Ein bewusster Umgang mit unserer Umwelt ist heute wichtiger denn je. Nachhaltiger zu leben, klingt für viele jedoch zunächst nach Verzicht und großen Veränderungen im Alltag. Dabei können bereits kleine Entscheidungen einen Unterschied machen. Wir zeigen euch, wie einfach nachhaltiges Leben in Augsburg gelingen kann und welche Möglichkeiten es direkt vor Ort gibt.
Nicht immer alles neu kaufen
Diese Schuhe sind gerade im Trend. Hier gibt es noch einmal 50 Prozent Rabatt. Und auf Instagram erklärt euch die nächste Influencerin, warum auch ihr unbedingt diese neue Handtasche braucht. Überall werden wir zum Konsumieren und Kaufen animiert und so mancher Impulskauf verstaubt nach kurzer Zeit im Schrank.
Gerade die Fast-Fashion-Industrie trägt dabei zu einer hohen Belastung für die Umwelt bei. Kleidung wird in großen Mengen und möglichst günstig produziert, während gleichzeitig immer schneller neue Trends entstehen. Viele Kleidungsstücke werden nur wenige Male getragen, bevor sie aussortiert werden.
Doch Shoppen geht auch anders. Warum immer neu kaufen, wenn es bereits genug gibt? In Augsburg gibt es zahlreiche Secondhand- und Vintage-Läden, in denen sich gebrauchte Kleidung und andere Dinge finden lassen.
Secondhand muss dabei längst nicht bedeuten, auf Mode zu verzichten. Im Gegenteil: Wer gebrauchte Kleidung kauft, findet häufig besondere Einzelstücke, ältere Kollektionen oder Vintage-Teile, die nicht jeder im Schrank hängen hat. Und ganz nebenbei bekommt Kleidung ein zweites Leben, anstatt dass für den nächsten Einkauf direkt ein neues Kleidungsstück produziert werden muss.
Welche Vintage-Läden es gibt, findet ihr hier:
Ihr wisst nicht, wohin mit euren alten Sachen? Statt sie wegzuwerfen, könnt ihr sie weiterverkaufen, verschenken oder tauschen. Wie wäre es zum Beispiel, mal selbst einen Stand auf einem Flohmarkt zu machen und aussortierten Dingen ein neues Zuhause zu geben? Wer lieber online verkauft, kann Plattformen wie Vinted nutzen und Kleidung unkompliziert verkaufen. So landet weniger im Müll und vielleicht findet sich im eigenen Kleiderschrank auch das ein oder andere Teil, das jemand anderes noch gerne tragen würde.
Reparieren statt wegwerfen
Der PC macht Probleme, die Fahrradbremse funktioniert nicht mehr richtig oder die Lieblingshose hat plötzlich ein Loch. Die einfachste Lösung scheint oft zu sein: weg damit und neu kaufen.
Doch viele kaputte Gegenstände müssen gar nicht sofort im Müll landen. In Repair-Cafés können defekte Dinge gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfer:innen untersucht und im besten Fall repariert werden.
Dabei geht es nicht nur darum, den Gegenstand wieder funktionstüchtig zu machen. In den Repair-Cafés wird gemeinsam repariert. Wer dabei zuschaut und selbst mit anpackt, kann gleichzeitig lernen, wie kleinere Reparaturen funktionieren und sich vielleicht beim nächsten kaputten Gegenstand selbst daran versuchen.
Von Kleidung und kleinen Möbeln über Fahrräder und Spielzeug bis hin zu PCs, Haushalts- und Mediengeräten oder Musikinstrumenten, können viele unterschiedliche Dinge zum Reparieren mitgebracht werden.
In Augsburg gibt es mehrere Repair-Cafés, zum Beispiel die Arche Augsburg oder das Habitat Augsburg e. V. am Glaspalast. Auch in Haunstetten und Stadtbergen gibt es Repair-Cafés, in denen defekte Gegenstände gemeinsam repariert und so vor dem Wegwerfen bewahrt werden.
Unverpackt einkaufen
Wer beim Einkaufen Verpackungsmüll vermeiden möchte, findet in einem Unverpackt-Laden eine einfache Alternative zum klassischen Supermarkt. Denn viele Produkte sind nach wie vor in Plastik oder anderen Verpackungen abgepackt. In Unverpackt-Läden können Kundinnen und Kunden dagegen ihre eigenen Behälter mitbringen und genau die Menge abfüllen, die sie tatsächlich benötigen.
Und so funktioniert der Einkauf: Zuerst werden die leeren Behälter gewogen. Anschließend können die gewünschten Produkte selbst abgefüllt werden – egal, ob nur eine kleine Menge oder gleich ein größerer Vorrat. An der Kasse wird schließlich das Gewicht des Behälters abgezogen, sodass nur für den Inhalt bezahlt wird.
Der Vorteil daran ist, man kauft genau so viel, wie man tatsächlich braucht, und spart gleichzeitig Verpackung. Wer beispielsweise nur 200 Gramm Nüsse benötigt, muss nicht automatisch eine große Packung kaufen.
In Augsburg gibt es mehrere Möglichkeiten, nach diesem Prinzip einzukaufen. Dazu gehören beispielsweise rutaNatur und Auxburg Unverpackt. Angeboten werden unter anderem Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Getreide, Nüsse oder Gewürze, aber auch Haushalts- und Hygieneprodukte.
Wer also bewusster einkaufen und dabei Verpackungsmüll reduzieren möchte, kann mit einem Besuch im Unverpackt-Laden ganz einfach den ersten Schritt machen.
Klein anfangen
Nachhaltiger zu leben, bedeutet nicht, von heute auf morgen alles verändern zu müssen. Oft sind es gerade die kleinen Entscheidungen im Alltag, die einen Unterschied machen können. Zum Beispiel kann man für den Weg zur Arbeit das Fahrrad oder die Tram statt des Autos nehmen oder einfach einen eigenen Kaffeebecher mitnehmen, wenn man sich unterwegs einen Kaffee holt. Wichtig ist nicht, alles perfekt zu machen, sondern die eigenen Gewohnheiten Schritt für Schritt zu hinterfragen und vielleicht die ein oder andere davon zu verändern.