Grüne im Höhenflug und zu wenig Wahlzettel - So war die Landtagswahl in Augsburg

Gestern schaute ganz Deutschland gebannt auf Bayern, als dort die politische Zukunft der nächsten 5 Jahre mit der Landtagswahl entschieden wurde. Auch in Augsburg ging es spannend zu.

Grüne im Höhenflug und zu wenig Wahlzettel - So war die Landtagswahl in Augsburg

Gerade in so politisch angespannten Zeiten, bei denen fast täglich News über fragwürdige Entscheidungen, polarisierende Aussagen oder Skandale der Parteien erscheinen und für reichlich Gesprächsstoff sorgen, wird ein Verfahren wie die Landtagswahl in Bayern zum Großereignis.

Das zeigte sich unter anderem in der überdurchschnittlich hohen Wahlbeteiligung. Augsburg schloss sich mit rund 65% der Stimmberechtigten nicht nur dem generellen Trend an, sondern schaffte es auch durch eine Panne für deutschlandweites Aufsehen. Im Wahllokal in der Rudolf-Steiner-Schule am Schäfflerbach seien nämlich laut Augsburger Allgemeinen die Stimmzettel für die Bezirkswahl ausgegangen. Ergo mussten mehrere Wähler nach Hause geschickt werden, einige blieben auch und warteten. Nach einer Viertelstunde sei dann aber schon wieder Nachschub eingetroffen und der Betrieb konnte weitergehen. Als Begründung wurde angegeben, dass sich wohl jemand beim Bestücken des Wahllokals verzählt habe - Normalerweise seien die Wahllokale für eine Wahlbeteiligung von 70% zuzüglich 20% der Briefwähler gerüstet gewesen.

Diese Vorsorge ist mittlerweile auch notwendig. Rund 38.000 Wahlberechtigte hätten einen Antrag auf Briefwahl gestellt - das ist nicht nur ein Rekordhoch für Augsburg, sondern erreicht auch die Grenze der vorbereiteten Stimmzettel. Zusammen mit der Beteiligung an den Wahlurnen vor Ort ergibt das dann die wirklich beachtliche Zahl von 65%, die ihre Stimme abgegeben und über die politische Zukunft von Bayern abgestimmt haben. Zum Vergleich: Bei der letzten Landtagswahl waren es 55%.

Und wie hat Augsburg nun genau gewählt? Wie erwartet spiegelt sich der Gesamttrend auch beim Wahlverhalten in der Fuggerstadt wieder: CSU und SPD verlieren massiv an Prozentpunkten, während die Grünen sich über einen enormen Zuwachs freuen dürfen (In Augsburg liegen sie mit 22% der Wählerstimmen sogar um einiges höher als bei der Gesamtauswertung). Die Freien Wähler hingegen, die mit 11% in der bayernweiten Auswertung gut dastanden, erzielten in Augsburg unterdurchschnittlich viele Stimmen mit 7,6% in Augsburg-Ost und 8,6% in Augsburg-West. Bei FDP und Linke hätte der Unterschied zwischen den beiden Wahlbezirken sogar einiges mehr ausgemacht. Während die beiden Parteien im östlichen Teil der Stadt mit 5,7% (FDP) und 5,4% (Linke) in den Landtag eingezogen wären, hätten sie im westlichen Teil mit 4,9 (FDP) und 4,8% (Linke) die Hürde nicht überwinden können. Die AfD erhielt in beiden Bezirken mit rund 11,5% gleich viele Stimmen und fällt damit deutlich hinter die 17%, mit denen sie im Bundestag vertreten sind.

Besondere Auffälligkeiten in den einzelnen Stadtteilen ließen sich auch erkennen. Im Lech-, Rosenau- und Thelottviertel dominierten die Grünen mit um die 40%. Das Lechviertel ist gleichzeitig auch der Stadtteil, in dem die CSU mit 17,7% die wenigsten Stimmen in Augsburg erhielt. Oberhausen Nord sticht mit 23,1% der Stimmen für die AfD deutlich aus der Liste heraus. Mit Blick auf die Parteien, die in den Hochrechnungen unter Sonstige fallen, gab es z.B. im Stadtjägerviertel und der Jakobervorstadt Nord mit 2% die fleißigsten Wähler der PARTEI.

Wir sind jedenfalls gespannt, wie sich die Ergebnisse nun für Bayern und Augsburg im Speziellen auswirken und sind stolz auf unsere Stadt, dass so viele von euch ihre Stimme genutzt haben.

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