zieh ich’s wirklich durch!

Doch wie auch die Jahre zuvor ist das Ende dieser Motivations-Phase jetzt schon in Sicht. Denn ein bist zwei Wochen später ist meist alles wieder vergessen, was man sich groß vorgenommen hat und man steht genau wieder am gleichen Punkt. Wieder nicht geschafft. Doch wenn das Ganze so leicht vorhersehbar ist, was ist es dann, das uns jedes Jahr aufs Neue diesen Wahnsinn mitmachen lässt?

Dem aufmerksamen Leser kann kaum entgangen sein, dass ich nicht viel von Neujahrsvorsätzen halte. Auch wenn ich selbst gern organisiert bin und meine Ziele mir wichtig sind, finde ich dieses pseudo-motivierte Schauspiel an Silvester einfach albern. Vielleicht geht es Dir anders, aber ich habe noch keinen Menschen getroffen, der sich zu Beginn des neuen Jahres wirklich so verändert hat, wie er oder sie es mir auf der Party vorgeschwärmt hatte. Menschen verändern sich einfach nicht - zumindest nicht so grundlegend wie sie es vielleicht gerne hätten. Und wenn doch, warum ausgerechnet am 1. Januar und nicht zum Beispiel im Oktober?

Denn im Grunde sind Neujahrsvorsätze doch nur eins: Eine Klatsche ins Gesicht zur Erinnerung an all diese Dinge, die man in den vergangenen Jahren nicht geschafft hat. Sie sind wie ein frecher Teenager, der sich spöttisch ein L für Looser an die Stirn hält, um dich fertig zu machen. Na gut, übertreiben kann auch ich. Doch motivierend ist dieses unrealistische Neujahrsvorsätze-Gedöns jedenfalls nicht. Kein Wunder also, dass einige am Silvesterabend melancholisch werden.

Wieso sich dieses Jahr nicht zur Abwechslung mal Ziele setzen, die so klein sind wie möglich? Wieso nicht einfach mit einer Kurzgeschichte anfangen, statt ein ganzes Buch schreiben zu wollen? Wieso nicht versuchen, öfter mal die Familie anzurufen, statt die neue Mutter Theresa sein zu wollen? Wieso nicht einfach mal beginnen zu daten, bevor man die große Liebe erwartet? Egal was es ist, einfach mal realistisch bleiben. Damit Du nächstes Jahr zu genau der Zeit sagen kannst: Diesmal hab ich’s wirklich durchgezogen!

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