Von 2G auf 3G: Für manche Betriebe überlebensnotwendig

Seit Mittwoch, den 9. Februar, können wieder alle Menschen körpernahe Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Die 2G-Regel wurde durch eine 3G-Regelung ersetzt. Wir haben mit Artwork Hairdresser und Beauty4Life gesprochen.

Von 2G auf 3G: Für manche Betriebe überlebensnotwendig

Die körpernahen Dienstleistungen, also Friseure, Massagestudios, Beautysalons oder auch Tattoo- und Piercingstudios, haben in den vergangenen zwei Jahren unter großen Einschränkungen arbeiten müssen. Zuletzt konnten sie nur noch genesene oder vollständig geimpfte KundInnen empfangen. Verständlich, dass die Erleichterung über die 3G-Regel groß ist – auch bei Augsburger Dienstleistern.

Die Unsicherheit war groß

Sarah Nikola führt seit über zwölf Jahren das Kosmetikstudio „Beauty4Life“. Die leichten Lockerungen bedeuten für sie eine große Erleichterung. „Mich freuen die neuen Regelungen total, da doch zwei bis drei Kunden noch nicht geimpft sind und diese jetzt mit einem tagesaktuellen, negativen Test wieder zu uns können“, sagt sie. Ihr größtes Problem sei es jedoch nicht, dass KundInnen nicht geimpft sind, sondern vielmehr die Verunsicherung darüber, welche Regelungen wo gelten. „Ich weiß auch, dass viele sich sehr zurückgezogen haben und warten, bis alles vorbei ist“, meint sie.

Endlich weniger Papierkram

Außerdem sei sie erleichtert, dass sie nun nicht mehr zu jedem Termin neue Kontaktdaten aufnehmen muss. „Wir haben ja unseren Kalender, in dem die Kunden mit ihren Kontaktdaten und dem Zeitpunkt, an dem sie im Studio sind, stehen“, erzählt sie. Durch die Regelung sei alles doppelt gemoppelt gewesen und die Kunden davon genervt. Vom Papierverbrauch ganz zu schweigen, wie sie sagt.

Sie blicke entspannt in die Zukunft. „Ich freue mich auf weitere Lockerungen und auf den Glaluben der Politiker in uns, auch selbstverantwortlich sein zu können“, sagt sie.

Pleitewellen im Friseur-Sektor

Auch Mona, Inhaberin des Friseursalons „Artwork Hairdresser“, freut sich über die Lockerungen. Sie habe in der vergangenen Zeit stark von ihrem großen Kundenstamm profitiert und somit Glück gehabt. Die meisten ihrer KundInnen seien geimpft, weswegen es bei Artwork Hairdresser zu keinen großen Lücken kam. Aber sie wisse, dass viele andere ihrer KollegInnen die 2G-Regelung hart getroffen habe und einige Friseure aufgeben mussten. „Für viele Friseursalons ist es lebensnotwendig, dass wieder alle kommen können“, sagt sie. Zusätzlich seien die vielen Ausfälle in der Belegschaft durch die Quarantäne-Regelungen eine große Herausforderung für die Friseurbetriebe gewesen.

Was nehmen die KundInnen für ihre Haare in Kauf?

Auch beim Friseur „Haarscharf“, der erst im Sommer wieder in seine angestammten Räumlichkeiten am Oberen Graben zurückkonnte, ist man froh über die Lockerungen. „Durch die 2G-Regelung wurden geplante Termine von KundInnen abgesagt“, erzählt Friseurgesellin Vanessa. Aber nicht nur die 2G-Beschränkung sei Grund für Absagen. Auch wegen der Maskenpflicht oder aufgrund von Kurzarbeit beschlossen KundInnen doch nicht zu kommen. Da gehe es um die Frage: „Was nehme ich auf mich, um gepflegte und schöne Haare zu haben?“, sagt Vanessa. „Wir sind sehr dankbar, über jeden der zu uns kommt und sehr froh, wieder für alle zugänglich zu sein“.

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