Kultur erleben von daheim: Mozart über die VR-Brille

Wenn du nicht ins Museum kommen kannst, kommt das Museum eben zu dir! Der Augsburger Matthias Berkmann-Schäfer hat eine App für die Virtual Reality Brille entwickelt, die die Geschichte von Leopold Mozart erzählt.

Kultur erleben von daheim: Mozart über die VR-Brille

Rund um die Kultur ist es aufgrund der Pandemie ganz schön still geworden. Veranstaltungsräume und Museen haben geschlossen. Die Musikszene hat sich deshalb schon längst in die digitale Welt begeben und streamt Konzerte. Auch andere Kunst- und Kulturveranstaltungen sind diesen Weg bereits gegangen. Museen oder Ausstellungen tun sich auf dem Weg ins Digitale noch schwer.

Der Weg zum VR-Projekt „Mozart becomes Virtual Reality“

Da möchte der gebürtige Augsburger Matthias Berkmann-Schäfer helfen. Er will Kultur in Zeiten des Lockdowns virtuell abbilden und es einem breiten Publikum zur Verfügung stellen, und zwar über eine App für die VR-Brille. Zu dem Projekt inspiriert hat ihn eine ähnliche Applikation, die das Anne-Frank-Haus in Amsterdam für Kulturinteressierte auf die Beine gestellt hat. „Die App vom Anne-Frank-Haus hat mir sehr gut gefallen und da habe ich sofort überlegt, wie man etwas ähnliches für Augsburg machen könnte“, erzählt Matthias. „Ich dachte auch an Brecht und Fugger, aber letztendlich habe ich mich für Mozart entschieden“. Da Matthias sich bereits vor vier Jahren in seiner freischaffenden Zeit mit den Themen Augmented und Virtual Reality beschäftigt hatte, bringt er bereits einiges an Know-how für das Projekt mit. So nahm die App „Mozart becomes Virtual Reality" schnell Form an.

Auf den Spuren der Mozarts

Thema der App ist Leopold Mozart. Also nicht das Wunderkind Wolgang Amadeus Mozart, sondern sein Vater, der in Augsburg geboren wurde. Mithilfe der VR-Brille und der App lauft ihr durch zwei Themenräume: einem Piano- und einem Violin-Raum. In jedem der Räume hört ihr ein musikalisches Werk Mozarts und ihr habt die Möglichkeit, mit den Musikinstrumenten interagieren. Außerdem könnt ihr zwei Briefen, die sich Leopold und sein Sohn geschrieben haben, lauschen.

Das Herzstück der Ausstellung, durch die ihr euch frei bewegen könnt, ist neben den zwei Briefen auch das Buch „Versuch einer gründlichen Violinschule“ von Leopold Mozart. So erfahrt ihr nach und nach, wie Wolfgang Amadeus Mozart zu dem Wunderkind wurde, das er war.

Wie geht es mit dem Projekt weiter?

Die App soll bald im Oculus-Store – einer Plattform auf der ihr VR-Games und Apps herunterladen könnt – hochgeladen und voraussichtlich kostenlos verfügbar sein. Das bedeutet für euch, dass ihr eine Oculus-VR-Brille benötigt, um die App nutzen zu können. Matthias hat eine Startnext-Kampagne gestartet, um noch weitere Sponsoren zu sammeln und das Projekt bekannt zu machen. Guckt mal vorbei! Außerdem plant er die App, die aktuell auf Englisch ist, bald auch in einer deutschen Version anbieten zu können.

Virtual Reality erobert immer mehr Museen

Insgesamt wird Virtual Reality-Technik immer präsenter. Es gibt inzwischen einige Museen, die schon lange vor Corona angefangen haben, den klassischen Museumsbesuch mithilfe von VR-Brillen auszuweiten. So zum Beispiel das Naturkundemuseum Berlin, dass mit VR-Brillen Dinosaurierskelette zum Leben erweckt. „Die VR-Technik hat in den letzten vier Jahren große Fortschritte gemacht und ist mittlerweile auch für viele erschwinglich geworden“, meint Matthias. Er hoffe, dass viele Menschen Zugang zur App bekommen und ihren Alltag wieder mit mehr Kultur füllen können.

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