Nachtleben in Augsburg: Clubs bleiben weiterhin geschlossen

Durch die Corona-Pandemie hat sich einiges verändert, auch bei der Veranstaltungsbranche. Betreiber aus ganz Deutschland mussten die Clubs schließen und geplante Veranstaltungen absagen – aber zu welchem Preis?

Nachtleben in Augsburg: Clubs bleiben weiterhin geschlossen

Seit März haben Clubs deutschlandweit geschlossen und damit wurden auch alle bevorstehenden Events abgesagt. Auch hier in Augsburg steht das Nachtleben seither still. Lediglich Bars, Cafés und Restaurants dürfen geöffnet haben, da dort die Abstandsregeln eingehalten werden können. Zudem gibt die Regierung zu bedenken, dass durch den Alkoholeinfluss niemand mehr auf die Hygieneschutzmaßnahmen achten würde und auf zu engem Raum miteinander gefeiert werde. Und genau in solchen Situationen, kann sich das Virus schnell verbreiten.

Das große Clubsterben

Wir haben mit Matthias Mörtl vom Hallo Werner in Augsburg gesprochen. Obwohl der Club, in dem meist Techno gespielt wird, auch als Bar dient, musste er wegen der Corona-Pandemie schließen. Der Grund: Drinnen gibt es nur wenige Tische und draußen gibt es keine Sitzplätze. Ein entsprechendes Hygienekonzept kann nicht formuliert werden, da der gesamte obere Barbereich besetzt sein müsste, damit das Ganze wirtschaftlich rentabel werde. „Ein solches Konzept kommt für einen kleinen Laden wie das Hallo Werner eigentlich nie infrage“, sagt Mörtl.

„Wenn die Situation zu lange andauert, wird es keine Clubs mehr geben.“

Nicht nur Mörtl beschäftigt dieses Problem, auch vielen anderen Betreibern geht es so. Sie haben zunehmend die Sorge, dass sie bald pleite gehen und schließen müssen. Dabei stehen ganze Existenzen auf dem Spiel. Mörtl sagt: „Wenn die Situation zu lange andauert, wird es keine Clubs mehr in Augsburg geben.“ Aber das betreffe nicht nur Augsburg, sondern alle Städte, sofern die jetzigen Restriktionen gegenüber Clubs beibehalten werden. Was wäre, wenn das wirklich eintreffen würde?

Sorge um Existenz wächst

Die ganze Nacht feiern und durchtanzen – das war einmal. Vielen Jugendlichen passt das gar nicht in den Kragen, weswegen sie sich gegen die Corona-Maßnahmen wehren. Schlimmer noch ist es für die gesamte Veranstaltungsbranche, die seit Anfang des Jahres keine Einnahmen mehr gemacht haben. Immer öfter finden deswegen Demonstrationen statt. Sie rufen die Regierung dazu auf, etwas zu unternehmen.

„Irgendwann sind alle Reserven aufgebraucht.“

„Dank der Soforthilfe, die wir zu Beginn der Krise bekommen haben, und unserem Kulturbiergarten am Kö, den wir gemeinsam mit der Kantine auf die Beine stellen konnten, geht es uns bis jetzt noch ganz gut“, erzählt Mörtl. Der Kulturbiergarten war täglich bei schönem Wetter geöffnet, nun soll es aber wieder kälter werden. „Wenn wir nicht wieder öffnen können, wird sich unsere Lage im Laufe der nächsten Monate ändern.“

Deswegen fordert auch Mörtl, dass die Politik nun neue Konzepte vorbringt: „Die vielen Spendenaufrufe sind mit unterschiedlichem Erfolg schon seit einiger Zeit vorbei und ich denke auch nicht, dass hier die Bürger selbst viel tun können.“ Er hofft, dass es Deutschland schaffe, einen neuen Kurs einzuschlagen, bevor es zu spät sei. „Länder wie die Schweiz machen es vor.“

Privatpartys statt Tanzfläche

Seitdem die Clubs geschlossen haben, gibt es auch vermehrt Berichte über heimliche Privatveranstaltungen, bei denen die Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln nicht beachtet wurden. Dabei seien solche Partys viel gefährlicher als die Clubs öffnen zu lassen: „Ich denke, wenn wir alle Personen dokumentieren würden, die unseren Club besuchen, wäre die Anzahl an Neuinfektionen geringer, als durch die zahlreichen privaten Feiern,“ mutmaßt Mörtl und fügt an, dass dieser Trend in den kälteren Monaten noch stärker werde.

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