Augsburg goes Netflix: Warum alle über Serien reden

Die Netflix-Produktionen „Bridgerton“ und „Lupin“ sind gerade in aller Munde. Die Zuschauerzahlen gehen durch die Decke, doch woher kommt der plötzliche Hype um diese beiden Serien?

Augsburg goes Netflix: Warum alle über Serien reden

Gehört ihr auch zu den Serien-Junkies, die über Netflix-Trends immer auf dem Laufenden sind? Wie soll man es auch nicht sein, wenn man dort jeden Abend ein paar Folgen der aktuellen Lieblingsserie guckt? Zurzeit beschleicht einen aber das Gefühl, dass Netflix wichtiger wird, als es eigentlich ist.

Was macht Lupin und Bridgerton so besonders?

Bestimmt haben euch die Meldungen über die erfolgreiche Serie „Lupin“ auch schon überrollt. Die Zuschauerzahlen überträfen sogar die von „Bridgerton“, heißt es etwa auf dem Nachrichtenportal Watson. 70 Millionen Haushalte werden die Serie bis nächste Woche gesehen haben.

Lupin: Überraschender Star aus Frankreich

Damit ist „Lupin“ die erste französische Serie, die es in die Top10 des Netflix-Rankings geschafft hat. Und ihr wisst selbst was passiert, wenn eine Serie in den Top10 landet – sie wird nochmal viel häufiger angeklickt. Dass die Serie so erfolgreich ist, hat sicherlich viele Gründe. Da könnte mit reingespielt haben, dass wir den Schauspieler Omar Sy bereits aus dem Film „Ziemlich beste Freunde“ kennen und ihn schon da gemocht haben. Außerdem ist die Serie einfach spannend.

Für alle, die die Story nicht kennen: Assane Diop, will seinen Vater rächen, der fälschlicherweise für den Diebstahl der Halskette von Marie Antoinette, ins Gefängnis gesperrt wurde, wo er Selbstmord beging. Jahre später taucht die Halskette wieder auf, Zeit für Assane aktiv zu werden, seinen Vater zu rächen und den wahren Verbrecher zu entlarven.

Nicht alles ist frei erfunden.

Besonders macht die Serie auch, dass sie an die Wahrheit angelehnt ist. Die Halskette von Marie Antoinette gab es schließlich wirklich und sie wurde tatsächlich gestohlen. Anders als in der Serie, ist sie jedoch bis heute nicht aufgetaucht. Damals schaffte es eine Frau, die sich Jeanne de la Motte nannte, sich das Schmuckstück durch eine List zu eigen zu machen. Sie zerstückelte es und verkaufte es auf dem Schwarzmarkt.

Die Serie „Lupin“ startet jedoch erst richtig zu dem Zeitpunkt, als das Schmuckstück wieder zusammengesetzt war und versteigert werden sollte. Wenn ihr die Serie mit einem Geschichts-Nerd gucken möchtet, stellt euch also auf Gemecker ein.

Bridgerton: Romantik und Herzschmerz in schönen Kostümen

Bevor Lupin Netflix eroberte, führte die Serie „Bridgerton“ die Rangliste an. Sie spielt in den Kreisen der High-Society Londons des frühen 19. Jahrhunderts. Es geht von einem Ball auf den anderen, stets wird nach dem perfekten Ehepartner Ausschau gehalten und Etikette bewahrt. So sieht es zumindest für die junge Bridgerton aus. Es geht um die Liebe, ums Heiraten, Eifersucht und Ehre: Eine Story die innerhalb eines Monats 82 Millionen Haushalte gesehen haben.

Warum wird Netflix immer präsenter?

Allein wenn man diese zwei Serien betrachtet haben in diesem Monat Millionen Menschen dasselbe gesehen. Ist es nicht unheimlich, dass wir alle dasselbe schauen? Genau das, was uns Netflix anbietet?

Hast du die Staffel schon durch? Wie weit bist du? Spoiler-Alaaarm!

Welche Serie gerade auf Netflix kommt, scheint ein zunehmend wichtigeres Thema geworden zu sein. Freunde fragen einen, ob man diese oder jene Serie schon angefangen hat, wie weit man damit ist. Sogar Medien berichten inzwischen mehrfach über den Erfolg von Netflix-Serien. Woher kommt das?

Liegt es vielleicht daran, dass wir alle gerade viel Zeit zuhause verbringen und Netflix eine gerngesehene Abwechslung ist? Und daran, dass Medien abgesehen von Corona nicht viel anderes zu berichten haben? Und wenn schon! Das ist noch lang kein Grund mit dem netflixen aufzuhören. Aber vielleicht lohnt es sich, seine Fühler auch mal dorthin auszustrecken, wo einen der Mainstream-Sog nicht sofort hinzieht. Netflix muss nicht zum „Standard“ werden. Immerhin gibt es viele alternative Streamingdienste und viele Fernseh-Mediatheken, die tolle Inhalte liefern. Vergesst das bei all dem Netflix-Hype nicht!

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