Jahrescharts: Das sagt deine Lieblingsmusik über dich aus

Der Dezember ist nicht nur Weihnachtsmonat, sondern auch Zeit der Jahresrückblicke. Besonders Musikfans nutzen ihre Streaming-Charts, um 2018 nochmal Revue passieren zu lassen.

Jahrescharts: Das sagt deine Lieblingsmusik über dich aus

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und damit werden wir auch wieder in den sozialen Netzwerken und Online-Portalen mit den verschiedensten Jahres-Bestenlisten bombardiert. So unterschiedlich die Interessen sind, so vielfältig sind auch die Top 10, 50 oder 100 Listen, die uns an allen virtuellen Ecken begegnen: Die besten Filme, Bücher, Tinder-Fails oder Lokale, in denen man vegan und nachhaltig zu Techno für einen guten Zweck mit Kindern feiern kann. Als musikbegeisterte Redaktion haben wir natürlich auch einen Blick auf unsere Spotify Jahrescharts geworfen und diejenigen mit geisteswissenschaftlichem Background (natürlich vollkommen objektiven und gut begründet) einige Typen herausarbeiten lassen. Die Ergebnisse dieser erstklassigen Analyse möchten wir euch hier präsentieren:

Mimimi-llenial

2018 war ein gutes Jahr für dich - zumindest musikalisch. Eeeendlich gab es ein neues Album von Annenmaykantereit und damit auch wieder jemand, der deine First-World-Student Problems in Worte fasst (diese einzigartige Stimme!). Älterwerden, Kein Bock aufs Feiern, Liebeskummer - alles ganz ganz schlimm! Zur Abwechslung dann noch ein wenig vom neuen Liebling Fynn Kliemann (diese einzigartige Stimme!), denn der spricht dir auch so wunderbar aus der Seele. Beim Modular warst du natürlich bei den Leoniden in der ersten Reihe und mit deinem Blumenmädchen-Coachella-Influencer-Outfit so richtig alternativ und individuell unterwegs.

Rap-räsentant

Für dich als Hiphop und Rap-Afficionado gab es einige Schicksalsschläge zu verkraften, zumindest wenn du Fan von Mac Miller, Xxxtetacion oder einigen anderen Künstlern warst, die in diesem Jahr das Zeitliche gesegnet haben. Das Rap-Game ist ein hartes Pflaster und fordert leider seine Opfer. Ganz getreu dem Motto „Du kriegst mich aus der Hood, aber die Hood nie aus mir“ wird bei dir auch nur die neue Platte von Bonez MC & RAF Camora oder die 187 Straßenbande gepumpt, um zu zeigen was für Cojones du in der Hose hast. Dass du auch eine weiche Seite besitzt, ist natürlich Quatsch (vallah!) und Acts wie Casper oder Marteria nur für Hipster. Und woher die ganzen gestreamten Stunden von Drake auf deinem Profil kommen, kannst du dir auch nicht erklären.

Schwermetaller

Einer deiner prägendsten und nervenaufreibendsten Momente in diesem Jahr war das Campen vor dem PC, um an Karten für das Rammstein-Konzert 2019 zu kommen? Dann dürftest du hier gut aufgehoben sein. Egal ob altbewährt mit Judas Priest, epochal mit Behemoth oder eher experimenteller mit Zeal & Ardor - für Liebhaber der härteren Töne hatten die vergangenen 365 Tage definitiv auch genug zu bieten. Wenn du gerade nicht damit beschäftigt warst, deine Mähne nach allen Regeln der Headbang-Kunst auf Konzerten oder daheim fliegen zu lassen, hast du wahrscheinlich wie jedes Jahr traurig das Circus vermisst und dich mit deiner Truppe in der RoFa getroffen. Dort sind dann sicherlich schon die ersten Pläne und Line-Up Diskussionen entstanden, weil es auch im nächsten Jahr selbstverständlich wieder nach Wacken und/oder aufs Summer Breeze geht.

Nerd

Auch für dich liegt wieder ein erfolgreiches Jahr voller Musik zurück. Als Kenner beschränkst du dich natürlich nicht nur auf ein Genre, sondern bist offen für alles, was in deinen Augen „richtige Musik“ ist und nicht so ein „Müll“ aus den Mainstream-Charts. Dementsprechend gab es genug Neuerscheinungen, die dich in deiner Freizeit gut beschäftigt haben: Newcomer wie Sam Fender, die von Kritikern gefeierte Mitski oder die zum Himmel gehypeten The 1975. Den Rest deiner Zeit hast du dann dafür verwendet, um nach München oder andere große Städte für deine unzähligen Lieblingskünstler zu fahren, schließlich kommen 80% davon auf ihren Touren nicht in Augsburg vorbei. Und wenn sich dann doch mal jemand für dich interessantes in die Soho Stage oder die Kantine verirrt, ist es für dich wie ein Klassentreffen, weil das Publikum mindestens zur Hälfte aus den bekannten Gesichtern der Augsburger „Musik-Elite“ besteht.

Retro-Rocker

Spotify Jahrescharts? So etwas kennst du gar nicht, weil du gar keinen Account besitzt. Du schwörst noch auf die gute, alte Schallplatte und wenn man mal wieder sparen wollte CD. Nur mit Musik, die vor den 90ern entstanden ist, kannst du wirklich etwas anfangen. Dementsprechend war auch dein 2018 geprägt: Du hast bei Bohemian Rhapsody im Kino Rotz und Wasser geheult und bist auf der Hype-Welle von Toto’s „Africa“ ganz vorne mitgeschwommen - schließlich ist es ja auch der beste Song, der jemals geschrieben wurde! Dein ganzes Geld ging für Tickets flöten, weil all deine Legenden im nächsten Jahr auf Tour gehen: Bon Jovi, Kiss, Eagles, Bob Dylan. Am besten gleich zusammen mit Papa, weil er in den meisten Fällen (bewusst oder unbewusst) für deinen Retro-Geschmack verantwortlich ist.

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