ModularPlus – Die Newcomer Bühne

Bye Bye Modular. Wir verabschieden uns wieder für ein Jahr von dem wundervollen Festival. Was bleibt, sind unzählige Eindrücke.

ModularPlus – Die Newcomer Bühne

Regionale Bands sind für Hallo Augsburg immer ein besonderes Highlight. Mit unseren Wohnzimmerkonzerten unterstützen wir unsere lokalen Künstler und nun haben sie mit dem ModularPlus auch eine Bühne auf dem beliebten Augsburger Festival bekommen, auf der sie sich 20 Minuten lang von ihrer besten Seite präsentieren können.

Die Bühne im Theater punktet mit einer außergewöhnlichen Beleuchtung und einer coolen Atmosphäre. Bedauerlicherweise leidet die Akustik unter den hohen, blanken Betonwänden etwas und aufgrund der limitierten Kapazität, finden wir fortlaufend eine lange Warteschlange vor dem Eingang vor. So ist es nicht jedem möglich, die Auftritte der Künstler zu sehen. Trotzdem ist die Stimmung bei den Konzerten ganz speziell und ein Magnet für Musikentdecker. Es gibt einige Verwirrung mit den Zeiten und der Reihenfolge der Auftritte. Aber davon lassen sich die Newcomer nicht aus der Ruhe bringen und liefern teilweise so großartige Shows ab wie die etablierten Größen auf den Outdoor-Bühnen.

Moritz

Moritz eröffnet am Samstagnachmittag die ModularPlus Bühne im Theater. Der erste Eindruck vermittelt das Bild eines süßen Jungen – aber schnell wird klar: Der Schein trügt. Der Sound ist smooth, die Texte deep. Zu jedem seiner Songs erzählt der junge Augsburger eine Geschichte. Mal über Verliebtheit, bei der er bereits im Vorhinein weiß, dass sie zu nichts führt, mal über seine ehemalige Lehrerin, die seinen Song als Hardcore bezeichnet.

Hausnummer 13

Verrückt, ominös, unvergleichlich. Das sind wohl die Adjektive, mit denen man die Band Hausnummer 13 am ehesten beschreiben könnte. „Bitte dreht die Mikrofone voll auf, einfach escalate“, ruft Nina Richtung Technik. „Das muss hallen". Und schon geht es los mit einem fast gespenstischen und wirklich abgefahrenen Einstieg. Die Band harmoniert so wunderbar und doch sind alle Mitglieder ganz einzigartig und speziell. Mit einem Danke an die Fans und dem Hinweis auf ihr neues Album 13a verlassen sie die Bühne und wir sind wirklich gespannt auf das, was da von den Fünf noch kommt. Der Auftritt der Augsburger lässt uns erstaunt und beeindruckt zurück. Ein erstes Wiedersehen gibt es am Freitag auf der Maxstraße bei den Sommernächten.

Boost

Ein weiterer Local-Hero betritt die Bühne. Und Boost fackelt nicht lange. Eine große Fan-Menge ist bereits am Start und der Rapper holt die Masse zusammen mit seinen Kollegen direkt ab. Alle gehen in die Hocke und dann geht es ab. Kopfnicken zu fetten Beats und krassen Texten – einfach feinster Deutsch-Rap. Am Donnerstagabend könnt ihr sie im Rahmen der Sommernächte auf dem Königsplatz wiedersehen.

Das Kitsch

Das Kitsch – mal melancholisch, mal rockig. So erfrischend und groovig und plötzlich stehen wir dort mit mega Gänsehaut. Irgendwie löst Das Kitsch viele Gefühle aus und ist zugleich super funky. Der Schlagzeuger hat den größten Spaß im Hintergrund und animiert die Menge mit seinen Drumsticks. Der letzte Song geht noch einmal speziell unter die Haut. Da wünschen wir uns, es währen mehr als zwanzig Minuten Zeit.

Lilla Blue

Inspiration für ihr neues Projekt Lilla Blue sammelt Julia Kratzer, alias Julie, aus Gablingen während ihrer Zeit in Schweden. Barfuß, ganz natürlich und authentisch kommen die zwei Mädels Julie und Belen auf die Bühne. Mit einer Gitarre, einem Cello und ganz viel Gefühl in der Stimme erobern sie das Publikum. Neben eigenen Songs geben sie ein Cover der Band „Florence + The Machine“ zum Besten. Der Auftritt wird mit tobendem Applaus belohnt.

St. Louis & The Walking Dead

Nicht nur die Uhrzeiten, sondern auch die Reihenfolge des ModularPlus gerät nun immer mehr durcheinander. So stehen plötzlich St. Louis & The Walking Dead auf der Bühne. Das beirrt die beiden Musiker aber offensichtlich nicht. Sie wirken routiniert und nach einem kurzen Soundcheck liefern sie satte, rauchige Rock’n’Roll-Klänge ab, die aus den 50er Jahren stammen könnten. Die Band klingt wegen ihrer eingängigen, psychodelischen Sounds fast nach mehr als zwei Leuten. Alles in allem eine ziemlich fette Nummer.

Lienne

Mit dabei ist natürlich auch die Augsburger Newcomerin Lienne. Sie wirkt cool, fast schon wie eine der ganz Großen. Mit den Streichern zusammen liefert sie eine stimmgewaltige Performance ab, auch wenn die Räumlichkeiten dafür nicht ganz perfekt sind. Wirklich schön.

Julo & The Calumets

Zuletzt sind auch die Jungs von Julo & The Calumets mit am Start. 2015 war der Gitarrist, Singer und Songwriter Julo noch mit der Band Pinewood Soul auf dem Modular zu hören. Vier Jahre später kehrt er mit einem Solo-Projekt auf das Augsburger Festival zurück und überzeugt mit seinem Psychedelic-Folk-Rock. Die Melodien versetzen uns in die 60s und er schafft es, auch in der neuen Konstellation mit Alex und Clemens, das Publikum abzuholen. Wir sind gespannt, was da noch kommt.

Wie haben Dir die Newcomer auf der ModularPlus Bühne gefallen?

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