Liliom, Weißes Lamm und Kresslesmühle: Könnt ihr aufatmen?

Seit dem 27. Januar gelten neue Corona-Regelungen, die unter anderem die Erleichterungen für einige Bereiche der Kultur beinhalten. Wie nehmen die Augsburger Kulturbetriebe die Änderungen auf?

Liliom, Weißes Lamm und Kresslesmühle: Könnt ihr aufatmen?

Die kürzlich erneut angepasste Infektionsschutzmaßnahmenverordnung erlaubt es Kinos und Theatern mehr BesucherInnen zuzulassen. Auch bei anderen kulturellen Veranstaltungen, wie Konzerten, dürfen jetzt mehr ZuschauerInnen kommen. Wir haben mit dem Liliom Kino, dem Weißen Lamm und der Kresslesmühle gesprochen. Wie nehmen die drei Kultureinrichtungen die Anpassungen auf und sind sie wirklich eine Erleichterung?

Beliebte Veranstaltungsformate können wieder stattfinden

Das Kulturhaus Kresslesmühle begrüßt die neue Erleichterung für Kultur in den jüngsten Corona-Beschlüssen von Bayern. Vor der kleinen Bühne im Veranstaltungssaal des Kulturhauses könne die Kapazität nun auf 49 Sitzplätze erhöht werden, sagt Monika Schmidt von der Kresslesmühle. „Viele unserer Formate sind stark auf ein Publikumsfeedback angewiesen und können nun auch wieder stattfinden“, freut sie sich. Darunter die Open Stage Augsburg, der Zugvogel Slam, Improtheater oder auch der Gtd Comedy Slam.

„Mit der neuen Sitzplatzkapazität, der Regelung 2G Plus und der Maskenpflicht sind alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, um Konzerte, Theater, Kabarett und Comedy weiterhin unbeschwert genießen zu können“, sagt Schmidt.

Fragezeichen bleibt bestehen

„Der Kraftakt lohnt sich. Immer.“

„Kurzfriste Umstellungen sind immer ein kleiner Kraftakt für Kulturbetriebe“, sagt Schmidt. „Es gilt die neuesten Auflagen einzuarbeiten, Schutz- und Hygienemaßnahmen anzupassen und die Abläufe im Haus zu ändern.“ Dies sei nicht nur in der Kresslesmühle so, sondern auch bei allen Veranstaltungsorten. Aber für sie und die Kresslesmühle ist klar: „Der Kraftakt lohnt sich. Immer.“

Doch sie wisse auch, dass für einige Kulturschaffende auch bei einer 50-prozentigen Auslastung ein großes Fragezeichen bestehen bliebe, ob es rentabel ist, die Veranstaltung durchzuführen. Diese Vermutung bestätigt sich, wie das Gespräch mit Sebastian Karner, dem Inhaber vom Weißen Lamm zeigt.

Keine Erleichterung für das Weiße Lamm

„Das bringt uns gar nichts.“

Auf die Frage, was die aktuellen Anpassungen dem Kulturbetrieb „Beim Weißen Lamm“ bringen würden, sagt Karner: „Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein und bringt uns gar nichts“. Er könne Veranstaltungen weder mit 25-prozentiger noch mit 50-prozentiger Auslastung machen. „Wohlgemerkt sitzend, bestuhlt und mit Maske“, fügt er hinzu. Für den ganzen privatwirtschaftlichen Sektor sei es unter diesen Bedingungen uninteressant, Veranstaltungen durchzuführen. Das Lamm könne erst wieder richtig durchstarten, wenn mit Vollauslastung und ohne Masken gearbeitet werden könne. „Das es jetzt aufgrund der Omikron-Welle nicht geht, wissen wir auch. Das ist auch nicht das, was wir zu diesem Zeitpunkt fordern“, sagt Karner.

Ungleichbehandlung von Gastro und Kultur

Michael Hehl, Geschäftsführer des Liliom Kinos und Karner finden: Die Ungleichbehandlung von Gastronomie und Kultur sind enorm. Dass die Gastronomie mit 2G arbeiten dürfe und die Kulturbetriebe bei 2G plus bleiben müssen sei eine „bodenlose Unverschämtheit“, so Hehl. „Wir wünschen uns mindestens 2G für Kulturbetriebe, um auch gegenüber der Gastronomie gleichgestellt zu sein“, sagt er. Kinos seien sichere Orte.

Auch was die Auslastung angeht, treffen die aktuell geltenden Regelungen etwa bei Karner auf Unverständnis. Ein Künstler habe neulich festgestellt, erzählt Karner, „wenn er in einer vollbesetzten Schnitzelwirtschaft seine Gitarre rausholen und zu singen anfangen würde, müssten 75 Prozent, jetzt 50 Prozent, der Leute gehen und alle eine Maske aufsetzen“.

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