Kriminalstatistik 2021: Wie sicher lebt es sich in Augsburg?

Am Montag, den 14. März, stellte das Polizeipräsidium Schwaben Nord die Kriminalstatistik 2021 vor. Die Beamten zeigen sich überaus zufrieden mit den Ergebnissen. Augsburg nimmt innerhalb Nordschwabens sogar eine besondere Rolle ein.

Kriminalstatistik 2021: Wie sicher lebt es sich in Augsburg?

Wie sicher ist unsere Stadt? Das fragen wir uns manchmal, wenn wir das Fahrrad nicht ordentlich absperren oder nachts durch dunkle Gassen laufen. Wenn man der Statistik glauben mag, können wir uns in Augsburg sehr glücklich schätzen. Wir haben euch ein paar interessante Fakten aus dem aktuellen Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Schwaben Nord herausgepickt.

Martin Wilhelm, der neue Polizeipräsident vom Polizeipräsidium Schwaben Nord ist bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2021 sichtlich stolz: „Die Bilanz 2021 ist in der Tat hervorragend und erneut besser als im Vorjahr“, sagt er. Die Anzahl der Strafdelikte sei seit dem Bestehen des Polizeipräsidiums im Jahr 2008 so niedrig wie noch nie. Im Jahr 2021 gab es 3440 weniger Straftaten als 2020. „Aus unserer Sicht ist das ein hervorragendes Ergebnis - auch mit Blick auf den gesamtbayerischen Durschnitt“, sagt Wilhelm. Dieser liege nämlich etwas höher.

Weniger Diebstähle aber mehr Pornografie

Der deutliche Rückgang der Fallzahlen in Nordschwaben ist unter anderem auf die um zwölf Prozent gesunkenen Diebstahl-Fallzahlen zurückzuführen. Auch im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte als auch im Bereich der Körperverletzungen sind die Zahlen stark rückläufig. Diese Entwicklung können jedoch auch damit in Zusammenhang gebracht werden, dass es durch die Pandemie und dem dadurch eingeschränkten öffentlichen Leben zu weniger Tatmöglichkeiten kam, sagt Wilhelm.

Deutlich angestiegen sind im vergangenen Jahr die Fälle von Verbreitung pornografischer Schriften, wobei „Schriften“ hier digitale Formate nicht ausschließen. Der Polizeipräsident blickt mit Sorge auf den Anstieg von 58 Prozent in diesem Bereich, bei dem es auch um kinderpornografische Inhalte geht. Es gebe eine Arbeitsgruppe, die sich diesem Thema mit Nachdruck annehme, sagt er.

Augsburg ist die zweitsicherste Großstadt

Die Statistik der Stadt Augsburg sieht im Vergleich der Nordschwäbischen Gesamtstatistik noch etwas besser aus. Augsburg sei die zweitsicherste Großstadt mit über 200.000 EinwohnerInnen Deutschlands, sagt Wilhelm. „Der Rückgang der Straftaten ist hier noch größer als in Gesamtnordschwaben.“ Wilhelm dankt an dieser Stelle seinen KollegInnen für die „hervorragende Ermittlungsarbeit“ sowie der Augsburger Bevölkerung für ihre Mithilfe. Denn auch die bereinigte Aufklärungsquote von 72,3 Prozent der Straftaten sei äußerst zufriedenstellend.

Neue Aufgaben durch Corona

Die Polizei muss in Zeiten der Pandemie diverse Aufgabenfelder neu erlernen und übernehmen. Dazu zählen beispielsweise die Kontrolle der Einhaltung von Corona-Maßnahmen, wie Wilhelm erklärt. Aber auch die Vielzahl von Versammlungen fordern die Polizei Kräfte mäßig, sagt er. Dazu kommen die Party- und Eventszene und unterstützende Arbeit in Gesundheitsämtern. Wilhelm zeigt sich beeindruckt vom Engagement seiner KollegInnen, die hier tätig sind. Darüber hinaus betont er, dass die Funktions- und Handlungsfähigkeit der Polizei Nordschwaben dabei zu jeder Zeit gewährleistet war.

„Das letzte Jahr mit seinen vielen und besonderen Aufgaben war ein Spagat, den die Kolleginnen und Kollegen großartig gemeistert haben. Dafür spreche ich meinen Dank aus“, so Polizeipräsident Wilhelm.

Weitere Facts aus der Kriminalstatistik 2021

  • Die Corona-Pandemie hat sich auf die Kriminalitätsentwicklung ausgewirkt.

    • Es gab weniger Wohnungseinbrüche.

    • Anstieg bei Fake-Shops und anderen Betrugshandlungen im Internet.

    • Fälschung von Impfnachweisen kam als neues Delikt hinzu.

  • Wider die Erwartung durch häusliche Quarantäne, Lockdown und dergleichen, gab es keinen Anstieg von häuslicher Gewalt.

    • Rückgang im Bereich Stalking und Körperverletzungen im Haus.

    • Allerdings ist nicht auszuschließen, dass Fälle im Dunkelfeld gestiegen sind.

    • Die Polizei ist hier in der Präventionsarbeit aktiv.

  • Gesunkene Fallzahlen im Bereich der Raubdelikte könnten auf eingeschränkte Freizeitmöglichkeiten zurückzuführen sein, mutmaßt Mario Huber, Leitender Kriminaldirektor.

    • Auch der eingeschränkte Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit könnte dazu beigetragen haben.

Den Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Schwaben Nord könnt ihr in voller Länge auf der Website des Präsidiums herunterladen.

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