Respekt und Dankeschön: 125 Kirchenmitglieder haben sich geoutet

Es war DIE Nachricht der Woche: 125 Mitglieder der Kirche haben sich zusammengetan und sich als queer geoutet. Ein mutiger und grandioser Schritt.

Respekt und Dankeschön: 125 Kirchenmitglieder haben sich geoutet

Die Meldung ging Anfang der Woche wie ein Lauffeuer durch die Medien. 125 Kirchenmitglieder outen sich. Das ist eine Meldung, die noch im Jahr 2022 groß gefeiert und kommentiert werden muss. Warum? Weil die Kirche mehrheitlich immer noch Ansichten teilt, die weniger denn je mit der Realität zu tun haben.

125 Menschen setzen ihren Job aufs Spiel

Unglaublich, aber wahr: Wer von der Kirche angestellt ist, heißt in der Kirche direkt oder etwa in einer kirchlichen Einrichtung arbeitet, kann durch ein Outing die Anstellung verlieren. Der Lesben- und Schwulenverband schreibt auf seiner Website: „Katholische Beschäftigte, die in hervorgehobener Position in kirchlichen Einrichtungen beschäftigt sind, müssen mit ihrer Kündigung rechnen, wenn bekannt wird, dass sie verpartnert oder gleichgeschlechtlich verheiratet sind.“ Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) gelte für die Kirche nicht. Der Verband rät allen anderen queeren Personen dennoch mit dem Outing vorsichtig zu sein. Nur nicht-katholische Beschäftigte müssen ihr Queer-Sein nicht mehr verheimlichen, schreibt der Lesben- und Schwulenverband.

Mutige Forderungen

Die 125 MitarbeiterInnen der katholischen Kirche, die sich am Montag, den 24. Januar, zusammen geoutet haben, fordern dass sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität künftig generell kein Kündigungsgrund mehr sind.

Die Bewegung „#OutInChurch - Für eine Kirche ohne Angst“, steht hinter der Aktion und hat ihre Forderungen in einem Manifest zusammengefasst. Demnach wollen sie auch erreichen, dass die Kirchen „in ihren Riten und Feiern zum Ausdruck bringen, dass LGBTIQ+ Personen von Gott gesegnet sind“.

Auf der Website und auch auf den Social-Media-Kanälen von #OutInChurch outen sich zahlreiche mit der Kirche verbundene queere Personen und bringen die klare Botschaft rüber: Wir wollen uns nicht länger verstecken.

Viele kirchliche Verbände haben bereits Solidarität zugesagt, darunter Caritas-Verbände, katholische Jugendvereine und Verbände katholischer ReligionslehrerInnen.

Respekt und Danke für diese Aktion

Wir sagen „Hut ab“ für so viel Mut und Danke für die durchdachte und wichtige Aktion. Denn ganz wie es die InitiatorInnen in ihrem Manifest geschrieben haben: Es ist eine Aktion für alle diskriminierten Gruppen, etwa für von Sexismus, Antisemitismus oder Rassismus Betroffene.

Jetzt liegt es an uns allen weiter daran zu arbeiten, Diskriminierung abzubauen. Denn:

„Der Kampf für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung darf nicht allein den marginalisierten Minderheiten überlassen werden. Er geht alle an.“ - Manifest, #OutInCurch

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