Grüßen + Schenken: Ein weiterer Laden schließt

Ein weiteres liebevolles Ladengeschäft verabschiedet sich aus der Altstadt. Wir haben mit dem Senior-Chef gesprochen.

Grüßen + Schenken: Ein weiterer Laden schließt

Nachdem kürzlich bereits die Spiegelburg das Ende verkündete, erreichte uns jetzt zusätzlich die Nachricht, dass das Grüßen + Schenken ebenfalls fortan die Altstadt nicht mehr mit seinen liebevollen Karten und Geschenkideen versorgen wird. Wir sind also sofort los und wollten die Hintergründe wissen.

Als wir beim Judenberg 9 ankamen, fanden wir ein trauriges Bild vor. Der Senior-Chef Karlheinz Rosenberger belud sichtbar enttäuscht seinen PKW mit Kartons aus seinem Geschäft. In seinem Laden bot er den Augsburgern immer mehr als nur Präsente und Karten. Er schenkte ihnen ein Lächeln und spezielle Aufmerksamkeiten für Menschen, die man ganz besonders gerne hat. Jetzt steht dieses schöne Konzept vor dem Aus. Dennoch empfing uns der Inhaber herzlich und beantwortete uns engagiert all unsere Fragen.

Der Grund für eine derartige Schließung ist wohl immer derselbe. Die Umsätze sind zu gering, weil die Leute schlichtweg weniger einkauften.

„Am Ende des Tages müssen wir leider Geld verdienen und können nicht laufend etwas hineinstecken, um das Geschäft am Leben zu halten“.

Auf unsere Nachfrage, inwieweit denn das verstärkte Einkaufen in Online-Shops Schuld sein könnten, reagiert er entspannt.

„Ich kann das nicht wirklich beurteilen.“

Man merkt, dass er die Verantwortung nicht einfach abwälzen möchte und professionell mit der Situation umgeht. Trotzdem gibt es eine Sache, die ihm offenbar auf dem Herzen liegt: Die Baustellen. Lange war der Judenberg nun von Baumaßnahmen betroffen und so wurde reichlich Laufkundschaft an einem gemütlichen Einkauf im Grüßen + Schenken gehindert. Auch wenn das Weihnachtsgeschäft einen kleinen Hoffnungsschimmer zuließ, sind es vor allem die Zukunftspläne der Stadt, die diesen sofort wieder im Keim ersticken. Schon bald sollen weitere Straßenbauarbeiten am anderen Ende folgen.

„Die Baustellen haben uns das Geschäft alles andere als leicht gemacht.“

Zum Glück hat Karlheinz Rosenberger auch noch ein Geschäft in der City Galerie und vertreibt Bürobedarf über seinen Online Shop. Er kann also trotz der widrigen Umstände in eine gute Zukunft blicken.

Wer auch immer letztlich an der Schließung in der Altstadt Schuld hat. Traurig ist es in jedem Fall. Denn jetzt wird am Judenberg nicht mehr gegrüßt und geschenkt, sondern Abschied genommen.

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