Tabuthema Schwangerschafts-Abbruch: My Body, My Choice!

Der Schwangerschaftsabbruch ist der einzige medizinische Eingriff, der im Strafgesetzbuch steht. Und er ist immer noch eines der größten Tabuthemen. Damit muss endlich Schluss sein!

Tabuthema Schwangerschafts-Abbruch: My Body, My Choice!

Diesen Montag war „Safe Abortion Day“ – ein Aktionstag für den sicheren Schwangerschaftsabbruch. Denn auch in Deutschland werden nicht nur ungewollt Schwangere, sondern auch die Ärztinnen und Ärzte, die Abbrüche durchführen, stigmatisiert und kriminalisiert.

Schwangerschaftsabbruch im Strafgesetzbuch

Das liegt vor allem daran, dass ein Schwangerschaftsabbruch immer noch im Strafgesetzbuch steht. „Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Nur unter bestimmten Voraussetzungen ist er der Abbruch straffrei. So steht es in Paragraf 218 des Strafgesetzbuchs. Der sogenannte Abtreibungsparagraf § 219a StGB untersagt Ärzten zudem, Schwangerschaftsabbrüche öffentlich zu bewerben, etwa auf der Website ihrer Praxis.

Absurde Reform des § 219a StGB

Anfang des Jahres 2019 hat sich die Große Koalition auf einen Kompromiss geeinigt: Das Werbeverbot bleibt, wird aber ergänzt. Ärzte und Kliniken dürfen seitdem darüber informieren, dass sie Abtreibungen anbieten. Für weitergehende Informationen müssen sie allerdings auf Behörden und Beratungsstellen verweisen. Im Klartext: Die Ärzte dürfen das Wort Schwangerschaftsabbruch verwenden, aber jede weitere Silbe bleibt strafbar. Wie absurd ist diese Reform? Wo bleibt da die sexuelle Selbstbestimmung? Die Selbstbestimmung über den eigenen Körper?

Recht auf Selbstbestimmung

Die bundesweite Liste von Ärzt*innen, die Abbrüche durchführen, ist doch nur ein gefundenes Fressen für Abtreibungsgegner, die sich „Lebensschützer” nennen. Solche Leute sind ganz klar gegen sexuelle Selbstbestimmung. Frauen sollen Kinder gebären und ihre eigenen Wünsche und ihre Sexualität dieser Aufgabe völlig unterordnen. Gleichberechtigung gleich Fehlanzeige. Und wenn sie sich gegen die Schwangerschaft entscheiden, sind sie Mörderinnen. Mich macht das so wütend.

Niemand anders als die betroffenen Frauen selbst sollten darüber entscheiden dürfen, ob sie einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen oder nicht. Denn immerhin muss kein Mann, kein Arzt und keine Institution am Ende mit den Folgen umgehen, sondern die betroffenen Frauen selbst. Ich wünsche es keiner Frau, dass sie einmal vor dieser Entscheidung steht. Aber aus vielfältigen Gründen gibt es manchmal keinen anderen Ausweg.

Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung!

Die vielen falschen Vorstellungen durch die schlechte bis gar nicht vorhandene Aufklärung und die rechtliche Lage macht es Frauen, die ungewollt schwanger werden, aber unmöglich, sich vernünftig mit dem Thema zu beschäftigen. Gleichzeitig ist es überaus schwierig, überhaupt Ärzt*innen und Kliniken zu finden, die Abbrüche durchführen. In Augsburg gibt es keine einzige Möglichkeit, in München sind es gerade mal fünf. Zum anderen fehlt ein flächendeckendes Angebot an Ärzt*innen. Denn – wie das diesjährige Motto des Safe Abortion Days ganz richtig besagt - „Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung! Egal wo. Egal wer. Egal warum.“

My Body, My Choice!

Aber es muss sich definitiv etwas in unserer Gesellschaft ändern. Eine Frau muss selbst entscheiden dürfen, was Beste für sie und ihren Körper ist. Deswegen gehören §§ 218/219 abgeschafft: My Body, My Choice!

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