Augsburger Schüler lernen auf hoher See im segelnden Klassenzimmer

Eine ganz andere Art zu leben, kennenlernen und gleichzeitig fleißig Wissen aneignen – diese Chance haben mehrere Augsburger Schüler durch Projekte wie „High Seas High School“ erhalten.

Augsburger Schüler lernen auf hoher See im segelnden Klassenzimmer

Oft wird gefordert, dass in der Schule mehr fürs Leben gelernt werden soll. Da aber die gängige Unterrichtspraxis nur wenig Platz für außerlehrplanmäßige Themen bietet, müssen alternative Methoden konzipiert werden. Eine davon versetzt das Klassenzimmer in eine komplett andere Umgebung: auf ein Segelschiff.

Unterricht auf hoher See

Statt in einen gemütlichen Urlaub zu starten, sind vor ein paar Wochen 30 Schüler der zehnten und elften Klasse in Kiel in See gestochen – unter ihnen die 15-jährige Leonie aus Augsburg. Sie wird mit dieser aus ganz Deutschland zusammengewürfelten Klasse ein halbes Jahr an Bord des traditionellen Großseglers „Roald Amundsen“ verbringen. Organisiert wird das Projekt von dem Programm „High Seas High School“ (HSHS).

Die Methode: Erlebnispädagogik. Das heißt Schulunterricht haben und gleichzeitig „Stürmen trotzen, ferne Länder entdecken, Menschen am anderen Ende der Welt kennenlernen“. Kurzgesagt geht es an Bord des Segelschiffs um das Lernen, während man etwas praktisch erlebt. Biologie wird dann beispielsweise beim Tauchen unterrichtet, Politik auf Kuba. Der Trip ist aber weder Spaßveranstaltung noch Zuckerschlecken. Mit an Bord sind nämlich vier Lehrer die sich um den Unterricht kümmern und am Ende des Trips wird jedem Teilnehmer wie gewohnt ein schulrechtlich anerkanntes Zeugnis ausgestellt.

Praktisch aufs Leben vorbreiten

Fürs Leben lernen heißt hier auch, Verantwortung zu übernehmen. Für sich selbst und für die anderen Teilnehmer. Denn bereits nach einigen Wochen segeln die Schüler selbst, bei Tag und Nacht übernehmen die Jugendlichen Segelsetzen, Steuern und Navigieren. Für viele der Teilnehmenden ist das harte Arbeit, schließlich sind Vorkenntnisse im Segeln bei der Bewerbung für das Programm nicht erforderlich.

Ein ähnliches Projekt ist das „Klassenzimmer unter Segeln“, kurz KUS. 2008 wurde es von einer ehemaligen Leiterin der HSHS gegründet und auch hier sind etwa 30 Schüler ein gutes halbes Jahr unterwegs. Dabei werden sie an Bord gemäß des gymnasialen Lehrplans unterrichtet und gehen, wie die Teilnehmer der HSHS, in Mittelamerika für einen Monat an Land, um dort in Gastfamilien zu leben. Dieses Jahr sind auch in dieser Klasse Augsburger Schüler zu finden wie die 15-jährige Magdalena. Das Klassenzimmer unter Segeln ist auch im Oktober auf dem Traditionssegler „Thor Heyerdal“ ab Kiel zu spannenden Lernabenteuern ausgelaufen.

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