Nachhaltigkeit für Anfänger – 10 Hallo-Tipps

Stofftasche, Müll trennen und regional und saisonal – Nachhaltigkeit kann so einfach sein.

Nachhaltigkeit für Anfänger – 10 Hallo-Tipps

Ein nachhaltiger Lebensstil klingt nach viel harter Arbeit: vegane Ernährung, Zero Waste und Second-Hand-Mode. Es scheint auch einige Vorreiter zu geben, die alles perfekt umsetzen, zumindest wenn wir Instagram und Co. glauben schenken. Doch sprechen wir mit diesen Menschen, stellt sich schnell heraus: der Vegetarier isst doch ab und zu Fleisch, die Plastikfrei-Frau kauft sich doch auch mal einen Kaffee To Go am Bahnhof und der Vintage-Liebhaber hat Basics aus dem H&M im Kleiderschrank. Der Konsens ist dieser: Wir brauchen viel mehr Menschen, die kleine Dinge tun, als Nachhaltigkeitspioniere, die alles „perfekt“ umsetzen.

„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

Dieses Zitat strahlt die Menschen auf der Berliner Mauer an und trägt viel Wahrheit in sich. Denn wenn jeder von uns anfängt, nur kleine Dinge zu verändern, hat das in der Summe einen großen Einfluss. Deshalb findest Du hier 10 Hallo-Tipps für ein nachhaltigeres Leben, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen.

1. Stofftasche statt Plastiktüte

In den meisten Geschäften kosten Plastiktüten etwas. Manchmal werden die sie durch Papiertüten ersetzt. Um aber überhaupt nicht mehr in Versuchung zu kommen, unnötigen Verpackungsmüll zu produzieren, bietet es sich an, für alle möglichen Fälle, einen Stoffbeutel in der Alltagstasche bereit zu halten.

2. Müll trennen

Ohne Mülltrennung kein Recycling. Klar kann es umständlich sein, seinen Müll in 5 verschiedene Behälter zu verteilen. Aber allein das Trennen des Plastikmülls von den restlichen Erzeugnissen bewirkt eine Veränderung. So bleibt der Verpackungsmüll in geschlossenen Wertstoffkreisläufen und natürliche Ressourcen werden geschont.

3. Double-Screen-Time verringern

Die Stromrechnung trudelt ins Haus und sie ist schon wieder höher als beim letzten Mal? Da seufzt nicht nur Dein Geldbeutel, sondern auch das Klima. Eine einfache Möglichkeit beide Fliegen mit einer Klappe zu schlagen ist es, Deine Double-Screen-Time zu verringern. Instagram oder Facebook auf dem Smartphone und der Fernseher sorgt für Hintergrundgeräusche: Ein Bildschirm weniger und der Stromverbrauch sinkt.

4. Trockner ade

Klar, der Trockner ist eine tolle Erfindung, die es ermöglicht die Lieblingshose noch am selben Tag zu tragen. Aber ist das wirklich notwendig? Denn das Elektrogerät zieht eine Menge Strom und ist ein Gerät, das, sobald es ausgedient hat, zu Elektroschrott wird. Dieser enthält viele hochgiftige Schwermetalle und gefährdet damit die Umwelt. So ein Wäscheständer ist da zum Einen deutlich platzsparender und wirkt sich zum Anderen nicht so negativ auf die Umwelt aus.

5. Saisonal und regional auf dem Stadtmarkt einkaufen

Äpfel in Plastik, Paprika in Plastik, ja sogar Bananen in Plastik – in Supermärkten gibt es viele ganz einfache Wege etwas nachhaltiger zu werden. Oft lässt sich die Verpackung umgehen, indem du das Obst und Gemüse lose kaufst. Alternativ lohnt sich ein Besuch auf dem Stadt- oder Wochenmarkt, auf dem Du die Verpackungen ganz umgehen kannst, wenn Du Deine eigenen Taschen und Beutel mitbringst. Außerdem findest Du dort eine gute Auswahl an saisonalem und regionalem Obst und Gemüse, die keine langen Transportwege hinter sich haben.

6. Recup und Refill

Die Wasserqualität in Augsburg ist 1 A! Darauf sind wir auch ein bisschen stolz. Wenn Du Deine Glas- oder Edelstahlflasche dabei hast, dann kannst Du sie in vielen Orten in Augsburg kostenlos mit dem leckeren Augsburger Leitungswasser auffüllen.

Seit dem vergangenen Jahr ist das Mehrwegbecher-System RECUP in einigen Augsburger Cafés vertreten. Gegen einen Pfand von 1€ bekommst du in diesen Geschäften deinen Coffee To Go in einem nachhaltigen Mehrwegbecher, den Du später ganz easy in einem der über 60 teilnehmenden Geschäften wieder zurückgeben kannst. Beim selbstgemachten Kaffee gilt natürlich: Kapseln sind ein absolutes No Go! Und seien wir mal ehrlich, der Kaffee aus der Siebträgermaschine schmeckt schon um einiges besser.

7. Vintage, Slow und Fair Fashion

20 Hosen, 30 Paar Schuhe und unzählige T-Shirts – beim Thema Mode heißt es oft: voller Kleiderschrank und trotzdem nichts zum Anziehen. Wie wäre es denn mit ausgewählten Lieblingsstücken? Warum immer auf Masse statt Klasse setzen, Geld ausgeben und die Klamotten doch letztendlich im Schrank verrotten lassen; wenn es doch auch hochwertiger geht? Dass Second-Hand schon lange nichts mehr mit Ramsch zu tun hat, und dass Fair Fashion nicht nur altbackene Ökos bedient, sondern jung und modern ist, zeigt die Entwicklung auf dem Modemarkt.

8. Nimm’ doch mal das Fahrrad!

Die Sonne scheint, das Leben ist heiter – unterstütze das Gefühl doch, indem Du mal das Fahrrad nimmst und zur Arbeit radelst, statt ins stickige Auto zu steigen. Der lange Stau und die ewige Parkplatzsuche können den Arbeitstag schon vermiesen, bevor du ihn angetreten hast. Startest Du den Tag hingegen mit etwas Bewegung, kann allein das schon für gute Laune sorgen.

9. Wie wäre es denn mal mit einem Veggieday?

Einen Tag in der Woche vegetarisch essen – das klingt selbst für den größten Fleischliebhaber machbar, oder? Zum Glück gibt es in Augsburg auch genug Cafés und Restaurants mit dem passenden Angebot. Schließlich führt ein hoher Fleischkonsum zu Massentierhaltung und dieser wiederum ist unter anderem für hohe CO2-Emissionen und einen hohen Flächenverbrauch verantwortlich. Allein schon ein bewussterer Umgang mit dem eigenen Fleischkonsum bringt uns weiter.

10. Ecosia als Suchmaschine nutzen

Eine Suchanfrage bei Google löst nach Unternehmensangaben einen Strombedarf von 0,3 Wattstunden aus. Das entspricht dem Stromverbrauch einer Energiesparlampe, die eine Stunde lang brennt. Besser macht es da die Suchmaschine Ecosia. Die pflanzt mittels seiner Werbeeinnahmen nämlich für alle 45 Suchaufträge einen Baum. So hilfst Du der Umwelt, ohne selbst direkt Geld zu spenden.

Autoren:
Rebecca Galter, Anahit Chachatryan, Christian Geschwilm

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