Warum hamstern die Leute während Corona eigentlich?

In Augsburg und Umgebung wird das Klopapier in den Supermarktregalen weniger. Ja, es wird wieder gehamstert. Aber warum ist das eigentlich so? Und woher stammt der Begriff? Wir sind der Sache auf die Spur gegangen.

Warum hamstern die Leute während Corona eigentlich?

Viele von euch mussten bestimmt schon feststellen, dass schon wieder das Klopapier in den Supermarktregalen fehlt. Das letzte Mal, als Leute gehamstert haben, war vor und während dem Lockdown im März. Nun steigen die Infektionszahlen deutschlandweit rasant an und damit auch die Hamstereinkäufe. Doch warum ist das eigentlich so?

Woher stammt der Begriff „hamstern“?

Vor dem Winter ziehen Hamster über die Felder und sammeln Nahrung. So stopfen sich die kleinen Nager die Backen voll und tragen die Beute in ihr Versteck. In Krisenzeiten tun es die Menschen ihnen gleich – bloß stopfen sie sich die Einkaufstüten voll. Meist werden dann diejenigen Dinge gehamstert, die schnell knapp werden, wie Klopapier oder Konservendosen.

Der Begriff wurde bereits nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, 1945, populär. Nachdem die Nationalsozialisten gestürzt worden sind, gab es eine große Lebensmittelknappheit in Deutschland. Die Menschen hungerten und so kam es, dass sie anfingen zu hamstern. Auch in Schweden und in der englischen Sprache gibt es ähnliche Wortschöpfungen.

Warum hamstern während Corona?

Der Coronavirus kam schnell und unerwartet. Das machte den Menschen Angst. Sie haben das grundlegende Bedürfnis, sich und ihre Familie zu schützen. Aber viel mehr als zuhause bleiben, regelmäßig Hände waschen und Abstand halten konnten sie nicht machen. Beim Einkauf wurde dann einfach so viel mitgenommen, wie nur geht. Für den Notfall.

Und warum Klopapier?

Ein kanadischer Professor der Universität von British Columbia erklärt, dass Klopapier, durch die unzähligen Bildern in den sozialen Medien, ein Symbol für Sicherheit wurde. Einer fing damit an und andere machten mit – eine typische Kettenreaktion und ein Musterbeispiel für den Einfluss von sozialen Netzwerken auf das menschliche Bewusstsein.

Eine andere Erklärung wäre, dass wir Menschen eine evolutionär bedingte Abneigung gegen Dinge haben, die uns ekeln. So kaufen sie sich Hygieneartikel, wie auch Toilettenpapier. Das Ganze wird durch die Gefahr einer Infektion verstärkt. Es wurde uns eindrücklich vermitteln, dass Hygiene während einer solchen Pandemie das A und O sei.

Das sind natürlich nur Thesen. Warum die Menschen tatsächlich Klopapier horten, bleibt weiterhin unklar. Viele Wissenschaftler beschäftigen sich mittlerweile mit diesem Thema, aber letztendlich wissen es die Hamstereinkäufer selbst am Besten.

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