Lienne – Augsburgs Hoffnung für die Popmusik

Seit Dezember vergangenen Jahres versucht die Augsburger Nachwuchskünstlerin Lienne mit zeitgemäßer Popmusik ihre Lebenslust zu verbreiten. Die Zeichen stehen gut, dass ihre Songs auch außerhalb der Fuggerstadt die Menschen begeistern werden.

Lienne – Augsburgs Hoffnung für die Popmusik

„Uns Frauen sagt so schnell keiner was“, mit dieser Kampfansage will Lienne die Musikwelt ordentlich aufmischen. Bevor sie jedoch deutschlandweit und international durchstarten kann, muss sich die 19-Jährige erstmal beim kritischen Augsburger Publikum durchsetzen. Seit Dezember 2018 begeistert sie die einheimischen Grantler mit ihrer Popmusik und Lebenslust. Seit dem vergangenen Donnerstag ist auch erstes hör- und sehbares Material in Form von dem Musikvideo zum Song „World’s Madness“ erschienen. Für das Projekt Lienne war es ein relativ kurzer Weg, für die Sängerin dahinter jedoch ein langer, der sich schon früh abzeichnete.

Wie alles begann…

Ihr erstes Entdeckungs-Erlebnis hatte die talentierte Augsburgerin bereits mit drei Jahren während eines Supermarktbesuchs mit ihrer Mutter. Als sie im Einkaufswagen saß und in der Schlange fröhlich „Que Sera, Sera“ vor sich hinträllerte, drehte sich die Dame vor ihr um und legte nahe, dass Lienne unbedingt zur Gesangsschule müsse. „Andere Kinder werden vielleicht so für kurze Zeit ruhig gestellt, bei mir hat auch danach niemand was dagegen gesagt. Das habe ich als gutes Zeichen gesehen.“ Gesangsunterricht statt Ritalin, der deutlich produktivere Weg.

Das Bühnen-Debüt folgt im Alter von 11 Jahren, ganz klassisch mit der Schulband. Damals gehörten noch ausschließlich Cover-Songs zum Repertoire von Lienne. Nun hat ihr erster Song „World’s Madness“ inklusive Musikvideo das Licht der Welt erblickt. Da die 19-Jährige zur Zeit eine Ausbildung als Mediengestalterin in Bild & Ton durchläuft, stand sie nicht nur vor der Kamera. Sie konnte ihr erstes Musikvideo mitgestalten und gleichzeitig viel lernen.

Ein starkes Team im Rücken

In den Credits des Musikvideos finden sich Namen, die in den Augsburger Musikerkreisen bekannt sind. Allen voran Stefan Krause von John Garner und Nick Herrmann, Schlagzeuglehrer, Multi-Instrumentalist, die Lienne mit ihrem großen Netzwerk als professionelles Team den Rücken stärken. So wurde für das Video Michael Baumberger engagiert, der sich nicht nur die komplette Storyline überlegt und Regie geführt hat, sondern sich auch extra eine der größten Kameras der Welt geliehen hat. Laut Krause gäbe es nur eine Kamera, die noch größer wäre – und die befindet sich im Besitz von Michael Bay.

Der John Garner-Frontmann hat die Sängerin entdeckt. Als Lienne mit zwei anderen Kollegen beim Kultstrand auf dem Gelände des Schlachthof Quartiers auftritt, spricht Stefan das Gesangstalent an und schlägt eine Zusammenarbeit vor. „Zu dem Zeitpunkt war ich mir gar nicht sicher, ob er auch wirklich will“, erzählt Lienne. Beim nächsten Auftritt Liennes ist Stefan gleich mit Nick Hermann vor Ort und bespricht das Projekt mit ihren Eltern. So kommt das Projekt ins Rollen und Stefan begleitet die Sängerin bis heute als Mentor.

Popmusik darf auch Sprachrohr sein

Ihre Texte schreibt die gebürtige Augsburgerin an ihrem Lieblingsort: dem Ufer der Wertach. Dort kann sie in Ruhe die Natur genießen und ihr Notizbuch mit neuen Werken füllen. Ihre Songs handeln von den Problemen der jungen, modernen Frau. Lienne greift das Thema insbesondere im Zusammenhang mit ihrem eigenen Migrationshintergrund auf. „Mittlerweile wird man immer schlimmer verurteilt. Wo kommst du her? Was hast du erreicht?“, sagt die Sängerin. Außerdem könne es nicht sein, dass Frauen jedes mal nach ihrem Aussehen verurteilt werden. Jeder gehöre gleich behandelt, darum gehe es auch im Song „Born Equal“.

Große Pläne für die Zukunft

Privat hört die Auszubildende gerne Popmusik von ihren Idolen wie Ariana Grande oder Billie Eilish, aber auch viel Hiphop alá Kendrick Lamar. „Wenn ich rappen könnte, würde ich das in meinen Songs auch auf jeden Fall machen. Vielleicht kommt das noch“, so Lienne. Doch die Sängerin kann sich auf jeden Fall Features mit Augsburger Rap-Künstlern vorstellen. Eines ist sogar geplant, darf aber noch nicht verraten werden. „Das wird auf jeden Fall richtig fett“, freut sich Lienne. Ein Song mit John Garner? Eine Überlegung wert, aufgrund der unterschiedlichen Genres aber eher schwierig zu gestalten. „Wenn Lienne uns mal überholt hat vielleicht – also circa in einem Monat oder so“, scherzt Krause.

Die Möglichkeit, Lienne live zu erleben wird es diesen Monat im Zuge des Modulars geben. Am 19. Juni tritt sie bei der „Roy“-Preisverleihung im Gaswerk auf, am 22. Juni beim Festival auf der Bühne im Theater. Dass sie jetzt schon auf einem der größten Festivals der Region performen darf, kann die 19-Jährige noch gar nicht richtig fassen. Neues hörbares Material gibt es schon vorher am 14. Juni, wenn die nächste Single „My Opera“ auf allen Plattformen erscheinen wird.

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