Lokale Agenda 21: Klimacamp ist Aufruf und Erinnerung

Seit fast einem halben Jahr campieren junge UmweltaktivistInnen neben dem Rathaus in Augsburg. Mit dem Klimacamp wollen sie die Stadt dazu bewegen, mehr für den Klimaschutz zu tun. Jetzt gibt auch die Lokale Agenda 21 ihr Statement zum Camp ab.

Lokale Agenda 21: Klimacamp ist Aufruf und Erinnerung

Den einen ist es ein Dorn im Auge, die anderen bewundern das Durchhaltevermögen der jungen AktivistInnen. Das Klimacamp am Rathausplatz war von Anfang an umstritten. Doch noch darf es dort stehen bleiben. Erst kürzlich erklärte das Verwaltungsgericht Augsburg das Camp zu einer Versammlung im rechtlichen Sinne, was bedeutet, dass es dauerhaft bleiben darf.

Warum das Klimacamp nicht geräumt wird

Schon im Juli dieses Jahres wollte die Stadt Augsburg das Camp räumen lassen. Fridays for Future, die die Veranstalter des Klimacamps sind, haben dagegen geklagt. Vonseiten des Gerichts wurde damals beschlossen, dass das Camp so lange bestehen bleiben darf, bis ein endgültiges Urteil gefällt wurde. Mitte November war es dann so weit: Das Verwaltungsgericht Augsburg gab den FFF-AktivistInnen und ihrer Klage recht. Das Camp sei nicht, wie die Stadt behauptete, ein Workshop. Das Camp sei eine Versammlung im Sinne des Bayerischen Versammlungsgesetzes, da es „überwiegend auf die Teilhabe an der öffentlichen Meinungsbildung gerichtet ist“. Damit ist eine Räumung nicht mehr möglich.

Lokale Agenda und Klimacamp

Die „Lokale Agenda 21“ hat sich nun offiziell hinter das Klimacamp gestellt und zeigt sich erschüttert darüber, dass die Stadt Augsburg das Urteil des Verwaltungsgerichts nun überprüfen lassen will. Die Lokale Agenda besteht aus BürgerInnen und Organisationen unterschiedlicher Disziplinen und stellt unter anderem den Nachhaltigkeitsberat Augsburgs. Die verschiedenen Arbeitsgruppen führen Projekte und Veranstaltungen durch, erarbeiten Materialien und kommunizieren ihre Empfehlungen an den Stadtrat, die Stadtverwaltung und die BürgerInnen Augsburgs.

„Das Klimacamp erinnert uns an unsere ökologische Verantwortung“ -Lokale Agenda 21

Agenda Sprecherin Maria Brandenstein betont, wie wertvoll die Aktion für die Gesellschaft ist: „Die prominente Präsenz der Klima-AktivistInnen im Herzen der Stadt ist ein Aufruf an die Regierenden, wissenschaftlich dringend empfohlene Ziele zu verfolgen. Genauso ist es ein Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürger auch selbst die Klimaziele ernst zu nehmen, sich über einen nachhaltigen Lebensstil zu informieren und ihr Verhalten umweltbewusst anzupassen“.

Zukunftsmusik: Nachhaltigkeitszentrum statt Camp?

Eigentlich scheint es paradox, dass sich die Stadt und das Klimacamp nicht verstehen. Immerhin verfolgen sie die gleichen Ziele. Beide wollen daran arbeiten, den menschengemachten Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die Lokale Agenda 21 hat bereits eine Vorstellung davon, wie ein gemeinsamer Lösungsweg aussehen könnte: Warum nicht das Klimacamp durch einen dauerhaften Ort der Nachhaltigkeit ersetzen? Dieser Ort könnte in Form eines Raums entstehen, an welchem sich Menschen treffen, um sich über die Klimakrise und über Nachhaltigkeit zu informieren. Als Betreiber des nachhaltigen Zentrums sieht die Lokale Agenda Jugendliche, die von der Stadt unterstützt werden. Wir können gespannt sein, ob diese Idee Wirklichkeit wird.

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