15-Mio-Paket: So wird Augsburg sauberer?

Unsere Stadt schmiedet an einigen Plänen, um die Luft sauberer zu machen. Was ist geplant und was bringt das?

15-Mio-Paket: So wird Augsburg sauberer?

15 Millionen will die Stadt investieren, um die Luft sauberer zu machen. Bei dieser Summe, fragt man sich als „Normalo“, wofür man denn so viel Geld ausgeben kann. Die Pläne sind wirklich beachtlich. Bevor wir hier jetzt aber lange um den heißen Brei reden, kommen wir direkt mal zu den Fakten. Was soll also konkret mit dem Geld gemacht werden und ist das wirklich sinnvoll?

Intelligente Ampeln

Im nächsten Jahr sollen intelligente Ampeln an der Haunstetter Straße installiert werden. Eine Anpassung der Schaltung soll den Verkehrsfluss unterstützen. Gleiches gilt zwischen der Neuburger und der Karlstraße.

An sich klingt „intelligent“ ja immer gut. In unserer Welt ist heute eben alles „smart“. Aber ein wenig frage ich mich schon, ob dieses Vorhaben sinnvoll ist. Natürlich ist es gut, wenn Autos nicht ewig in der Stadt an Ampeln stehen und ihre Abgase in die Luft pusten. Wäre es aber nicht sinnvoller dafür zu sorgen, dass generell weniger Auto gefahren wird? Intelligentere Ampelsysteme machen die Fahrt mit dem Auto in der Innenstadt doch nur noch komfortabler und locken unter Umständen den ein oder anderen Fahrradfahrer oder ÖPNV-Nutzer aus Gemütlichkeit in seinen Benziner.

Digitalisierung des Verkehrs mit der SWA-App

Digitalisierung klingt ja immer erstmal gut, wenn es um den Umweltschutz geht. Aber wie soll man bitte den Verkehr digitalisieren? Keine Sorge. Ihr müsst in Zukunft nicht auf kleinen Pixeln durch die Altstadt schweben. Die Stadtwerke Augsburg möchten eine App entwickeln, in der die Angebote des Nahverkehrs, des Carsharings und der Leihräder gebündelt werden. Auch die Parkplatzsituation soll so kommuniziert werden.

An der Digitalisierung kommen wir in allen Bereichen nicht vorbei und auch die Umwelt kann davon profitieren. So wirklich wird mir die positive Auswirkung auf die Umwelt aber nicht klar. Ich gehe davon aus, dass es dann irgendwann keine Papiertickets mehr gibt und durch das erleichterte Handling nutzen vielleicht mehr Leute das Carsharing. Aber ist das alles? Ist beim Thema Mobilität nicht entscheidend, dass die breite Masse gerne mit dem Fahrrad oder den ÖPNV fährt? Ich glaube nicht, dass alleine eine tolle App das Verhalten der Menschen ändert. Das Thema gratis ÖPNV wäre da schon ein ganz anderes Argument.

Ride-Sharing System für verbesserte Effizienz

Ein Ride-Sharing System soll per App Menschen verbinden, die in eine ähnliche Richtung müssen. Also eine Art Mitfahrgelegenheit für Augsburg.

Der Ansatz gefällt mir sehr gut. Die Frage ist, wie sich das praktisch umsetzen lässt. Gerade im Berufsverkehr halte ich die Idee aber für eine gute Lösung. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich durch die App schnell Menschen finden, die jeden Tag ähnliche Strecken zurücklegen und diese fortan gemeinsam bestreiten. So wär es dann eine Art Fahrgemeinschaft 2.0.

City-Trees

Mit City-Trees meint die Stadt Mooswände, die die Luft filtern. Auch andere Konzepte zur Luftreinigung stehen zur Debatte. Konkrete Pläne dazu scheinen allerdings noch nicht vorzuliegen.

Diesen Ansatz finde ich als großer „Hundertwasser“ Fan besonders schön. Der Wiener Künstler gestaltete grüne Städte und vertrat die Ansicht, dass wir alles, was wir der Natur nehmen, auch zurückgeben sollten. Bedeutet: Wenn wir ein Haus auf eine Grünfläche bauen, dann sollten wir das Haus entsprechend bepflanzen. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn die Idee von „Hundertwasser“ in Augsburg ihre Erfüllung findet, wenn auch nur im Ansatz.

Ich will das Vorhaben unserer Stadt nicht gleich von Anfang an schlecht reden. Jeder Schritt für eine saubere Welt ist ein Guter und an sich sind alle Ansätze durchaus interessant. Bei dem ein oder anderen Plan frage ich mich aber schon ein wenig, ob da nicht eine schnelle Lösung gesucht wurde, um die volle Förderung aus dem Diesel-Topf zu erhalten. Denn Projekte, die von dem Geld der Autoindustrie profitieren möchten, müssen bis 2020 abgeschlossen sein. Inwieweit die Pläne nun also wirklich der Umwelt gut tun, muss jeder für sich selbst entscheiden. Am wichtigsten ist letztlich ohnehin das Handeln jedes Einzelnen. Wir sollten uns bewusst machen, dass wir es sind, die wirklich etwas bewegen können.

Logo