Bekommt Augsburg eine Magnetschwebebahn?

Eine Magnetschwebebahn zwischen Augsburg und München zur Entlastung der A8? Wir haben nachgefragt, was an den Überlegungen dran ist.

Bekommt Augsburg eine Magnetschwebebahn?

Unvergessen: Die legendäre Transrapid-Rede von Edmund Stoiber.

Vielleicht erinnern sich manche von Euch noch an unseren ehemaligen, bayerischen Ministerpräsident Edmund Stoiber. Beim Gedanken an den Politiker kommen bei mir recht schnell Erinnerungen an diverse, sehr amüsante Versprecher und Vorträge hoch. Die legendärste Ansprache von ihm ist dabei zweifelsfrei seine Transrapid-Rede. Solltest Du die noch nicht kennen: Es lohnt es sich, das Ganze mal zu googeln. Wieso wir damit nun über zehn Jahre später ankommen? Es gibt neue Pläne für eine Magnetschwebebahn – und zwar zwischen München und Augsburg. Wir haben beim zuständigen Planungsbüro nachgefragt.

Planungen für den Transrapid 2.0

Den Grund für solche Überlegungen dürften alle, die schon einmal zu Stoßzeiten zwischen Augsburg und München unterwegs waren, recht logisch finden: das Projekt soll die Verkehrssituation zwischen den beiden Städten entlasten. Der Ausbau würde parallel zur A8 verlaufen, die ursprünglich angedachte Strecke führt dabei von Pasing bis nach Dasing. Seit einer Weile sind nun auch Überlegungen für einen Verlängerung nach Augsburg im Spiel. Die Endhaltestelle soll sich in der Nähe der Autobahnabfahrt im Nordosten Augsburgs befinden.

Für die Konzipierung der Projektidee ist das Bauunternehmen Max Bögl zuständig. „Wir gehen davon aus, dass der Bedarf für Nahverkehrslösungen durch die Urbanisierung weiter steigen wird“, teilt uns das Unternehmen mit. In der Schwebebahn sehen sie die optimale Lösung dieses Problems und des Bedarfs. Das Transportsystem soll auf dem Mittelstreifen der A8 verlaufen und ist so flexibel ausgelegt, dass Trassenhöhen von ebenerdig bis über 20 Metern Höhe möglich sind, um beispielsweise Brücken überwinden zu können. Im Schnitt würde sie auf circa sieben Metern Höhe über der Autobahn verlaufen.

Was kann die TSB was ein Regionalzug nicht kann?

Dass das Transportsystem attraktiver ist, als auf der A8 im Stau zu stehen leuchtet ein. Doch wo liegen die Vorteile gegenüber den Regionalzügen, die schon auf der Strecke verkehren? Die Bahn ist durch die Magnetschwebetechnologie noch einmal deutlich leiser als die Züge des Regionalverkehrs. Zudem ist das fahrerlose Transportsystem weniger anfällig für Einflüsse von außen, wie beispielsweise Schnee und Eis. Im Winter wäre das Transportsystem also deutlich zuverlässiger als die Regionalbahn. Auch der Energieverbrauch soll geringer ausfallen und die Streckenführung ist deutlich variabler und platzsparender als der Ausbau eines Gleisnetzes, teilt uns das Unternehmen mit. Gegenstimmen fordern trotzdem, dass ein Ausbau und eine Verbesserung der Zuganbindung erst einmal sinnvoller und deshalb vorzuziehen wäre.

Die Ticket-Preise sollen bezahlbar sein.

Wird das Projekt genehmigt, wäre eine Umsetzung binnen zwei Jahren möglich. Der Kostenpunkt liegt laut dem Unternehmen Max Bögl zwischen 30 und 50 Millionen Euro pro Kilometer – finanziert werden würde das Vorhaben von privaten Investoren und beispielsweise Zuschüssen vom Bund durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Die Ticketpreise sollen dann genau wie S-Bahn- oder U-Bahn-Tickets für jeden und jede bezahlbar sein.

Ob und wie das Projekt umgesetzt wird, steht momentan noch nicht fest. Denn vor fünfzehn Jahren hat man sich bereits einmal gegen die Umsetzung entschieden und auch der Transrapid, der von einem deutschen Unternehmen in Shanghai gebaut wurde, kann aus unterschiedlichen Gründen nicht als Erfolg verbucht werden. Es bleibt also weiter zu prüfen, wie sinnvoll ein solcher Bau ist. Eine spannende Überlegung zur Entlastung der Pendlerstrecke ist es in jedem Fall.

Logo