Das große Clubsterben: Politiker ignorieren Veranstaltungsbranche

Seit Anfang der Corona-Pandemie steht das Clubleben deutschlandweit still. Die Schließung galt anfangs nur als vorübergehende Lösung, nun stehen die Betreiber an einer Existenzkrise.

Das große Clubsterben: Politiker ignorieren Veranstaltungsbranche

Niemand hat damit gerechnet und es trifft uns härter, als gedacht: SARS-CoV-2 hat sich binnen weniger Wochen rasant verbreitet. Schnell wurde klar, dass auch die Wirtschaft darunter leiden wird. Während des Lockdowns mussten zahlreiche Unternehmen weltweit schließen. Ebenso mussten die Clubs geschlossen bleiben, da dort die Ansteckungsgefahr zu groß ist. Verständlich, wenn eng auf eng miteinander gefeiert wird und die Hygienemaßnahmen missachtet werden. Mittlerweile durften viele Betreiber wieder öffnen, aber nicht hier in Deutschland. Die Regierung schweigt.

Feiern? Ja, aber bitte nur draußen!

Während des Sommers machten es sich viele Clubbesitzer zur Aufgabe, corona-konforme Events zu veranstalten. Das ging dann aber meist nur als Open-Air-Party. Dadurch hielten sie sich die letzten Monate über Wasser. So auch das Hallo Werner und die Kantine in Augsburg: Sie stellten gemeinsam den Kulturbiergarten am Kö auf die Beine. Nun sinken die Temperaturen aber und der Winter steht vor der Tür. Heißt, dass draußen nicht mehr gefeiert werden kann. Was nun?

Es wurde bereits über Heizkörper diskutiert, die vor allem in der Gastronomie eingesetzt werden sollen. So könnten die Gäste nämlich draußen sitzen, falls es drinnen zu eng wird. Und das, obwohl die Heizpilze als umweltschädigend gelten und deshalb in vielen Städten verboten sind. Sie stoßen pro Stunde circa 3,5 Kilogramm Kohlenstoffdioxid aus und das ist auf keinen Fall vereinbar mit unserer jetzigen Klimakrise. Auch Umweltschützer kritisieren dieses Vorhaben.

Regierung reagiert nicht auf Hilferufe

Selbst wenn der Einsatz von Heizpilzen erlaubt werden sollte, heißt das aber noch lange nicht, dass deswegen die Clubs wieder aufmachen dürfen. Das steht zurzeit nämlich gar nicht im Raum. Klar, die Fallzahlen steigen gerade wieder an. Aber die Regierung darf die Veranstaltungsbranche nicht weiter ignorieren. Sonst steht uns bald ein großes Clubsterben bevor – in großen Partymetropolen wie Berlin undenkbar.

Durch Aktionen wie „Night of Light“, bei welcher öffentliche Gebäude mit rotem Licht bestrahlt wurden, haben hunderte Veranstalter auf das Problem aufmerksam gemacht. Das Rot steht dabei für „Alarmstufe Rot“ und zwar nicht nur für Clubbetreiber, sondern auch für Barbesitzer, DJs und Eventplaner. Hier kam ebenfalls keine Reaktion seitens der Politiker. Und das sorgt für reichlich Verärgerung.

Spenden alleine reichen nicht mehr aus

Neben Open-Air-Events gab es die vergangenen Monate auch viele Spendenaufrufe, wie auch vom City Club in Augsburg. So floss wieder ein wenig Geld in die Kassen. Die Betonung liegt auf „wenig“. Denn obwohl zahlreich gespendet wurde, reicht das noch lange nicht aus. Schließlich muss die Miete weitergezahlt werden, die vor allem in der Innenstadt bekanntlich nicht günstig ist. Wenigstens durfte der City Club seinen Barbereich wieder öffnen. Ein Lichtblick, nach einer so langen Pause.

Privatpartys lassen Fallzahlen schneller ansteigen

Und was machen die feierwütigen Jugendlichen, wenn sie ihre ganze Energie nicht mehr beim Feiern in Clubs rauslassen können? Richtig, sie schmeißen ihre eigenen Partys. Das mag vielleicht harmlos klingen, aber oftmals kommen zu solchen Privatveranstaltungen über 100 Leute. Heißt, die Hygienevorschriften werden missachtet und die Abstandsregeln nicht eingehalten. Und genau bei solchen Partys werden auf einen Schlag massenweise Personen infiziert.

Die Lösung, um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden: Clubs wieder öffnen lassen – natürlich nur unter bestimmen Bedingungen und regelmäßiger Kontrolle. Es müsste ein entsprechendes Hygienekonzept formuliert werden. Wahrscheinlich müssten die Partybesucher eine Maske tragen, aber das wäre kein allzu großes Problem. Jedoch schwebt das alles noch in der Luft. Die einzigen, die etwas tun können, ist unsere Regierung. Noch hat sie Zeit, zu handeln.

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