Der Mond und sein Einfluss auf den Menschen: Quatsch oder Tatsache?

Am Mittwoch, den 6. Oktober, ist Neumond. Aber was heißt das für uns? Können wir das einfach ignorieren oder ist was dran an dem Mondkalender, nach dem sich viele Menschen richten? Wir sind der Sache auf die Spur gegangen.

Der Mond und sein Einfluss auf den Menschen: Quatsch oder Tatsache?

Einmal im Monat ist Neumond. Am Mittwoch, den 6. Oktober, ist es wieder so weit: Der Mond steht genau zwischen Erde und Sonne und ist somit für uns nicht mehr sichtbar. Seit jeher schreiben Menschen überall auf der Welt und in jeder Kultur dem Mond eine besondere Bedeutung zu. Viele tun das nach wie vor. Immerhin kann der Mond ganze Ozeane bewegen. Wieso also nicht auch uns, da wir doch auch zu einem großen Teil aus Wasser bestehen?

Welcher Einfluss wird dem Mond zugeschrieben?

Es gibt einige Menschen, die dem Mond eine zentrale Bedeutung für ihr eigenes Leben beimessen. Dafür spielen die Mondphasen eine große Rolle. Je nachdem, in welcher Mondphase sich der Mond befindet, denken sie, dass die Zeit für bestimmte Dinge gekommen. So glauben sie, dass ein Friseurbesuch in der Phase des zunehmenden Mondes gemacht werden soll, damit die Haare kräftig nachwachsen. Eine Operation wird bevorzugt in die Phase des abnehmenden Monds gelegt, da die Wundheilung besser verlaufen soll. Darüber hinaus sind viele Menschen davon überzeugt, bei Vollmond schlecht zu schlafen.

Wissenschaftlich geprüft: Hat der Mond einen Einfluss auf den Menschen?

Wenn wir wissen wollen, ob etwas stimmt oder nicht, wenden wir uns für gewöhnlich an die Wissenschaft. Sie muss doch eine eindeutige Antwort liefern können, oder nicht? Tatsächlich gibt es einige Studien, die sich mit dem Mond und dessen Auswirkung auf den menschlichen Körper beschäftigt haben.

Studien, die den Einfluss bestätigen

Anfang des Jahres machten zwei Studien Schlagzeilen, die einen Einfluss auf den Menschen belegen konnten. Das war zum einen eine Studie US-amerikanischer und argentinischer WissenschaftlerInnen, die das Schlafverhalten von über 550 ProbandInnen in den Mondphasen untersuchten. Unter den ProbandInnen waren zum einen Menschen, die in abgelegenen Dörfern, teils sogar ohne Elektrizität leben und zum anderen GroßstadtbewohnerInnen. Das Ergebnis: Sowohl in den Dörfern, als auch in der lichtverschmutzten Großstadt schliefen die ProbandInnen in den drei bis fünf Tagen vor Vollmond kürzer. Allerdings zeigte sich der Effekt in der Großstadt weniger stark. Die WissenschaftlerInnen kommen daher zu dem Ergebnis, dass es sich um eine angeborene Anpassung auf das erhöhte Lichtangebot handelt, dass die Menschen früher aktiv nutzen – immerhin war Licht nie „auf Knopfdruck“ da, wie heute.

Eine weitere Studie konnte den Zusammenhang des weiblichen Zyklus und den Mondphasen nachweisen. ForscherInnen an der Universität Würzburg werteten die Menstruationstagebücher von 22 Frauen aus, die diese teils über 32 Jahre hinweg geführt hatten. Bei knapp einem Viertel der Frauen unter 35 setzte die Periode synchron zum Voll- beziehungsweise Neumond ein. Allerdings handelt es sich um eine kleine Studie mit sehr geringer Teilnehmerzahl, die daher wenig Aussagekraft hat.

Studien, die den Einfluss widerlegen

Dem gegenüber stehen zahlreiche Studien, die keinen Effekt des Mondes auf den Menschen erkennen konnten. Chirurg René G. Holzheimer beispielsweise, ist dem Mythos über den Wundheilungsprozess auf den Grund gegangen und hat mehr als 800 Operationen und deren Heilung ausgewertet. Ergebnis: Es ist kein Zusammenhang mit den Mondphasen feststellbar. Weitere Studien befassten sich mit einer etwaigen Auswirkung des Mondes auf den Schlaf und konnten ebenfalls keinen Zusammenhang feststellen.

Laut dem Heidelberger Soziologen und Geograph, Edgar Wunder, mit dem Deutschlandfunk Nova Anfang des Jahres über das Thema sprach, glauben Menschen deshalb so gerne an die Kraft des Mondes und Mondkalender, weil ihnen dadurch Entscheidungen abgenommen werden. Wunder hatte unzählige Studien zum Mondeinfluss überprüft und keine überzeugende gefunden. Auch die oben beschriebenen Studien zum nachgewiesenen Einfluss des Mondes auf den Schlaf und auf den weiblichen Zyklus überzeugen ihn nicht. Der Untersuchungszeitraum der Schlaf-Studie sei viel zu kurz gewesen und der nachgewiesene Zusammenhang mit der Periode sei seiner Meinung nach viel zu gering, als dass man ihn als solchen bezeichnen könnte.

Was meint Augsburg?

Wir wollen das Thema mit einer kleinen Umfrage abschließen. Was ist eure Meinung zum Thema? Hat der Mond Auswirkungen auf unseren Körper?

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Wir sind gespannt auf eure Meinungen.

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