Augsburger Millennials – was sie sich wirklich im Job wünschen

Man kann über unsere Generation sagen, was man will, aber wenn es um die Arbeitswelt geht, wissen wir genau, welche Forderungen wir stellen können.

Augsburger Millennials – was sie sich wirklich im Job wünschen

„Millennials“ revolutionieren bekanntlich gerade die Arbeitswelt. Auch ich denke in letzter Zeit immer häufiger darüber nach, was mir in meinem zukünftigen Job wichtig ist. Wie vermutlich viele von euch träume natürlich auch ich von einem Job, mit dem ich mich identifizieren kann. Der im Idealfall also zu meiner „Berufung“ wird – und mich trotzdem finanziell absichert. Ganz schön hohe Ansprüche, zugegeben. Aber in einer Berufswelt, in der es dank Digitalisierung und Globalisierung mittlerweile nahezu unendlich viele Möglichkeiten und Chancen gibt, kann man doch groß träumen, oder? Und ist es nicht genau das, was unsere Generation auch auszeichnet? Ich habe mich mal in der Stadt umgehört und nachgefragt: Was erwarten sich Augsburger Millennials von ihrem Beruf?

Neue Generation, neue Arbeitswelt

„Ich wünsche mir Aufgaben, die mich wirklich fordern.“

„Früher, also in unserer Eltern-Generation, war es glaube ich eher üblich, lange beim gleichen Arbeitgeber zu bleiben. In unserer Generation will man öfter mal wechseln und neue Seiten und Perspektiven kennenlernen“, erzählt mir Stephie, als wir uns auf einen Kaffee treffen. Sie promoviert gerade in Wirtschaftswissenschaften an der Uni Augsburg. „Viele meiner Bekannten sagen, nach ca. 3 Jahren ist es Zeit, dass man wieder wo anders hinkommt.“ Auch ihr selbst ist es wichtig, möglichst flexibel zu arbeiten. Gleitzeit, Home-Office und mobiles Arbeiten – solche Freiheiten, wann und wo sie ihre Arbeit erledigt, sind für Stephie besonders wichtig. „Auf jeden Fall wünsche ich mir Aufgaben, die mich fordern – und einen sicheren Job.“

Interessante Aufgaben statt das große Geld

Flexibilität – das scheint wohl das Stichwort in der modernen Arbeitswelt zu sein. Kein Wunder, denn genauso wie sich unsere Gesellschaft langsam von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft wandelt, wandeln sich auch veraltete klassische Arbeitsstrukturen. Mich interessiert jedoch, was Millennials aus anderen Berufsgruppen denken. Also recherchiere ich weiter.

„Mir ist es wichtig, dass es flache Hierarchien gibt.“

Andreas, der vor Kurzem eine Festanstellung als Software Engineer angenommen hat, erzählt mir von seiner Jobsuche und verrät schmunzelnd: „In einer Firma kam ich in die letzte Bewerberrunde. Doch als sie mir mitteilten, ich solle doch förmlich gekleidet kommen und am besten noch meine Haare abschneiden, hatte ich keinen Bock mehr auf die Stelle.“ Er hat sich schließlich für einen Job entschieden, in dem er zwar weniger Gehalt bekommt, die Aufgaben dafür aber interessanter sind. „Mir ist es wichtig, dass es flache Hierarchien gibt. Und dass mein Arbeitsweg ziemlich kurz ist, ist natürlich ein Pluspunkt“, lacht er, „so bleibt mehr Zeit für andere Dinge.“

Mehr Freizeit ist auch für Johannes ein wichtiges Kriterium bei der Jobwahl. Seit rund zwei Jahren arbeitet er mittlerweile in der Medienbranche. „Ich will neben meinem Beruf auch eigene Projekte weitermachen, drum wäre eine Anstellung in Teilzeit eigentlich perfekt für mich“, erzählt er.

„In der Generation nach uns wird vermutlich wieder alles anders“

Flexibilität, anspruchsvolle und interessante Aufgaben und trotzdem ein sicherer Job. Sollte doch eigentlich nicht so schwer sein oder? Denn wenn wir uns mit einem Job wirklich identifizieren können, ist auch das Thema Work-Life-Balance gar kein so großes Drama mehr – zumindest bei den Augsburger Millennials. Doch in der Generation nach uns könnte sich das Ganze schnell wieder ändern, erklärt Stephie. „Auf einem Kongress habe ich gehört, dass sich die Generation nach uns eher weniger Flexibilität wünscht und vor allem wieder mehr Trennung von Beruflichem und Privatem.“ Lassen wir uns überraschen.

Bis dahin machen wir uns die Arbeitswelt weiterhin so, wie sie uns gefällt!

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