Warum wir so nicht weitermachen sollten

Bei der Frage: „Eine Tüte dazu?“- ist: „Ja, gerne“ vielleicht nicht die beste Antwort. Oder bei: „Wo wollen wir einkaufen gehen?“ - „Da wo es am günstigsten ist“ eventuell auch nicht. Was jetzt kommt? Fakten warum wir so nicht weitermachen sollten

Warum wir so nicht weitermachen sollten

Was würdet ihr davon halten, dass es in ca. 30 Jahren kaum mehr Fische im Ozean gibt? Oder davon, dass rund 40 Millionen kleine Küken jährlich geschreddert oder vergast werden, weil für sie kein Platz auf der Welt ist? Oder, dass viele Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser haben, aber pro Kilogramm Rindfleisch ca. 15.500 Liter Wasser verbraucht werden, nur damit wir unseren Burger bekommen? Oder, dass man den Geist von Kühen bricht, wenn man ihnen das Kalb wegnimmt - ähnlich wie bei Menschen und es irgendwann keinen Platz mehr für verschiedene Arten gibt, weil wir ihnen ihren Lebensraum wegnehmen? Oder, wenn ihr mitbekommt, dass jemand seinen Müllwagen einfach so ins Meer wirft ?

Nur zu Info: Ich bin keine Veganerin, aber ich benutze hier auch keine Hyperbeln. Ehrlich gesagt war es mir bis vor kurzem egal, wie das Fleisch und der Fisch (in Plastik verpackt) zu mir nach Hause kommt und in meinen Magen gelangt. Ich habe und wollte mir auch keine Gedanken darüber machen, weil ich solche Bilder kenne, wie die Tiere behandelt oder wie die Wale am Strand angespült werden und Tonnen von Plastik in ihren Mägen sind. Ich kenne sie, aber ich habe weggeschaut. Denn so direkt hat es mich ja nicht betroffen. Es gibt ja genug von „diesen Umweltaktivisten und Veganern“, oder? Eben nicht, es gibt nie genug von ihnen. Es geht uns alle etwas an, denn unser Planet ist in Gefahr.

Nein, das wird keine Moralpredigt. Das sind Fakten, und das wird so eintreten und es wird so bleiben, wenn wir nichts ändern. 700 Meeresbewohner sind aktuell durch unseren Plastikkonsum bedroht und im Jahr 2050 wird es mehr Plastik im Meer geben als Fische. Schweine sind intelligenter als dreijährige Kinder, hochsozial und lernfähig. Wusstet ihr, dass die Säue den Ferkeln etwas vorsingen, während sie sie säugen? Säue sind Produktionsgüter und sollen in Betrieben so viele Ferkel wie möglich produzieren. Für die künstliche Besamung wird dieses Tier in einen Kastenstand gesperrt, in dem sie sich nicht einmal umdrehen kann. In diesem wird sie dann bis zu vier Wochen nach der Besamung gehalten – und muss tagein, tagaus am selben Fleck stehen, liegen, essen, koten und urinieren. Kühe produzieren Milch. Für uns? Nein. Sie produzieren Milch aus demselben Grund wie der Mensch: als Nahrung für ihre Neugeborenen. Weibliche Kühe werden in den meisten Milchbetrieben mit Sperma künstlich befruchtet. Nach neun Monaten, einer ebenso langen Schwangerschaft wie bei einer Frau, gebärt eine Kuh ihr Kalb. Dieses wird ihr dann entrissen. Sie schreien dann nach ihren Kindern, wenn sie ihnen weggenommen werden, damit sie geschlachtet werden können. 1700 Tonnen Antibiotika werden in Deutschland jährlich in die Nutztierhaltung eingesetzt. Knapp sieben mal so viele wie in Krankenhäusern. Ihr denkt Auto fahren ist schlecht für die Umwelt? Der Landwirtschaft werden 14% bis 18% der Treibhausgase zugeschrieben. Beim Verkehr dagegen sind es „nur“ 13,5%. Der größte Teil der Treibhausgase verursacht also die Tierhaltung. Jede Sekunde werden ca. 6000 m² Regenwaldfläche abgeholzt. Zum Vergleich: Ein Fußballfeld umfasst 7.140 m². Landwirtschaftliche Nutztierhaltung ist für 91% der abgeholzten Fläche des Amazonas Regenwaldes verantwortlich. 54 Millionen Tiere landen in Deutschland jährlich im Hausmüll - ihr Fleisch wird nicht gegessen, sondern weggeschmissen. Nutztiere werden bei lebendigen Leibe kastriert, aufgeschlitzt und grauenvoll behandelt. Ihr denkt, dass passiert alles nicht bei uns in Deutschland? Doch, leider schon. Erst kürzlich wurde wieder ein Bauernhof in Bayern gefunden, bei dem die Kühe in ihrem eigenen Kot verendeten. Und das ist: Fakt. Wir sehen es nur nicht. Wir müssen besser hinschauen. Und wenn euch diese Fakten nicht geschockt haben, dann schaut euch das Video „Dominion“ an. Dann bleibt euch das Steak buchstäblich im Hals stecken.

Direkt gefragt: Was können wir machen? Für viele ist das Thema vegan leben schon komplett in den Alltag integriert. Doch verständlicherweise kommt es für andere gar nicht in Frage auf tierische Produkte wie Eier, Käse oder Wurst zu verzichten. „Ich liebe Fleisch“ oder „Schon früher haben wir Tiere gegessen, das ist ungesund auf Fleisch und Fisch zu verzichten.“ Diese oder andere Aussagen führen dazu, dass es für ein paar Menschen nicht mal ansatzweise in Frage kommt auf etwas zu verzichten, was ihnen schmeckt und gewohnt sind. Oder vielleicht auch aus dem traurigen Grund: Es ist ihnen schlichtweg egal. Natürlich könnte man auch die eben genannten Denkweisen mit Fakten in Grund und Boden treten, denn: Zum einen ist verarbeitetes Fleisch erwiesenermaßen krebserregend und zum anderen wird eine höhere Versorgung mit Ballaststoffen sowie die geringere Fett- und Proteinaufnahme bei vegetarischer Ernährung angenommen. Außerdem kommt hinzu, dass auch die Cholesterinwerte im Blut vor allem bei sich vegan ernährenden Menschen deutlich günstiger als bei fleischverzehrenden sind, und das Erkrankungsrisiko für Diabetes Typ 2 ebenfalls herabgesetzt wird. Obst und Gemüse steigert die Lebenserwartungen, und man kann auch ohne Fisch und Fleisch die wichtigen Nährstoffe zuführen, wenn man sich ausreichend mit den Lebensmitteln beschäftigt. Also: Ihr bekommt keinen Vitamin-, Protein- oder Eisenmangel. Ein Mensch ist nicht auf Fleisch oder Fisch angewiesen um gesund zu leben.

„Die Zeit“ beschreibt Plastik als „der gefährliche Müll“ - nicht ohne Grund: Über 140 Millionen Tonnen Plastikmüll schwamm bereits im Jahr 2018 in den Weltmeeren herum und jedes Jahr kommen 500.000 Tonnen dazu - 100.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel sterben jedes Jahr an den Folgen des Plastiks. Der Durchschnittsbürger produziert 100kg Plastik pro Jahr - und es dauert ca. 500 Jahre bis dieser Müll verrottet. In vielen Ozeanen der Welt gibt es mehr als 60 mal mehr Plastikpartikel als Plankton. Ziemlich viele Zahlen, aber damit man etwas ändern kann, heißt es zuerst einmal: hinschauen - nicht wegschauen.

Genug mit den Fakten: Den Fleisch- und Fischkonsum können wir minimieren, wir können darauf achten, wo wir etwas kaufen und dass wir nicht mehr „blind“ einkaufen gehen. Wenn ihr Eier kauft, dann könnt ihr beispielsweise auf den Code auf der Verpackung achten, denn „Freilandhaltung“ ist nicht gleich ökologische Haltung. Wie ihr besser erkennt, welche Eier ihr kaufen solltet, könnt ihr hier nachlesen. Sojamilch und Mandelmilch schmecken übrigens genauso gut wie Kuhmilch in eurem Kaffee. Bei Plastik können wir auch sehr viel dazu beitragen. Wir müssen „unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern“ schreibt Veganblatt. Wie stellt man das an? Es ist schwer, plastikfrei zu leben. Alles ist in Plastik gewickelt und gepackt, selbst unsere gekauften Tomaten tragen wir schützend in Plastik verpackt vom Supermarkt nach Hause. Wenn ihr erfahren möchtet, wo ihr in Augsburg plastikfrei einkaufen könnt, dann schaut mal bei diesem Artikel vorbei. Doch es fängt schon bei den Kleinigkeiten an: Wenn ihr euch einen Kaffee-to-go holt, dann müsst ihr nicht jedes Mal einen Becher mitnehmen. Holt euch einfach wiederverwendbare Becher oder Flaschen und befüllt diese vor Ort oder noch Zuhause damit. Genauso sieht es mit Glasflaschen aus. Natürlich sind diese schwerer und es ist nervig diese zum Beispiel in den dritten Stock zu schleppen, jedoch wird es euch die Umwelt und auch euer Organismus danken. Und genauso auch mit Plastiktüten beim Einkaufen: Pappkartons bekommt ihr in so gut wie jedem Supermarkt umsonst in der Frischeabteilung. Glasflaschen anstatt Plastikflaschen bei Verpackungen, bei beispielweise Ketchup, Essig, Senf oder Öl. Käse und Wurst an der Theke anstatt eingepackt in Plastikboxen. Falls ihr euch dazu näher informieren möchtet, bietet diese Seite Alternativen zu den verschiedensten Kategorien wie ihr Plastik bei eurem Einkauf aus dem Weg gehen könnt.

Alles in allem kann man sagen, dass jeder etwas dazu beitragen kann. Kleine Schritte machen. Aller Anfang ist bekanntlich schwer, doch wenn man beginnt anders zu denken und zu handeln wird es mit der Zeit immer leichter und zur Gewohnheit. Also: wegschauen ist keine Lösung und ignorieren kein Dauerzustand.

Nähere Informationen zu den Themen findet ihr bei den folgenden Seiten: „Welt“, „Peta“ „Spiegel“ oder hier und hier.

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